Mein Urlaub ist also vorbei. Er war schön, zu kurz, interessant, abwechslungsreich und wäre bald schief gegangen. Ich muss ja immer ins Meer baden gehen, wenn die Wellen am höchsten sind. Dazu keíne weiteren Informationen, ich habe es überlebt. Und: ich habe daraus nun wirklich gelernt.

Ihr kennt ja meinen Artikel von meinem besten Freund Mario. Ich habe ihn seit nunmehr über drei Wochen nicht gesehen. Er rief mich zu meinem Geburtstag an. Es war schon spät, nach 22.30 Uhr. Ich habe ihn kaum verstanden. Er kann nur noch mit höchster Anstrengung reden und gab sich dennoch so viel Mühe. Eigentlich hätte er ab dieser Woche eine neue Chemo. Dafür sollte er sich in den zurück liegenden Wochen entscheiden. Er tat es nicht. Oder anders gesagt, er lebt in seiner kleinen Boungalowwelt bei Bagens (Nähe Cottbus) ohne sich entscheiden zu wollen.

In der Zwischenzeit erfuhr ich, dass er weitere Methastasen bekommen hat, am Skelettsystem - heißt Knochen und an bzw. in den Nieren. Das Sprachsystem ist schon sehr angegriffen. Ich hatte es bereits geschildert. Nun nehme ich an, dass er noch immer an die Therapie des Heilpraktikers glaubt: kein Fleisch kein ... nichts, was Kraft bringt. Ich habe jetzt so große Angst. Der Fortschritt seiner Krankheit lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Es geht alles so schnell. Gern erinnere ich mich an das vergangene Jahr. Damals ging es meinem "Mario" noch so gut. Er war lebenslustig und voller Optimismus. Was jedoch ist daraus geworden?

Man könnte sagen, dass man Tage zählen kann. Davor habe ich so viel Respekt. Ich will so sehr, er könnte mit einer erneuten Chemo noch ein paar mehr Monate leben. Seine Frau Kerstin, ist eine Seele von Mensch - doch wie lange hält ihre Kraft noch an.

Ihr Lieben da draußen, ich wünsche Euch alles erdenklich Gute, aus tiefstem Herzen. Wünscht mir bitte die Kraft und Stärke, die ich in den nächsten Tagen, Wochen evtl. Monaten brauchen werde. Ich sag Euch allen dafür vielen lieben Dank.

Ich melde mich wieder. Bestimmt an einem Punkt, wo es mir wieder nicht so gut geht. Aber: mit Eurer Hilfe und das ist wirklich ganz ehrlich und aufrichtig gemeint, versuche ich diese schlimmen Aufgaben zu meistern. Es bleibt mir sowieso kein anderer Ausweg übrig. Danke.

Bis bald Eure Katja.

PS:
Wer meinen "Schlaflos" Artikel gelesen hat, dem kann ich nur sagen, dass ich ein neues Medikament bekam, welches den Stoffwechsel total einstellt und ich zwar schlafen kann, aber immer mehr zunehme. Es ist keine Alternative, aber für den Moment ein gutes Gefühl - endlich mal wieder schlafen zu können. Vielleicht habt ihr ja eine Idee!