Hat Schreiben noch einen Sinn?
Wir leben heute in ein komplett durchmedialisierten Welt, alles ist ständig im Fluss , wird ständig geändert, oft nur minimal aber genug, um laufend alles Bestehende zu entwerten unter dem Vorwand eines notwendigen Updates. Wozu da noch etwas fixieren ?
Hat Schreiben noch einen Sinn? Warum frage ich(mich) das?
Sieht man sich heute um in der Welt der gedruckten Zeichen, wird man schwindelig. Alles agiert im Superlativ: ständig neue Autoren, ständig neue Artikel, stündlich neue Werbung, die die Aussage der letzten widerruft oder angeblich übertrumpft, die Zeitung von 8 Uhr morgens ist um 12 Uhr überholt, der Videotext und die Internetnachrichten hetzen ihre Vorgänger aus den Zeilen. Der Text an sich ist austauschbar, es geht darum Seiten zu füllen, Prospekte zu füllen, Regale zu füllen:für den Verkauf; und nur das scheint zu zählen.Der Inhalt der gedruckten Zeichen scheint austauschbar und die Neuigkeiten sind oft genug bei genauem Hinsehen auch nur "Remakes" in neuen Kleidern. Diese rasende Vermarktung von Text allein zu Verkaufszwecken, Text als Ware ,führt zu einer ungeheuren Entleerung von Geschriebenem(Gesagtem) .Schreiben von Texten zumindest im öffentlichen Raum läuft Gefahr, "sinnlos" zu werden im Hinblick auf eine inhaltliche Botschaft , weil diese eine Vermarktung nur stören würde.-
Was also tun ? Eine neue Textsorte entwerfen a la Ernst Jandl,die sich einfacher Konsumierung entzieht oder "Rumquarzen"wie in vielen Chats , oder nur noch privat Texte austauschen, um einen Sinn zu konstituieren?
Wie zum Beispiel in diesem Platinnetz? Aber zerstört da nicht auch die Anonymität der Kommunikation einen möglichen Sinnaufbau im Schreiben?
Weiterführen auf eine Antwort kann uns vielleicht die Frage, für wen man schreibt. Der Gedanke an einen konkreten Adressaten kann vielleicht einen Sinn konstituieren, weil hier Schreiben Ausdruck einer personalen Handlung ist, der Gemeinschaft sucht. Dann kann Schreiben durchaus einen Sinn machen.
Dies alles ist keine neue Diskussionen und die Problematik von Texten in Zeiten technischer Reprouzierbarkeit wird ja auch seit langem in Philosphie, Kommunikationswissenschaft und Soziolgie diskiutiert.
Aber mich treibt diese Frage wieder neu um, weil ich gerne schreibe,ich mich aber immer intensiver frage, wozu das Ganze, wenn es keinen wirklichen Adressaten gibt in dieser Flut von Zeichen.
Eine Antwort habe ich (noch) nicht gefunden.
Aber immerhin habe ich dieses hier g-e-s-c-h-r-i-e-b-e-n-!
hanne
Sieht man sich heute um in der Welt der gedruckten Zeichen, wird man schwindelig. Alles agiert im Superlativ: ständig neue Autoren, ständig neue Artikel, stündlich neue Werbung, die die Aussage der letzten widerruft oder angeblich übertrumpft, die Zeitung von 8 Uhr morgens ist um 12 Uhr überholt, der Videotext und die Internetnachrichten hetzen ihre Vorgänger aus den Zeilen. Der Text an sich ist austauschbar, es geht darum Seiten zu füllen, Prospekte zu füllen, Regale zu füllen:für den Verkauf; und nur das scheint zu zählen.Der Inhalt der gedruckten Zeichen scheint austauschbar und die Neuigkeiten sind oft genug bei genauem Hinsehen auch nur "Remakes" in neuen Kleidern. Diese rasende Vermarktung von Text allein zu Verkaufszwecken, Text als Ware ,führt zu einer ungeheuren Entleerung von Geschriebenem(Gesagtem) .Schreiben von Texten zumindest im öffentlichen Raum läuft Gefahr, "sinnlos" zu werden im Hinblick auf eine inhaltliche Botschaft , weil diese eine Vermarktung nur stören würde.-
Was also tun ? Eine neue Textsorte entwerfen a la Ernst Jandl,die sich einfacher Konsumierung entzieht oder "Rumquarzen"wie in vielen Chats , oder nur noch privat Texte austauschen, um einen Sinn zu konstituieren?
Wie zum Beispiel in diesem Platinnetz? Aber zerstört da nicht auch die Anonymität der Kommunikation einen möglichen Sinnaufbau im Schreiben?
Weiterführen auf eine Antwort kann uns vielleicht die Frage, für wen man schreibt. Der Gedanke an einen konkreten Adressaten kann vielleicht einen Sinn konstituieren, weil hier Schreiben Ausdruck einer personalen Handlung ist, der Gemeinschaft sucht. Dann kann Schreiben durchaus einen Sinn machen.
Dies alles ist keine neue Diskussionen und die Problematik von Texten in Zeiten technischer Reprouzierbarkeit wird ja auch seit langem in Philosphie, Kommunikationswissenschaft und Soziolgie diskiutiert.
Aber mich treibt diese Frage wieder neu um, weil ich gerne schreibe,ich mich aber immer intensiver frage, wozu das Ganze, wenn es keinen wirklichen Adressaten gibt in dieser Flut von Zeichen.
Eine Antwort habe ich (noch) nicht gefunden.
Aber immerhin habe ich dieses hier g-e-s-c-h-r-i-e-b-e-n-!
hanne
1 Platiner gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel