Es gibt Tage, da sehne ich mich danach, dass bald - nein immer - kurz vor Weihnachten sein möge.
Warum? Kurz vor Weihnachten zeigen viele Menschen Herz. Ich meine keinesfalls die Geschenk-Arien, auf die kann ich gut und gerne verzichten.
Ich meine die Freundlichkeit, die die Menschen in den Tagen kurz vor Weihnachten zeigen. Ladentüren werden aufgehalten, einer älteren Dame wird über die Kreuzung geholfen, Unbekannte grüßen sich und sprechen freundlich miteinander ...
Heute verspürte ich wieder einmal den Wunsch, dass bald Weihnachten sein möge:
Das ging schon früh los, als mich ein Passant im Zeitungskiosk in seiner Hektik fast umgestoßen hätte. Kein Ausspruch des Bedauerns, sein Blick offenbarte mir, dass die Schuld für diesen Beinahe-Zusammenstoß vielmehr bei mir zu finden sei.
Dann in der Bahn. Einer der 4 Plätze im Abteil ist noch frei. "Darf ich mich dort hinsetzen?" Keine Reaktion, auch nicht, als ich mir den Weg durch die 3 Beinpaare zu bahnen versuche.
In der Kantine will jeder der erste an der Kasse sein, denn die Pause ist kurz. Fast hätte mir ein Kollege in seiner Hektik das volle Tablett aus der Hand gestoßen.
Abends dann noch eine Begegnung in der Straßenbahn. Ich stehe in der Nähe des Fahrkartenautomaten. Die ruckelige Bahn ist der Grund, dass ein Mitreisender nur schwer sein Gleichgewicht halten kann. Seinen Schuh auf meinen Zehen spüre ich jetzt noch ... aber keine Entschuldigung ... warum musste ich auch ausgerechnet hier stehen.
Als ich den Aldi verlasse, beobachte ich hinter mir eine ältere Dame, die mit Tüten bepackt ist. Obwohl es noch ein wenig dauert, bis sie den Ausgang erreicht hat, halte ich ihr die Tür auf. Als sie mich erreicht blinzelt sie mich freudestrahlend an: "Vielen Dank, so ein Verhalten beobachtet man leider immer seltener!"
Recht hat sie ... aber bald ist ja Weihnachten!
Hektik, nichts als Hektik
Hektik, nichts als Hektik
5 Platinern gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel