Hilfe – ich habe Bronchitis

 

Man kommt dazu und weiß nicht wie,

du hörst davon, dann hast du sie –

kaum waren meine Bronchien zu,

war es auch aus mit meiner Ruh.

 

Heute ist die vierte Nacht,

wo sie mich um den Schlaf gebracht –

ach, könnten sie woanders röcheln

am liebsten wär mir’s in den Knöcheln.

 

Atme ich nur durch die Nase,

klingt’s wie ‚Katze in Ekstase’ –

atme ich nur durch den Mund,

grummelt es wie ‚böser Hund’.

 

Nicht zu atmen, auch nicht gut,

weil man explodieren tut

und man bellt in seinem Bette

wie Nachbars Töle an der Kette.

 

Mein lieber Mann, im Bett daneben,

bewacht mein ständiges Erbeben –

er sehnt sich nach ein bisschen Ruh’

und macht – wie ich – kein Auge zu.

 

Im Grunde bin ich richtig froh,

geht er zum vierten Mal aufs Klo –

es tut ihm leid, lässt er mich wissen,

ich huste heimlich in die Kissen.

 

Das Fieber hab’ ich unterdessen,

wie sich’s gehört, rektal gemessen

und lese neununddreißig-drei,

das reicht schon für ein Spiegelei.

 

Wenn ich im Bad steh’ vor dem Spiegel

und schau hinein, schaut raus ein Igel –

die Frisur durch Fiebers Hitze

ist gewissermaßen Spitze.

                                                             

Von sieben Antibiotika,

die ich bekam, sind drei noch da –

ich hoffe, dass die drei es schaffen,

mich nicht so ganz dahinzuraffen.

 

Jetzt will ich meinem Arzt vertrauen,

kann er auch heut’ nicht nach mir schauen –

weil er zwei Tage ohne Geld

statt Praxis, Wochenende hält.

 

Am Montag stellt sich dann heraus,

er musste trotzdem aus dem Haus

und stand woanders auf der Matte,

weil er als Arzt Bereitschaft hatte.

 

Noch habe ich ein Alibi

für’s Nichtstun, doch man weiß ja nie –

mein lieber Mann kocht wirklich gut,

womöglich er’s nicht ungern tut.

 

Ich muss gesund sein – denke ich,

bevor er merkt, s’geht ohne mich.

 

 

 

© sh. Autor