Es ist schon einige Jahre her, aber eine Begebenheit die ich nicht vergessen werde.

Ich arbeitete im Krankenhaus und hatte demnach nur alle 14 Tage am Wochenende Zeit für meine Kinder.(Alleinerziehende Mutter, Vater lebte nicht mehr)

Am Frühstückstisch haben wir beratschlagt -was machen wir heute, es ist schönes Wetter- Es ging bei uns immer recht demokratisch zu, auch wenn ich keine Lust hatte, gemacht wurde was die Mehrheit beschlossen hatte. Also.... die Kinder wollten an den Möhnesee zum Schwimmen zu fahren. Essen eingepackt, Schwimmsachen und dann gings los. Ein gute Stunde Fahrt lag vor uns.

Aber... oh je, auf halben Weg prankte auf einmal vorn eine rote Lampe im Auto. Am Kühler war etwas nicht in Ordnung, na hoffentlich nur das Wasser???? Angehalten und Leute nach einem Eimer Wasser gefragt. Kein Problem, Wasser war schnell besorgt, Kühler wieder voll und weiter gings. Aber höchstens einen Kilometer weiter wieder die rote Lampe und jetzt wurde mir auch ganz heiß. Na ...das schien wohl was ernstes zu sein und nun? Fällt unser schöner Sonntag ins Wasser?

In einem kleinen Dorf war ein Mann im Garten und ich fragte ihn, ob er mir helfen könne. Er meinte er hätte noch einen Kühler in der Werkstatt, wenn der passt würde er ihn mir schnell einbauen. Aber leider.... er passte nicht.

Dann sah er mich an und die Kinder und fragte was wir denn vor hätten. Die Kinder fast im Chor, "wir wollen schwimmen an der Möhne". Ich sagte, "daraus wird nun leider nichts werden, wir müssen zusehen wie wir nach Hause kommen". Er meinte dann, "ich kann euch ja hinfahren, ist ja nicht weit". Ich sah ihn etwas zweifelnd an, "ja aber damit ist das Problem nicht gelöst wie wir nach Hause kommen". "Kein Problem", meinte er, "ich bringe sie auch nach Hause". "Ihr Auto kann hier bleiben, und wenn sie Zeit haben holen sie es ab".

Ich kannte diesen Mann ja nicht und war sehr unentschlossen was ich tun sollte, aber die Kinder jubelten und wollten sofort das Angebot annehmen. Der Mann ging erst mal rein und wollte gleich wieder kommen. Meinen Kindern sagte ich meine Bedenken, aber meine beiden Söhne waren auf einmal ganz groß und ganz stark, ( 8 + 9 Jahre) wir sind vier und wir sind zusammen stark, der kann uns gar nichts tun. Ich hab mich also von meinen Kindern überreden lassen und wir nahmen das Angebot an.

Der Mann sagte noch, er würde uns erst mal nur hinbringen und später noch wieder kommen. Er müßte erst noch was erledigen. So geschah es, und ich machte mir Sorgen ob er denn zurückkommen würde. Aber er kam, brachte den Kindern noch ein Schlauchboot mit und sie paddelten fröhlich im Wasser. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag.

Wir beide haben uns nett unterhalten, er erzählte von seiner Frau, die sehr krank wäre und wieder mal im Krankenhaus lag. Am Abend hat er uns noch nach Hause gefahren, ich habe ihn zum Abendessen eingeladen und das nahm er an. Aber jegliches andere Geld, ich wollte wenigstens die Spritkosten ersetzen, hat er abgelehnt.
Zwei Tage später habe ich mit meinem Bruder den Wagen geholt und ihn nach Hause geschleppt und ich hab mich noch mal ganz herzlich für seine Hilfsbereitschaft und seine Freundlichkeit bedankt.

Den Mann hab ich nie wieder gesehen, ich habe noch mehrfach bei ihm geklingelt um einfach mal "Guten Tag" zu sagen.