I wonna be a rockstar ...


Vor langer langer Zeit lebte in der Nähe von Hameln ein Spielmann namens Hans. Hans hätte sich zwar lieber als Rockstar bezeichnet, aber die waren ja damals noch unbekannt und *Rock gab es nur als Gehrock für die Männer oder als Weiberrock und mit beidem hatte Hans nicht viel im Sinn. Hans trug am Liebsten blaue Hosen aus derbem Tuch, die trug er so lange, bis sie überall ausgefranst waren und im Sommer knotete er ein Netz um seine Schultern, im Winter ein Schaffell und da zu der Zeit ja alle lange Haare hatten schnitt er seine kurz! Soo kurz, dass man gar nicht mehr sehen konnte, dass er welche hatte. Ausserdem malte er mit Kohle seltsame Zeichen auf seine Arme. Wenn es allerdings regnete musste er sie immer neu malen, deshalb hat man auch später Tätowierungen erfunden. Wenn die Stadtväter Hans auf der Strasse begegneten, rückten sie ihre Hüte zurecht, um ihre Glatzen zu verdecken, damit ja niemand auf die Idee käme sie würden sich mit Hans solidarisch erklären und sie murmelten leise: *Oh je, der Hans ..

Hans traf sich täglich mit seinen Kumpels, seiner *Bande, wie er sie nannte und machte mit ihnen Musik und deshalb nennt man auch noch heute eine Gruppe Musiker eine *Band. Da Hans wohl hörte, was die Stadtväter bei seinem Anblick murmelten, nannte er seine *Band kurzerhand "Die Je-Hans"

Immer wenn Hans und seine Band Musik machten sassen oder standen alle Jugendlichen der Stadt vor seinem Fenster und hörten zu und so kam Hans auf die Idee, mal ein Konzert zu veranstalten, um mit seiner Musik auch ein bisschen Geld zu verdienen. Er ging also zu den Stadtvätern und fragte, ob er zu diesem Zweck wohl die Stadthalle benützen könnte. Die Stadtväter schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. "Diese Katzenmusik in unserer Stadthalle? Damit könnte man ja die Ratten aus der Stadt vertreiben! Und dann auch noch gegen Geld ... NIEMALS !!"

Hans war ziemlich sauer. Na, denen würde er es zeigen. Er zog mit den "Je-Hans" durch die Strassen und machte Musik und an jeder grösseren Kreuzung machte er Halt und rief: "Tonight big party with music in open air. Come and follow me out of town!" (was soviel heisst wie: heute Abend grosse Party mit Musik im Freien. Folgt mir vor die Tore der Stadt!) Die Stadtväter schüttelten nur den Kopf ob dieser seltsamen Ankündigung, denn Englisch konnte von ihnen keiner. Aber da die Amerikanisierung in der Sprache der Jugendlichen schon damals sehr weit fortgeschritten war .. und das, wo man Amerika noch nicht mal entdeckt hatte .. verstanden die Jungen schon, was er da ankündigte und folgten ihm in Scharen.

Drei Tage dauerte das *Event in open air!

Da wurde gesungen und getanzt und gefeiert und wer weiss, was noch alles.

Hans war begeistert von seinem Erfolg und beschloss, sich von der Stadt abzuwenden, um seine Musik in der ganzen Welt zu verbreiten.

(sich abwenden = turn away und so heisst eine Reise von Künstlern noch heute Tournee, mit der genauen Überlieferung der Sprache verhält es sich eben ähnlich wie mit der Überlieferung der Fakten .. sie werden im Lauf der Zeit sehr verfälscht ) Hans zog mit den Je-Hans also um die ganze Welt und machte Musik und seine Fans folgten ihm ohne zu zögern.

Leider gab es damals noch keine CDs oder MP3s, und so ist uns von seiner Musik nichts überliefert. Nur die blauen Hosen aus derbem Tuch werden heute immer noch getragen, bis sie ausfransen und man nennt sie Je-ans , zu seiner Erinnerung, obwohl doch manche glauben, sie kämen aus Amerika. Aber das war ja damals noch gar nicht entdeckt.

Was aus den vielen Kindern geworden ist, wollt ihr wissen? Ach, denen ging es gut und man konnte ihnen und ihren Kindern und Kindeskindern später in Woodstock allen wieder begegnen.

Aber was hatte es nun mit den Ratten auf sich, die tatsächlich seit dem Tag aus Hameln verschwunden waren? Das ist schnell erklärt: die Ratten ernährten sich hauptsächlich von den Abfällen der Pommes-buden und Döner-Stände. Aber nachdem alle Jugendlichen fort waren kaufte niemand mehr Pommes oder Döner, die Abfälle blieben aus und die Ratten zogen ebenfalls fort. Die Buden machten zu oder sie verkauften Viagra, denn irgendwie musste ja schliesslich das Fortbestehen der Stadt gesichert werden!
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by M.K.

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Und das ist die reine Wahrheit und nur ein kleines Bisschen ge-mogelt .. :-)