Ich denke oft an mein Zwogglchen... als sie noch mein Zwogglchen war...
Meine Erinnerungen sind noch frisch. So frisch, wie der Wind, der eben durch die Bäume strich, mir um den Kopf wehte, weiter zog nach irgendwohin. Er konnte, und er wollte meine Gedanken und Erinnerungen nicht mitnehmen. Dennoch werden sie eines Tages verwehen. Sie werden verblassen, die Farbe verlieren wie ein Bild in der Sonne, das verbleicht.
Ich denke oft an mein Zwogglchen...
Da ist das erste Mal, als wir uns trafen. Sie wollte mir die Hand reichen und ich nahm sie gleich in den Arm. Oh, wie waren wir aufgeregt, wie zwei Schulkinder am ersten Schultag. Wir spazierten um den See, sie nahm gleich meine Hand und mein Herz hüpfte. Es hüpfte sogar noch als es anfing zu regnen, obwohl ich Regen nicht mag. Die ersten beiden Tage, es ging alles so schnell. Sie nahm mich gleich mit zu ihrer Familie. Es war einfach schön. Die Fahrten, die wir unternahmen. Mit dem Rad in die Natur, an den Main, in den Kurort zum Kurkonzert. Wir hatten so viel unternommen, wir Zwei. Die Fahrten nach Italien, es waren Dienstfahrten, sie kam mit. Gardasee, bis kurz vor Venedig. Nach Venedig, der Stadt der Liebenden, kamen wir nicht, es regnete dort – ob der Himmel da schon weinte.
Dann fingen wir an die Wohnung umzugestalten. Rückten Möbel, dass es anders aussah, rissen Mauern ein und stellten sie wieder auf. Was hatten wir alles noch für Pläne. Wenn möglich wollten wir reisen, weit weg und in die nähere Umgebung. Wir wollten sogar eines Tages zusammen leben. Wir lebten ja schon immer 3 – 4 Tage die Woche zusammen. Ich liebte ihr Lachen, ihr Lächeln, das Strahlen ihrer Augen, ihre Unbekümmertheit, ich liebte ihre Ideen, ich liebte es, wenn sie morgens sagte "Bist Du schon wach?" Ich liebte sie wenn sie mich mit süßem verwöhnte, ich liebte es mit ihr unterwegs zu sein, ich liebte ihre Stimme, ich liebte es ihr eine Freude zu machen, ich liebte es, dass sie mit mir den goldenen Ring trug, ohne verheiratet zu sein, ich liebte sie, sie war die Liebe meines Lebens, sie ist die Liebe meines Lebens.
Die Leute sagten – Euch hat Gott zusammengeführt -. Jetzt hat er uns wieder getrennt. Vielleicht hat er auch damit gar nichts zu tun. Vielleicht sollte es so sein. Es tut verdammt weh.
Einmal trafen wir uns noch einmal zu einem Spaziergang um den See... und einmal sah ich sie in Begleitung am Ostersamstag beim Osterfeuer...
Sie gratulierte mir noch spät Abends zum 60. Geburtstag. Und einmal sprachen wir kurz am Telefon. Ich weiß, dass ich sie verloren habe mit meiner oftmals gereiztheit. Ich hatte das nie bemerkt. Ich bin Schuld.
Ein Bild von ihr steht noch in meinem Zimmer.
Ich denke oft an Zwogglchen...
Ich liebe sie noch immer.
