In einem Buch zusammen gefasst habe ich Gedichte und Geschichten rund um diese himmlischen, göttlichen Boten, die uns beschützen sollen, wollen, uns durch Leben geleiten.

Auch wenn man sich manchesmal fragt wo sie denn hier oder da wohl waren, so haben sie uns mit Sicherheit auch dort getragen, damit wir nicht noch tiefer gerutscht wären.

Eine kleine Leseprobe.....

 

 >>>>>>>So wird Anton Habermeier von dieser Gestalt, deren Gesicht er nicht kennt, in einen warmen, beheizten, gleich auf dem Damm stehenden Kleinbus gebracht.

„Haben sie mich da herausgezogen, sie sind ja gar nicht nass?“,

fällt ihm auf und hätte gerne eine Antwort, ob er träumt, verrückt ist oder vielleicht doch in der Hölle gelandet ist.

„Du wirst es mir zwar nicht glauben, aber ich bin dein Schutzen­gel und habe den Auftrag dich zu retten. Hätte eigentlich schon ein bisschen früher hier sein sollen, aber du warst mir zu schnell im Fluss verschwunden, so musste ich dich erst herausziehen, hätte dich eigentlich schon vorher vor dieser Dummheit bewah­ren sollen.“

Anton Habermeier versteht nur Bahnhof und denkt wirklich, jetzt sei er total verrückt oder wirklich jenseits vom irdischen Le­ben.

„Mein Schutzengel? Ich seh’ sie doch, kann sie doch spüren und fühlen? Sind Engel, wenn es sie wirklich geben sollte, nicht un­sichtbar?“

Wie soll er es ihm denn erklären?

„Manchmal oder fast immer sind wir unsichtbare Geschöpfe und Gottes himmlische Retter, aber in deinem Falle ist es eine der vielen Ausnahmen, dass uns der zu rettende irdische Mensch zu Gesicht bekommt. Denn mit einer Rettung nur vor dem Ertrinken ist es ja bei dir nicht getan. Also muss ich mit dir reden, ich muss dir helfen, dass du dich wieder ganz normal in diesem irdischen Leben bewegen kannst.“

Habermeier schwankt immer noch zwischen Traum und Wirk­lichkeit. War er denn so lange unter Wasser, dass er das Auto, den Bus nicht hatte kommen sehen? Er hat doch nochmals ge­schaut, und den Damm kann man weit erblicken, und schnell fahren kann man hier nicht. Und dann musste er ja auch ins Was­ser, ganz mit rechten Dingen kann es nicht zugehen, denkt er sich.

„Also, du bist mein Schutzengel, hast du auch einen Namen oder heißt du nur Schutzengel?“

Dies will er dann schon wissen, und mit wem er es hier nun zu tun hat.

„Darf ich mich vorstellen, ich bin Engel Dominikus EG III!“

Habermeier schaut ihn an.

„EG III? Was heißt das?“,

fragt er verwirrt.

„EG III heißt Engel der Gattung III, zuständig für solche harten Fälle wie dich, EG II hätten dich an der Himmelspforte entge­gengenommen und EG I sind dann jene Engel, die nur der himm­lischen Dreieinigkeit dienen.“

Aha, denkt sich Habermeier, jetzt weiß ich das also auch.

„Und wie sollst, wie willst du mir jetzt helfen, Dominikus EG III?“

Der Engel lächelt:

„Nenne mich einfach Dominik, das reicht aus.“

Dominik kratzt sich an seinem Kinn,

„Ja, da werden wir miteinander eine Lösung finden müssen, ir­gendwie kannst du für all das ja nichts, du hast ja im guten Glauben gehandelt. Also trifft dich doch keine Schuld. Du hät­test dich jetzt nur vor Deiner Verantwortung, die du mit über­nommen hast, gedrückt.“

Anton Habermeier wird es ein wenig wärmer am Körper, aber er friert noch.

„Ich glaube, es war einfach schon ein Fehler, dass ich überhaupt geboren wurde. Dann hätte ich einer ganzen Reihe von Men­schen keinen Kummer, keine Sorgen und auch keinen finanziel­len Verlust gebracht, Ja, es ist, es war feige von mir mich jetzt vor der Verantwortung drücken zu wollen, aber womöglich wä­ren viele froh darüber, mir nicht mehr in die Augen sehen zu müssen.“

Habermeier atmet schwer durch, Tränen stehen in seinen Augen. Dann erzählt er weiter von seinen Missgeschicken, die ihm schon während seines ganzen Lebens unterlaufen sind, und die­ses eine jetzt nur noch die Krönung war.

„Ok, du möchtest nicht mehr existieren? Du möchtest noch nie gelebt haben? Und du denkst, dann wäre es der ganzen Welt, vor allem den Leuten, denen du jetzt geschadet hast, denen du früher schon mal Schaden zugefügt hat, all denen würde es heute besser ergehen?“<<<<<<<