In einer Zeitschrift forderte ein "Test" dazu auf, Fragen zu beantworten, die jeweils mit Punkten bewertet wurden. Normalerweile interessieren mich solche Frage- und Antwortspiele nicht besonders, doch warum sollte ich es nicht mal versuchen?

Da war zum Beispiel die Frage:
Sie sitzen in einem langweiligen Theaterstück. Wie verhalten Sie sich?

Antworten:
Sie stehen laut auf und gehen.
Sie stehen leise auf und gehen.
Sie gehen in der Pause.
Sie bleiben bis zum Schluss.

Für mich kam die letzte Antwort in Frage. Ich würde bis zum Schluss durchhalten, wenn ich mir das Gähnen auch kaum verkneifen könnte.

Wie genau sagen Sie einem neuen Liebhaber, was Sie im
Bett wollen?

Ich sage ganz klar, was mir gefällt und was nicht.
Wenn ich enttäuscht bin, behalte ich es für mich.
Wenn er mir weh tut, sage ich es.

Klar, dass ich mich für die erste Antwort entschieden habe.

Was würden Sie am liebsten nach einem Streit tun, den
Sie gewonnen haben?

Zeigen, wie stolz Sie sind.
Die Wogen glätten.
Sich vor der nächsten Begegnung drücken.
Etwas dafür tun, dass der andere Sie wieder mag.

Die Wogen zu glätten ist nie verkehrt ...

Sie haben Wut im Bauch, wie gehen Sie damit um?
Sie fühlen sich schuldig.
Sie befürchten, sich und anderen zu schaden.
Sie tun freundlich.
Sie toben sich aus.
Sie schlagen auf ein Kissen.
Sie suchen und bekämpfen die Quelle Ihrer Wut.
Sie rufen eine Freundin an und reden sich alles von der Seele... (Genau das ist es in meinem Fall).

Und so ging es weiter ...

Über die Auswertung war ich erstaunt:

Ich bin ein friedliebender Mensch, Konflikte sind mir verhasst. Um des lieben Friedens willen gehe ich so manchen faulen Kompromiss ein. In Konflikte lasse ich mich ungern hineinziehen.Ich soll öfter auf den Teil in mir hören, der sich der Auseinandersetzung stellen will. Ich lasse mir die Butter nicht vom Brot nehmen, doch oft setze ich meine Fähigkeit, auch einmal auszuteilen, nicht ein. Aber angeblich kenne ich auch Zeiten, in denen ich die Zügel schleifen lasse und einen beschaulichen Lebensrhytmus wähle.

Ich gebe zu, dass manches hiervon stimmt, anderes wieder nicht. Auf jeden Fall lasse ich mir das Ergebnis durch den Kopf gehen. Am besten fange ich damit an, ordentlich auszuteilen. Ich muss mir nur noch ein "Opfer" suchen. Da wird es schon schwierig.

Ich lasse mich in Konflikte nicht hineinziehen? Stimmt nicht ganz. Fragt man mich um einen Rat, versuche ich zu vermitteln.

Und warum nur sollte ich mir die "Butter vom Brot" nehmen lassen? Brot schmeckt doch auf jeden Fall mit Butter besser...