Luisa und Tom sind seit gut einem Jahr ein Paar, ein entferntes Paar, das sich im Türkeiurlaub fand.

Leider wohnt sie nahe Flensburg und er ein Stück hinter Rosenheim. Während sie noch studiert, baut er schon ein Haus, in dem auch seine Kanzlei sein wird.

Durch den Stress sehen sie sich lange nicht, Telefonate werden rar, denn er hat Stress mit dem Neubau, sie steckt mitten im Examen.


Eines Tages ist ein Brief mit einer Karte in Luisas Post. Von Tom!

 


Einladung zur Hochzeit!


Zu meiner Hochzeit, möchte ich dich, liebe Luisa herzlich einladen!


Die Trauung im Standesamt ist am 27.6.86 um 9.30 Uhr, zur kirchlichen Trauung…..

 


Luisa liest nicht weiter!

Die Tränen rinnen über ihre Wangen und sie ist tief enttäuscht. Das hätte sie nicht von Tom gedacht!

Er war doch ihr Traummann und wenn sie auch nur vier Tage Zeit hatte, seine Heimat zu besuchen, war es doch die glücklichste Zeit ihres Lebens, sie hatten  Zukunftsträume gehabt und nun das!


Er besaß doch tatsächlich die Unverfrorenheit, sie zu seiner Hochzeit einzuladen…das Schwein!

 


Als sie drei Packungen Tempos nassgeweint hatte, fiel ihr Blick wieder auf diese Karte, die unschuldig auf dem Tisch lag.


……..ganz schnell anrufen, ob du dann drei Wochen Zeit hast…, las sie weit unten.


Drei Wochen Zeit? Ihm nachzutrauern?


Zögernd griff sie zur Karte und las da weiter, wo sie aufgehört hatte…

 


…... werden wir um 16 Uhr in der kleinen Kapelle oben am Berg, (die, die dir so gut gefiel) erwartet.


Wenn du mich so sehr liebst wie ich dich, du mich so sehr willst, wie ich dich, komm ein paar Tage früher zu mir, Mama freut sich darauf, mit dir das Brautkleid zu kaufen.


Ich könnte in „unserem“ türkischen Hotel Zimmer reservieren, du musst nur ganz schnell anrufen, ob du dann drei Wochen Zeit hast.

 


PS. Willst du mich heiraten?


Dieser ungewöhnliche Antrag war ein recht belustigender Hauptpunkt der Rede zur Silberhochzeit von Luisa und Tom, die vom ältesten Sohn Andreas gehalten wurde.