Bald muss ich mich wieder entscheiden - für den richtigen Tannenbaum. Ich mag nun mal keine mickrigen Weihnachtsbäume. Ich erinnere mich noch gut an die vielen Tannenbäume, die im Laufe der Jahre unser Wohnzimmer verschönerten. Es waren wirklich schöne, große und gut gewachsene Exemplare darunter, die ich am liebsten bis zum nächsten Weihnachtsfest behalten hätte. (Ein Tannenbaum mit Ostereiern geschmückt wäre doch mal etwas Neues gewesen, oder?).

Dann gab es aber auch ab und zu solche, die aussahen, als hätten sie gerade erst einen Waldbrand mit Mühe und Not überlebt. Alle Kugeln, Strohsterne und sonstigen Baumbehang musste man an ein paar kümmerlichen Zweigen unterbringen. Der Tannenbaumbeschaffer vom Dienst meinte in solchen Fällen nur lapidar: Der ist doch schön, und preiswert war er auch ... Womit dann schon mal der Familienfrieden etwas gestört war - wenn auch nur kurz.

Wenn ein Baum in einem Netz verpackt ist, wird es problematisch. Es könnte sein, dass man die "Katze im Sack" gekauft hat. Oft entpuppt er sich als krumm gewachsenes Etwas, das man zähneknirschend am liebsten schon am zweiten Feiertag entsorgen würde.

Meine Tochter hatte im letzten Jahr besonderes Pech: Sie kaufte ihren Weihnachtsbaum bei einem Bauern. Zu Hause angekommen, stellte sie fest, dass der Tannenbaum stank - nach Mist. (Ob Kuh-oder Schweinemist spielt keine Rolle).
Wahrscheinlich lagerte er im Kuh- oxder Schweinestall. Der Baum wurde dazu verdammt, auf dem Balkon zu leuchten, was meinen Enkel nicht gerade erfreute.

Ich denke mal, Weihnachtsbaum-Pannen gehören zum Fest wie das Lied "Stille Nacht". Es gibt ja Leute, die solche Situationen noch nie erlebt haben, weil sie Jahr für Jahr ihren künstlichen, schon fertig geschmückten Weihnachtsbaum vom Speicher holen...