Die Idee war, komm laß uns eben Essen gehen. Griechisch? Grieschisch! Griechisch klingt lecker und Hunger hab ich auch, also griechisch. Der erste Grieche hatte - ironischer Weise - bis heute Urlaub. Und es stellte sich Frage Omen oder Zufall? Wir dachten nicht weiter drüber nach und hatten dies nur vor, wenn der nächste Grieche auch eine verschlossene Tür aufweist. Also fuhren wir weiter zum Nächsten und der war dann auch gut besucht. Was uns wiederrum dazu brachte, ein Platz im Inneren des Resturants zu suchen, was recht übersichtlich bevölkert war. Die Dame des Hauses begrüßte uns und wies uns recht schnell ein Tisch für vier Personen, den wir dankend annahmen. Unsere Worte purzelten so in den Raum, die Blicke schlichen so umeinander und die Gedanken verselbständigten sich. Neben den verzierten Wandtellern, den atmosphärischen Bildern aus aller Welt, saß da auch ein etwas herausgeputzer Mann. Die Erscheinung passte in die warme Kulisse des Resturants. Was die Stimmigkeit jedoch zweifelsohne trübte, war die sichtbare Entäuschung in seinem Gesichtsausdruck. Seine Augen blickten starr durch die Rundgläsern seiner Brille, auf das Bierglas vor ihm, das sicher schon durchbrochen vor ihm läge, wenn anstelle der Augen, Hände das Glas ergriffen hätten. Meine Phantasie legte sich ohne große Zurückhaltung ins Zeug, um Vermutungen für seine Verfassung zu suchen und kam recht schnell zu dem Schluß, das das wohl gar nicht nötig ist. Der von Enttäuschung gepackte Mann saß an einem Zweiertisch, hatte sich bewußt gekleidet, war wahrscheinlich einige Tage zuvor noch beim Friseur, fixierte ein Bierglas und der Platz gegenüber war gedeckt, jedoch ungenutzt. Alles deutete auf ein Date hin, zu dem es aus irgendwelchen Gründen nicht kam. Daraufhin wollte die Seele schwimmen gehen, drängte auf Abkühlung und suchte sich ein Glas Bier. Das wievielte es war und womit er in die Tour startete, war nicht zu erkennen, aber das erste Bier, war es wohl nicht mehr. Die Bitterkeit diese Momentes fand an unserem Tisch kein Neid. Umrahmt von griechischer tratitioneller Musik, die zur Gestalt des Mannes in den guten 30igern nicht so richtig passen wollte, fand das Trauerspiel bald sein naheliegendes, kantiges Ende. Das Glas war geleert und der Mann fragte nach der Rechnung. Das Geld wurde getauscht, der Ouzo wurde mit den Fakten runtergespült, er stand auf und verließ das Lokal in zügigem Schritt, wohl in der Hoffnung das die frische Luft das weiteratmen erleichtert. Mir wurde dadurch klar - wieder mal - wieviel doch in menschlichen Gemeinschaften zu finden ist und wieviel Schmerz doch auf einen lerren Tisch passt. Unser Tisch war bald darauf mit sehr schmackhaften Essen gefüllt, das den Blick von dem gesehenem Schicksal abwendete. Da draußen, irgendwo da, ist es trotzdem nach wie vor zu finden.