Seit ihrer Geburt lebte Sara im Waisenhaus, dies war 6 Jahre her. Das Haus war groß und düster, genauso wie der Wald drum herum. Das Heim lag weit abgelegen von der nächsten Stadt.
Sara saß vorm Fenster ihres Zimmers und schaute zu, wie der Schnee die Bäume in weiße Kleider legte. Dabei dachte sie an die Kinder, die in schönen warmen Häusern bei ihrer Familie lebten.
Sara hatte keine Familie, niemand schien sich für sie zu interessieren. Ihre Zimmernachbarin hatte jetzt auch eine Familie, nun war sie allein.
Einmal, hatte sie mit der Heimleitung einen Ausflug in die Stadt gemacht, und Sara hatte in den Häusern überall schöne Lichter gesehen, das hatte sie fasziniert. An den Fenstern hangen Sterne und Bäume, und alle leuchteten in verschiedenen Farben. Aus manchen Häusern roch es nach Selbstgebackenem, und Sara hatte die Eltern mit ihren Kindern lachen gehört.
An all dem musste Sara denken, und sie spürte ein Stechen in ihrem Herzchen. Sie war traurig und wünschte sich auch so ein schönes warmes Zuhause. Plötzlich kam ihr eine Idee, sie beschloss sich selbst eine Familie zu suchen. Sie stand auf, lief zu ihrem Schrank und zog sich an.
Eine warme Hose, einen dicken Strickpullover, es war kalt draußen, Stiefel, Mütze und die warmen Fäustlinge durfte sie nicht vergessen, denn der Weg war weit bis zur Stadt. Sie zog ihre Thermojacke an, schaute dabei zu ihrem Bett, darauf saß Bär, ihr Teddy, sie holte ihn und nahm ihn mit.
Im Haus war es still,leise schlich sie aus ihrem Zimmer,die meisten Kinder lagen schon in ihren Betten,und die Leute vom Heim saßen im großen Saal.Sara stand im Flur,sie ging zur großen Tür öffnete sie und huschte hinaus.Sie stand auf dem langen Auffahrtsweg und lief ihn hinunter,bei jedem Schritt knackte der Schnee unter ihren Füßen.An der Weggabelung angekommen,überlegte sie in welcher Richtung sie gehen musste,sie war sich sicher das es rechts runter zur Stadt war.
Es wurde dunkel,und Sara war schon ene Weile gelaufen als sie feststellte das beim letzten Mal nicht so viele Bäume und Äste auf dem Weg lagen.Sara erkannte das sie sich verlaufen hatte,und nun war ihr auch kalt.Vor lauter Aufregung sich eine Familie zu suchen,hatte sie die Kälte nicht bemerkt,aber nun stand sie im Wald,der Schnee fiel in dichten Flocken noch immer vom Himmel herab,und bedeckte ihre Fußspuren,so das sie denen nicht zurück folgen konnte.Sara fing zu weinen an,sie blickte sich um doch sehen konnte sie nur Bäume und den Schnee.
Sie drückte " Bär " an sich und lief immer tiefer in den Wald hinein,aus ihren Augen kullerten Tränen und erschwerten ihr die Sicht,sie stolperte und fiel bäuchlings in den tiefen Schnee.Ein wenig weh getan hatte sie sich,aber all zu schlimm war es nicht,doch durch den Fall in den Schnee waren ihre Sachen feucht,und dadurch fror sie nun noch mehr.Sie stand auf,klopfte den Schnee von den Sachen,drückte " Bär " noch fester an sich und ging weiter.Ihre Füßlein taten ihr weh und Sara konnte keinen Schritt weiter,sie kauerte sich unter einer schneebedeckten Tanne.
Sie weinte,fror und war allein in der Dunkelheit.
Plötzlich erschrak Sara,sie hatte ein Geräusch gehört,die Nackenhaare stellten sich auf und sie bekam Herzklopfen,sie lauschte in die Nacht hinein aber hören tat sie nichts.
Da! Schon wieder das Geräusch,es war wie das Winseln von dem Hund aus dem Heim,sie schaute in die Richtung,wo sie glaubte etwas gehört zu haben,aber sie konnte nichts erkennen.
Da! Wieder dieses Winseln,ganz in ihrer Nähe.Sara zog erschrocken ihre Hand zurück,da war etwas Nasses an ihren Fingern gewesen,und das Winseln war jetzt ganz nah,bei ihr.Es war ein Hund,nicht der vom Heim,ein kleinerer,der nun Saras Hand schleckte.In der Eile hatte Sara doch die Fäustlinge vergessen.Sara nahm den Hund auf dem Schoß streichelte ihn und beide kuschelten sich aneinander.
Sara war mit dem Hund eingeschlafen,als der Hund plötzlich mit dem Schwanz wedelte und auf ihrem Schoß herum sprang.Sara hörte wie jemand immer wieder " Timbu, Tiiimmmbuuu..." in die Nacht rein rief.Sara schaute auf den Hund,der nun von ihrem Schoß sprang, er bellte und sah Sara dabei an,dann verschwand er in die Richtung,wo Sara die Stimme gehört hatte.Sara wollte aufstehen und dem Hund nachlaufen,doch ihre Beine waren gefroren,aufstehen konnte sie nicht.Nun war sie wieder allein.
Sie rief in die Nacht hinein,so laut sie konnte rief sie den Namen den sie zuvor gehört hatte,aber nichts geschah,erschöpft vom Rufen,durchgefroren und einsam schlief sie mit " Bär " ein.
Die Sonne kitzelte Saras Nase,sie musste niesen,sie öffnete die Augen und stellte fest das sie nicht im Heim in ihrem Zimmer war.Jemand zog an ihrer Decke,sie schaute hinunter und entdeckte den Hund,sie wollte aufstehen doch ihre Beine waren schwer.Sie legte sich zurück und schaute sich im Zimmer um,an den Fenstern hingen Sterne die leuchteten,das Zimmer war warm und plötzlich kam eine Frau ins Zimmer,in den Händen trug sie ein Tablett,mit selbstgebackenen Keksen und einer warmen Tasse Milch darauf.Die Frau stellte das Tablett auf das Nachttischchen neben dem Bett,sie setzte sich zu Sara aufs Bett,nahm Sara in den Arm streichelte ihr übers Haar und gab ihr ein Küßchen auf die Stirn und lächelte Sara an.
Sara hatte glänzende Augen,lächelte zurück und legte der Frau ihre kleinen Ärmchen um den Hals,dabei dachte sie,jetzt habe ich meine Familie gefunden!