* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Es ist kurz nach Mittag und die Sonne hängt dick und gelb an einem wolkenlosen Himmel. Das Meer ist graublau - wie meine Augen - und ein leicher Wind kräuselt die Oberfäche. Wo der Himmel das Meer berührt verwischt Dunst die Konturen und die Sonne lässt silberne und goldene Sterne auf den Wellen tanzen ...
Das Boot treibt ein Stück draussen vor Anker. Es ist klein, nur ein Dreiecksegel, keine Kajüte und schneeweiss. Der Mast, das Deck und die Reeling sind aus naturfarbenem Holz und am Bug steht in leuchtendem Blau der Name: " Phantasy "
Wir schwimmen zum Boot und unsere nassen Füsse hinterlassen Spuren auf dem warmen Deck. Wir sprechen kein Wort, man hört nur das Rauschen des Wassers am Boot und das leise Knarren der Taue. Deine Haare wehen im Wind .
Die Insel sieht wild und unbewohnt aus ... grosse Felsen ragen ins Meer und die Wellen spülen weissen Schaum über die Steine. Ein weisser Strand in einer Lagune ... leicht ansteigend zu Bäumen mit breiten Kronen und blühenden Kletterpflanzen.
Wir schwimmen zum Ufer und die Hitze lässt die Kleidung trocknen, noch ehe wir richtig aus dem Wasser sind. Der Sand ist heiss und wo das Meer ihn überspült hat quillt er zwischen die Zehen.
Wortlos lassen wir uns in den Sand fallen, die Augen geschlossen ... du nimmst meine Hand. Nichts ist zu hören als das Rauschen des Wassers und das Flüstern der Blätter im Wind.
Mach jetzt nicht die Augen auf ...
du würdest direkt in meine schauen und dann müsste ich dich küssen .
*
by M.K.