Wir Frauen, vielleicht auch ein paar Männer, sagen zur Intuition auch oft Bauchgefühl. Aus dem Bauchgefühl entscheiden. Aber ist das Bauchgefühl immer das richtige Gefühl? Wie ist das wenn der Bauch sagt „Nein“ und das Herz „Ja“ sagt? Wenn man seinem Bauchgefühl trauen kann wird man wahrscheinlich sagen: „ Nee, das ist nichts für mich.“ Wahrscheinlich weiß man irgendwie, wenn man es trotzdem macht, dass nichts Gutes dabei herauskommen kann. Man könnte enttäuscht werden. Aber ist es nicht so, dass Enttäuschungen zum Leben dazu gehören? Entscheidet man sich deswegen, weil man irgendwo in seinem Inneren weiß, dass man schon eine ähnliche Erfahrung gemacht hat, weil man seinem Bauchgefühl nicht geglaubt hat?

Ich, persönlich finde es schwierig, so was zu entscheiden. Oft sagt mir mein Bauchgefühl, hey Du, lass lieber die Finger davon. Aber wenn ich es nicht probiere, wie kann ich dann sagen ob es für mich richtig oder falsch wäre? Oft, denke ich steht uns unser „Bauchgefühl“ im Wege neue Erfahrungen zu machen. Erst auf Grund von Erfahrungen, denke ich können wir ein „Bauchgefühl“ entwickeln.

Und wie ist es, wenn wir unserem Bauchgefühl vertrauen und trotzdem eine schlechte Erfahrung machen. Reagiert dann unser „Bauchgefühl“ beim nächsten Mal anders? Und können wir dann unserem „Bauchgefühl“ trauen? Oder tappen wir wieder in dieselbe Falle, nur umgekehrt, weil wir uns nicht mehr trauen es zu riskieren, weil ja unser Bauchgefühl gesagt hat, wir sollten es lieber bleiben lassen. Es könnte sich ja vielleicht z.B. um einen anderen Menschen handeln der in derselben Situation anders reagiert, wie der Mensch mit dem wir die schlechte Erfahrung gemacht haben. Wenn wir dann das Risiko nicht eingehen können, es zu probieren, wie sollen wir dann erfahren wie es ausgeht?

In Wikipedia steht noch: Die Fähigkeit, Eigenschaften und Gefühle eines Menschen in Sekundenbruchteilen unbewusst oder bewusst komplex zu erfassen, basierend auf der instinkthaften Differenzierung von Freund und Feind in geschichtlicher Zeit. Heutzutage eine trainierbare Wahrnehmungsform, deren Problemfelder in der Differenzierung gegenüber Projektionen, Vorurteilen und in der Bewusstmachung, Formulierung liegen.

Die instinkthafte Differenzierung von Freund und Feind in geschichtlicher Zeit. Sollen wir auf Erfahrungen zurückgreifen, die wir selbst nicht gemacht haben? Ich verstehe das so, dass wir auf Grund von Erfahrungen, die andere Menschen gemacht haben unseren Instinkt bzw. unser Bauchgefühl entwickeln. Sicher spielen auch eigene Erfahrungen da mit ein. Aber wenn wir so reagieren, nehmen wir dann nicht einigen Menschen die Chance uns zu beweisen, dass sie anders sind wie erwartet?

Klar steht da auch, dass es eine trainierbare Wahrnehmungsform ist. Das heißt wir können es lernen. Aber sicher bin ich mir jetzt nicht mehr, ob es richtig ist immer auf sein Bauchgefühl zu hören.

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt... und sei es auch nur an Erfahrungen....

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