Mama“, man kann den PC zu mehr nutzen, als nur zur Arbeit und zum Solitärspielen“. Damit fing's an.

 

Ich wurde Mitglied einer Chat-Plattform für „reifere Jahrgänge“, ich sag das so, weil sich die Betreiber der Plattform nie einig wurden, ob ab 50 oder ab 40, oder ab wann auch immer. Ich war zu dem Zeitpunkt jedenfalls älter als 39.

 

Und ich war begeistert! Quasseln, Blödeln oder auch ernste Themen, stundenlang, bis spät in die Nacht und morgens, noch vor der Arbeit schnell den PC an und nachgesehen, ob man was verpasst hat.

 

Meine sonstigen Hobbys wurden sträflich vernachlässigt! Mindestens 3 Töpfe müsste ich den Betreibern in Rechnung stellen, weil mein Essen darin derart verkokelte, dass es nicht mehr zu retten war.

 

Aber: ich übersah die kleinen Anzeichen, die sich nach und nach einschlichen: die Enttäuschungen, die sich einstellten, wenn man z.B. nächtelang einen Vater tröstete, der angeblich sein Kind verloren hatte und es sich dann herausstellte, das war von ihm „ein Späßchen“,

 

ich übersah, dass das, was „vorne“ geschrieben wurde, längst nicht das war, was sich so über die Postfächer ausbreitete, ich übersah, dass es Leute gab, die aus purer Langeweile heraus einen gegen den anderen ausspielen wollten, ich nahm eben alles für bare Münze.

 

Wieso war die so blind? Darf man sicher fragen! Ganz einfach: ich lernte viele nette Leute kennen, da waren diese negativen „Ausrutscher“ leicht zu verschmerzen! Miesepeter gibt’s doch überall.

 

Aber je länger man sich auf einer Plattform aufhält, wohlgemerkt authentisch unter einem Profil, je mehr ergeben sich Reibungspunkte, Punkte, wo man mit seiner Meinung aneckt, leider auch bei den neu gefundenen Freunden.

 

Je mehr man schrieb, um so mehr Gegner schuf man sich, aber heißt es nicht:  viel Feind, viel Ehr!

 

Ich will aber nicht durch mehr Schreiben mehr Feinde, ich will meine Freunde nicht verlieren

 

 

 

 

 

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