Doch als meine Tochter gestern mit diesem niedlichen Wollknäuel vor meiner Tür stand, war es um mich geschehen. Wenn auch erst nach einigen Überlegungen. Vor einem Jahr musste unser Kater eingeschläfert werden. Weil ich nach einem Umzug keinen Garten habe, wollte ich einer Katze kein Wohnungsleben zumuten.
"Ist die süß, aber du musst verstehen, dass ich im Moment wirklich keine Katze möchte, " war meine erste Reaktion. Als meine Tochter fragte, ob das Kätzchen denn solange auf dem Sofa liegen dürfte, konnte ich natürlich nicht anders als zustimmen. Ein Katzenkloo und Futter hatte sie vorsichtshalber mitgebracht. Wie man sich vorstellen kann, habe ich das Tierchen nicht mehr aus den Augen gelassen, war aber fest entschlossen, mich nicht erweichen zu lassen.
Obwohl: Mein Nachbar hat in seiner Wohnung auch eine Katze, die sich anscheinend sehr wohl dort zu fühlen scheint... Nein, eine Katze braucht Auslauf. Aber vielleicht ist sie ja mit einem Kratzbaum zufrieden? Außerdem ist sie noch so klein, dass sie sich überall wohlfühlen könnte. Und was wäre, wenn ich - wie es öfter vorkommt - ein paar Tage unterwegs bin? Auch dafür würde es eine Lösung geben. Mein Nachbar und ich wechseln uns ganz einfach mit der Versorgung unserer Vierbeiner ab. Auf jedes weitere Wenn und Aber gab es eine passende Antwort.
Als meine Tochter die noch namenlose Katze wieder mitnehmen wollte, stand für mich längst fest, dass sie bei mir ein Zuhause finden würde. Wer hätte bei diesem Anblick schon widerstehen können?
Foto: eigenes
