In den Nachrichten verbreitet man die Kunde, dass es große finanzielle Löcher gibt. Als Grund werden Gesundheitsfond und die Agentur für Arbeit genannt.
Nanu? Agentur für Arbeit? Es ist doch erst ein paar Monate her, da sagte mir ein Herr eben dieser Agentur im Brustton der Überzeugung, dass die Agentur soooo viele Überschüsse habe, dass man auch „aussichtslosen Fällen“ eine Maßnahme angedeihen lassen könne.(Originalton!)
Die sah dann aus wie folgt. Die meist über 50jährigen Arbeitslosen werden zu einer Firma geschickt, die fitt für den Arbeitsmarkt machen soll. Dort lernt man den Umgang mit dem PC, da alle online die Stellenanzeigen studieren sollen. Man lernt, wie man eine Bewerbung schreibt, wie man sich beim möglichen, zukünftigen Arbeitgeber vorstellt. Ich lernte einen Herrn kennen, der acht Monate später seine ganz normale Altersrente bekommen würde. Die Arbeitgeber werden sich um ihn gerissen haben!
Diese Maßnahme ist nicht für Analphabeten gedacht, die es in Deutschland leider auch noch gibt, sondern für Menschen, die meist über 30 Jahre Berufserfahrung haben. In den Kursen lernt man ungeheuer viel! In einem großen Raum mit 25 Computern sind ca 40 Arbeitssuchende und ein Lehrer eingepfercht, der alle betreut.
„Setzen Sie sich zu jemandem, der schon mal mit einem PC gearbeitet hat.“
Nach dem Hinweis, dass ich täglich am PC arbeite und meine eigene Homepage habe, die ich selbst erstellte, wurde ich gefragt, was ich dann dort wolle. Nun, ich war schließlich dort hin bestellt worden! Wer dort nicht erscheint, bekommt augenblicklich von der Agentur für Arbeit einen Drohbrief. Wenn sie nicht…dann werden wir 30% Ihrer Bezüge..bla, bla..
Leider bekam ich gar keine Bezüge.
Das Gespräch mit einem Sachbearbeiter der Agentur, warum ich meine Maßnahme für überflüssig halte, nahm ein seltsames Ende. Ich erklärte, dass ich sehr wohl in der Lage sei, Bewerbungen zu schreiben und mit zukünftigen Arbeitgebern zu reden. Ich erklärte glaubhaft, die Maus des PC`s schon seit einiger Zeit nicht mehr mit Käse zu füttern. Mir fehle nur etwas gegen mein Rheuma, das mich zu völlig unpassenden Zeiten davon abhielte zu arbeiten, was mich für neue Arbeitgeber absolut uninteressant mache.
Diese Erkenntnis (und Erfahrung) wurde mir als „negative Lebenseinstellung“ angekreidet mit dem Rat, doch mal einen Psychiater aufzusuchen.
Prima! Diese Ärzte können was gegen Rheuma tun, was ein Rheumatologe nicht kann!!! Wusste ich noch gar nicht!
In unserem Natur- und Umweltschutzverein ist auch ein Psychiater Mitglied...der hat Rheuma! Warum lässt der sich nicht mal `n Termin bei sich geben??? Tz!
