Jahreszeiten
Wir kannten uns nur flüchtig.
Du sprachst nicht viel mit mir
und ich,
ich hatte meistens genug
mit anderen zu tun.
Doch als ich ging,
als ich nicht widerstehen konnte,
Deine Wangen zu streicheln,
denn Wangenküsse waren damals
noch gar nicht so in Mode,
da sagtest Du nur
"Hoppla".
Und da wussten wir,
dass dies kein Abschied war
für immer.
Und als ich wieder kam,
an jenem ersten Frühlingstag,
als wir uns zum ersten Mal
unten in dem Wäldchen trafen,
das später unseres werden sollte,
da gabst Du mir
am Bach den ersten Kuss.
Und dann ein Sommer,
in dem wir uns liebten,
über Wiesen liefen,
durch Wälder streiften,
den Zeiten flohen
und Träume lebten
wie im Flug.
Und dann fing auch
der Herbst schon an.
Stille Tage, Sehnsucht,
Spaziergänge,
gemessenen Ganges,
gedankenverloren,
Sturm trieb Träume himmelwärts,
Zeit zerbrach am Zufall,
Notlösungen -
Kompromisse -
Konzessionen
und erste Risse
nach dem ersten Frost.
Doch der Winter
hat nicht Ernst gemacht,
ihm fehlte lange
die tödliche Kälte -
und so steht -
auf dem Sprung
in den Frühling -
noch immer Dein Wort,
das aus jenem
"Abschied" einst
den schönsten Anfang machte.
Hoppla,
sollte es wieder Sommer werden?
Jahreszeiten
Jetzt ist es nicht mehr zu leugnen...der Schnee schmilzt. Nichts wie weg damit.
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