JazzIs!
Die Idee von JazzIs! ist angelehnt an das wunderbare Projekt „Rhapsody in school" der Kölner Agentin Sabine von Imhoff und des Konzertpianisten Lars Vogt. ( http://www.rhapsody-inschool.de/)

Der Grundgedanke ist, Schülern/Kindern die Jazzmusik ohne Berührungsängste nahezubringen, unter Umständen einen neuen Hörerkreis zu gewinnen.

Was verbindet Otto Normalverbraucher – somit auch der Jugendliche von heute – mit Jazz?

Krach, atonale Musik, unter Umständen Blasmusik – wg. Oldtime-Jazz – pp.

JazzIs! soll vielfältig sein, ohne Genre-Begrenzungen!

Etablierte Künstler aus dem Jazzbereich – teilweise bereits mit Lehraufträgen an diversen Universitäten, unterstützen dieses Programm.

Alle Beteiligten arbeiten auf non-profit-Basis – d.h., nur anfallende Unkosten werden – u.U. - wir hoffen es!!!!! – durch Sponsoren abgedeckt!

Das Projekt entsteht und lebt von der Unterstützung durch Künstler, Sponsoren und interessierte Pädagogen und Erzieher.

Grenzen bezüglich der Altersstrukturen sind meines Erachtens nicht zu ziehen.

Warum soll ein dreijähriges Kind im Kindergarten nicht die Bekanntschaft dieser Musik machen?

Derzeit sind – auch im Hinblick auf die PISA-Studie – Überlegungen zur vorschulischen und auch schulischen Reform in der Diskussion. Der Konsens abendländischer Musik besteht nicht nur aus Kirchen- , Volks- und Kunstliedern.

Auch der Jazz mit allen seine Facetten ist ein grundlegender Bestandteil unserer Musik.

Interessierte Pädagogen und Erzieher werden gebeten, unter

e-mail: j.hesebeck@cultevents.de

ihr Interesse bzw. Anregungen anzubringen. Wir sind froh über jeden Musiker, der sich diesem Projekt anschließen möchte!!!

Eine Homepage www.jazzis.de wird nach gutem Feedback entstehen!




Radio Flora Hannover Interview JazzIs! 25.01.2007

Moderatorin: Renate Scheiblich

Gast: Jörg Hesebeck, CULTEVENTS / JazzIs!

M: Wir kommen jetzt zu einer ganz anderen Musikrichtung. Jazz-Musik steht bei Kindern nicht unbedingt auf der Beliebtheitsskala. Um Kindern die Jazz-Musik dennoch näher zu bringen startet am Mittwoch, am 31. Januar, in der Grundschule Otze, in Burgdorf, das Projekt JazzIs. Es wird veranstaltet von Jörg Hesebeck. Er ist Konzertvermittler mit Schwerpunkt Jazz und er ist auch der Initiator des Projektes. Jetzt ist er zu Gast bei uns im Studio. Hallo Jörg!

G: Hallo

M: Jörg, es gibt sicherlich viele Musikrichtungen, die von Kindern eher selten gehört werden. Warum hast Du gerade die Jazzmusik für Dein Projekt ausgewählt?

G: Ja, da muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich bin vor gut einem Jahr durch einen Artikel im „SPIEGEL" auf das Projekt „RHAPSODY IN SCHOOL" gekommen. Hinter dem verbirgt sich, dass Klassik-Künstler, sehr prominente Klassik-Künstler in Schulen, in Grundschulen, Kindergärten gehen und ihre Musik versuchen den Kindern näher zu bringen. Da hatte ich mich beteiligt, das geht von Köln aus, die erste Veranstaltung in Norddeutschland war in Burgdorf, in Otze in der Grundschule und bei dieser Beteiligung kam mir die Idee - ich mache seit gut einem Jahr jetzt nebenberuflich eine Agentur mit dem Schwerpunkt Jazz – kam mir die Idee, warum machen wir das nicht mit Jazz? Ich habe das bei meinen Künstlern, zu denen ich so Kontakt habe, abgefragt und die waren alle Feuer und Flamme und das Ding ist irgendwie jetzt ins Rollen gekommen.

M: Was wird denn die Kinder, die dort an diesem Projekt teilnehmen, erwarten?

G: Ja, ich hab ja überhaupt noch keine Erfahrungen damit. Ich habe, wie gesagt, eine RHAPSODY-Veranstaltung mitgemacht, dass war mit Sharon Kam aus Hannover und Professor Markus Becker, die fantastisch war, da war ein Vertreter der Presse, der hatte wirklich Tränen in den Augen hinterher und .... wir lassen uns da einfach überraschen. Die Auftaktveranstaltung, das wird ein Schlagzeuglehrer aus Lehrte-Aligse sein, Gilles Marquis, ein Franzose, der macht das schon jahrelang, der hat eine Schlagzeugschule, der mir gesagt hat – er war auch sofort dabei – der mir gesagt hat: „ Du, ich hab das im Kindergarten schon gemacht, als meine Kinder noch in den Kindergarten gingen und das ist fantastisch. Die sitzen da und starren Dich nur an und finden das ganz toll!"

M: Jetzt hast Du hast das eben schon angesprochen, es sind auch Künstler dabei. Wer denn zum Beispiel?

G: Also ich habe bisher Zusagen – ich kann die jetzt nicht alle aufzählen – aber, wirklich, prominente Namen, um prominente Namen zu nennen, ich habe Torsten Zwingenberger aus Berlin dabei, ich habe Mikael Godee, das ist der Bandleader einer schwedischen Band, die spontan gesagt haben – die versuch ich gerade in Deutschland zu vermitteln – die gesagt haben, wir machen das in Schweden ständig und wir gehen auch umsonst in Schulen oder Kindergärten. Wenn wir in Deutschland auf Tournee sind kannst Du uns vermitteln, dann gehen wir am nächsten Morgen in die Schule. Ich finde ganz toll. Ich habe einen Percussionisten aus Kalifornien – Andrea Centazzo – der auch relativ prominent ist, der war in den 80ern ganz viel, hat mit Mangelsdorf und sonst wem gespielt, der hat mir vorgestern gemailt, wenn ich ihn jetzt vermittle mit seinem Trio, die Parallelität ist da, das er just gestern einen Termin hatte, er will so ein Projekt in Kalifornien aufziehen und – da freue ich mich drauf – der wird also in Schulen gehen und wird auch spielen.

M: Jetzt startet ja das Projekt in Burgdorf - geht es danach in andere Städte weiter?

G: Ja, das Konzept bei JazzIs ist meines Erachtens, dass, es fängt in Burgdorf an, es soll auch so sein, dass Künstler wirklich nur ortsnah, also wohnortnah oder schaffensortnah, in Schulen gehen, es sollen keine Reisekosten entstehen und so weiter. Ich vergleiche das so – es soll eine gutartige Krebszelle sein, die von Burgdorf ausgehend über ganz Deutschland sich ausbreitet. Die Ansätze sind da!

M: Welche Kinder sind denn da angesprochen? Sind das eher ältere Kinder oder sind das auch ganz kleine?

G: Wir sind da ganz offen. Also, wir müssen ja die Erfahrungen erst machen. Also, mir schwebt vor, dass wir im Kindergarten anfangen, wir gehen aber auch in gymnasiale Oberstufen, das ist überhaupt kein Thema. Ich habe das im eigenen Bekanntenkreis, bei Erwachsene, bei Kindern, bei Jugendlichen festgestellt – wenn man das Wort Jazz nur erwähnt, dann kriegen die schon krumme Fingernägel. Dann sagen die, geh mir bloß weg mit dem Mist! Aber Jazz ist so vielfältig – man muss es einfach verbreiten, es ist unterbewertet in Deutschland.

M: Das heißt, Du gehst davon aus, dass Du mit dem Projekt die Kinder auch erreichst?

G: Davon gehe ich eigentlich fest aus. Ich sehe aus auch nicht so schwarz, das muss ich dazu sagen, der Jazzmarkt – es ist unheimlich schwierig für Jazz Geld zu kriegen, auch für die Künstler. Die Künstler, selbst prominente Künstler schlagen sich mit Viertel-, Achtel-Dozentenstellen durch Deutschland, die leben da mehr oder minder schlecht und recht von. Ich habe vorgestern mit Gunter Hampel – der wirklich ein Urgestein der deutschen Jazz-Szene ist - telefoniert, und Gunter Hampel sieht es ganz schwarz. Der hat gesagt, in Deutschland bricht gerade ein ganzer Markt ein und er hat keine Lust mehr – aber er ist bei diesem Projekt dabei!

M: Wenn sich jetzt Kinder oder gegebenenfalls auch Eltern angesprochen fühlen, wo können die sich denn für die Teilnahme an diesem Projekt anmelden?

G: Ja, sie können mich telefonisch erreichen unter 05136/86363 oder aber per e-mail unter j.hesebeck@cultevents.de – es gibt auch eine Homepage von CULTEVENTS, das ist aber noch eine Baustelle. Es wird geben – die habe ich eigentlich schon soweit fertig – eine Homepage von JazzIs, das heißt, das Ding wird www.jazzis.de heißen und da wird's Informationen geben, zum Stand, wo sind Termine und so weiter und so fort.

M: Was kostet die Teilnahme?

G: Die Teilnahme kostet gar nichts. Das haben wir bei RHAPSODY IN SCHOOL auch festgestellt, da habe ich Schulen in und um Burgdorf, auch in Hannover abgefragt, da kamen kaum Rückmeldungen. Ich bin dann in Burgdorf über den Bürgermeister, über den Stadtdirektor gegangen , weil – in Deutschland, wenn etwas nichts kostet, ist man skeptisch, dann kann das nicht gut sein. Das heißt, die Künstler kriegen keinen Cent dafür, Das Einzige was läuft, ich bin im Moment dabei, bei der renommierten PwC-Stiftung, in Köln glaub ich sitzen die, die auch RHAPSODY IN SCHOLL eine Anschubfinanzierung gegeben haben, da hab ich einen Förderantrag gestellt, das einfach die Spesen, die Reisekosten ersetzt werden. Aber es wird kein Künstler, und auch ich als Agentur werde keinen Cent an diesem Ding verdienen!

M: Wie sieht das aus mit dem zeitlichen Ablauf, ist das irgendwie zeitlich begrenzt, das Projekt?

G: Derzeit kann man dazu gar nichts sagen. Also, ich muss abwarten, bei RHAPSODY war es wirklich so, dass, nachdem die Auftaktveranstaltung war und wir eine sehr gute Presse hatten, die Schulen auf mich einprasselten. Es ist nur leider so, dass Frau Kam damals dann gesagt hat: „OK, ich konzentriere mich auf Hannover!" und Frau von Imhoff, die das von Köln aus zentral eigentlich macht, auch neben ihrem Hauptberuf als Agentin für Klassikkünstler, gesagt hat: „Ok, ich hab jetzt soviel Schulen bei Ihnen in der Warteschlange, aber ich hab die Künstler nicht!" Aber das wird abgearbeitet. Also bei JazzIs schwebt es mir vor, dass wir zeitnah wirklich die Schulen dann auch beglücken. Ich sags einfach mal so!

M: Jörg Hesebeck, er ist Konzertvermittler mit dem Schwerpunkt Jazz, möchte mit dem Projekt JazzIs Kindern die Jazzmusik näher bringen. Jörg, ich bedanke mich dafür, dass Du heute bei uns gewesen bist!