Spätestens dann, wenn man mal wieder schmerzlich am eigenen Leib erfahren muss, dass Undank der Welten Lohn ist, wenn man mal wieder aller Illusionen beraubt, erkennt, dass der ganze Zeitaufwand, die ganze Arbeit, die man in ein Projekt gesteckt hat, für „die Katz“ war.

 

Ja schlimmer noch, anstatt sich in dem insgeheim erhofften Lob sonnen zu können, haut man dir nun harsche Kritik um die Ohren, nicht nur an deiner Arbeit, sondern sogar an deiner Person selbst, unterstellt dir was weiß ich was. Das frustriert.

 

Hättest du dir das nicht alles ersparen können? Wieso „hängst du dich auch immer aus dem Fenster“? Musst du immer Stellung beziehen? Mit irgendwas „die Welt verbessern wollen?“ Warum hälst du nicht einfach deine Klappe oder schwimmst wenigstens mit dem Strom? Das erspart dir Konfrontationen, Ärger und Kritik.

 

Niemals selbst aktiv werden, immer nur zustimmend nicken, ja dann bist du everybodys darling.

 

Oder du wirst zum Kritiker; auch eine bequeme Position: eigene Gedanken oder Taten sind da nicht von Nöten; du kannst an allem und jedem herumkriteln, je nach Lust und Laune und für alle dich als höchste allein seligmachende Instanz aufspielen, als die Gerechtigkeit und Neutralität unisono und in persona.

 

Viele Dinge im Leben müssen getan werden: man muss arbeiten, um Geld zu verdienen, man muss Verantwortung tragen, so viel Unangenehmes, Unbequemes, Ungeliebtes gibt es, wozu der Mensch eben gezwungen ist. Sollte er sich dann noch freiwillig Arbeit auferlegen? Sollte er gegen herrschende Meinungen, die er für ungerecht hält, ankämpfen? Sollte er sich ehrenamtlich engagieren?

 

Oder sollte er nicht lieber die Füße hochlegen, die Glotze anmachen und sich höchstens dann aufregen, wenn im Keller kein Bier mehr ist?