Es war Oktober 1975 und ich habe eine 2 wöchige Reise für 2 Personen nach Djerba/ Tunesien gewonnen.
Meine Schwester am 14 November Geburtstag hatte und sie sich immer beschwerte über das miese Wetter zu ihrem Festtag, sah ich es als tolle Idee , Myriam mitzunehmen.
Da ich in dieser Zeit grade ohne Engagement war, kam mir die Idee noch 2 Wochen mehr daran zu hängen, weil es dort noch toll warm war.
Mein Schwester freuite sich riesig , das sie ihren Geburtstag am Strand in der Sonne verleben konnte und so flogen wir von München Richtung Djerba.
Dort angekommen, karrte man uns in ein pasables Hotel, das mehr wie kleine versetzte Appatements aussahen und wir fanden nach Begehung es ganz gut.
Es dauerte nich 10 Minuten, da standen schon 2 Tunnis auf unserer Terrasse und offerierten sich auf dem silbernen Tablett.
Meine Schwester, sah mich an und ich sagte das wir kein Interesse hätten und sie sollten unsere Terrasse schnellstens verlassen. Es dauerte noch nicht einmal 1 Minute da stand der Nächste da, und wir verscheuchten ihn indem wir so taten als ob wir lesbisch wären.
Das war ein Fehler, denn jetzt dachten die Kerle sie müssten und bekehren,was natürlich sehr nervte.
Am Strand hatten wir keine Ruhe, im Speisesaal dachten die Kellner, sie müssten was tun, damit wir wissen was uns entgeht, wenn wir keinen Mann nehmen.
Wir waren Dankbar als wir am Strand nette Menschen trafen , ja, junge gut aussehende Männer die sich uns manierlich näherten und uns gleich erzählten das die Schwul seien.
Gott-sei- Dank sagte Myriam, endlich ein paar Männer die uns nicht auf den Keks gehen. Ab da verbrachten wir die Tage gemeinsam, aber die Tunis waren komischerweise auch hinter Wolfi und Richard her.
Durch unsere neuen Freunde lernten wir noch andere Schwulis kennen und es wurde ein schöner Urlaub.
Wir machten eine Segelfahrt die uns fast das Leben kostete, denn mitten im Mittelmeer brach ein Sturm aus, Wir unternahmen eine Kamelfahrt, Ritten am Strand und mein Pferd ging mit mir durch und wir machten noch eine Kameltour, wo Wolfi von seinem Kamel in schlimme Kakteen fiel.
Es war der 14 November und wir feierten Myriams 26 Geburtstag am Strand, als ein sehr netter Mann sich zu uns gesellte, der sehr gut deutsch sprach und uns erzählte das er aus Israel stammte.
Meine Schwester war Feuer und Flamme , erzählte ihm das ich 1968 im Kibbuz in Israel gearbeitet habe und er lud Myriam, unsere Freunde und mich zu einer Disco ein.
Myriam war begeistert, ich fand ihn auch gut und Wolfi , samt Richard sowieso.
Wir machten uns schniecke und stöckelten auf gefährlichen High Heels in die Disco, wo uns Rafael in Empfang nahm. Der Kellner kann, Rafael sagte etwas Arabisches zu ihm und er sah uns verwundert an, ging fort und brachte eine Flasche Champagner.
Rafael öffnete die Flasche, goss dem Geburtstagskind als erstes ein und als wir die Gläser voll hatten, prosteten wir uns zu.
Siehst du sagte Myriam zu mir, die Männer von unserem Volk sind netter und ich musste es ihr zugestehen. Zu Feier des Tages bestellte ich auch noch eine Flasche Champagner, wir tanzten ausgelassen und mittlerweile bestellte auch Wolfi und Richard je eine Pommery.
Irgendwann um 3 Uhr war dann Schluss und unser Rafael sagte er müsse dringend auf die Toilette. Wir warteten etwa eine halbe Stunde , aber kein Rafael war zu sehen. Der Kellner kam mit der Rechnung und wollte von uns 800.- Mark.
Ich sagte , waaas, 800.- Mark, für was, und wusste sofort das wir auf einen Schwindler hereingefallen waren. Ich zückte mein Scheckbuch und zahlte die halbe Zeche, wobei Wolfi und Richard die andere Hälfte zahlten.
Am nächsten Tag unternahmen wir eine Jogging tour am Strand und etwa 4 Km von unserem Hotel sahen wir Rafael. Als er uns erblickte, nahm er die Beine unter dem Arm und rannte was das Zeug hielt.
Wir unterhielten uns mir den Damen die er angebaggert hatte und sie waren dankbar für unsere Warnung, denn niemals im Leben hätten sie diese Summe aufbringen können.
Es war alles in allem doch ein schöner Urlaub und als wir auscheckten fragte mich draußen ein Mann warum wir überhaupt hier hingekommen sind, denn er wüsste , dass alle deutsche Frauen nach Tunesien kommen um einen Mann zu haben, denn in Deutschland gäbe es seit dem Krieg ja keine Männer mehr in Deutschland.
Wir mussten herzlich lachen und als wir in München Riem das Flugzeug verließen, küssten wir den Bayrischen Boden.
Lange bevor es der Papst tat.
Ps Foto zeigt mich auf der Terrasse in Djerba
