Kann denn heute keiner mehr zuhören ?
Autor und Quelle unbekannt
Kann denn heute keiner mehr zuhören ?
Warum fällt es vielen Menschen heute so schwer, anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken ? Und wie wird man selbst ein guter Zuhörer ?
Drei Spielregeln für gute Gespräche
Zeit lassen. Zum richtigen Zuhören gehören Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bestätigung, also Fernseher ausschalten, Telefon daneben legen. Den Gesprächspartner anschauen und sich auf das konzentrieren - was er sagt.
Eigene Gefühle zurücknehmen. Wirkliches Zuhören bedeutet, die Meinung eines anderen erst einmal gelten zu lassen, ohne Abwehr, Kritik oder Ungeduld zu äußern - und das auch dann, wenn es um Persönliches geht. Gelingt das nicht, Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Zuhören ist aktiv. Statt passiv, alles über sich ergehen zu lassen, sollte man lieber Fragen stellen ,um genaue Angaben bitten, oder sich nach Lebensumständen erkundigen und versuchen, sich in den anderen hineinzuversetzen.
Mit Freunden sprechen.
Bei freundschaftlichen Unterredungen ist es in Ordnung, wenn man abwechselnd das Wort ergreift.
Anekdoten erzählt, einander unterbricht.
Aber sobald der Satz fällt :"Hast du einen Moment Zeit für mich ?", sollten wir unsern Gesprächspartner ausreden lassen und unser eigenes Mitteilungsbedürfnis zügeln.
Übrigens: Auch übertriebenes Mitgefühl wir oft als störend empfunden.
Babys wollen Aufmerksamkeit.
Säuglinge verschaffen sich Gehör: Weinen, Schreien, Lachen - das sind deutliche Signale. Im Alter von zwei bis drei Monaten werden Babys sogar richtig gesellig. Sie bilden Laute, stellen Blickkontakt her.
Leider haben viele Erwachsene verlernt, auf diese Mitteilungen einzugehen. Doch schon Kleinkinder brauchen liebevolle Bestätigung, damit sie sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln können.
Lena Pohl knallt ihr Paket auf den Tisch. Tränen unterm Tannenbaum. "Jedes Jahr schenkst du mir so ein blödes Parfüm", schimpft die 31-jährige." Dabei hab ich dir immer wieder von dem niedlichen Ring erzählt, den ich mir so sehnlich wünsche. Doch du hast mir wieder mal überhaupt nicht zugehört" Fassungslosigkeit bei ihrem Mann Werner - vorbei ist mit der friedlichen Festtagsstimmung.
Szenenwechsel: Irene Busch (42) erzählt von ihren Bürosorgen. Plötzlich unterbricht sie ihr Mann und macht einen Lösungsvorschlag. Doch statt auf Georges Tipp einzugehen, explodiert Irene: "Kannst du mir nicht einmal richtig zuhören ?" Und schon fliegen die Fetzen...
Warum Männer nicht gut zuhören können...
Statistiken zeigen: 80 Prozent der Frauen beklagen sich darüber, dass Männer schlechte Zuhörer sind.
Und sie haben recht sagen Wissenschaftler. Denn Neurologen der Indiana University School im amerikanischen Bloomington haben per Magnetresonanztomographie (MRT) die Gehirne von jeweils zehn Frauen und Männer untersucht, denen man eine Audiokassette vorspielte. Das verblüffende Ergebnis:
Männer verfolgten die Erzählung nur mit einer Gehirnhälfte - mit der linken, die für Logik zuständig ist.
Anders jedoch Frauen: Sie aktivieren beim Zuhören beide Gehirnhälften, sind deshalb bei Gesprächen auch immer gefühlsmäßig stärker engagiert.
...und warum Frauen oft viel zu viel sagen
Doch was sagt das nun über ihre Qualitäten als Zuhörer aus ?
Sind Frauen die besseren Zuhörer ? Oder können Männer einfach mit einem Ohr lauschen, während sich die andere Hirnhälfte mit dem letzten Fußballspiel beschäftigt ? "
Nichts von alledem trifft zu," erklärt Forschungsleiter Joseph Lurito. " Die Ergebnisse belegen lediglich, dass Frauen im Gegensatz zu Männern zwei Gespräche gleichzeitig verfolgen können."
Und das haben wiederum Männer immer schon geahnt. Besser zuhören können Frauen deshalb noch lange nicht.
Aber:
Sie sind eher bereit anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken - und sich selbst dabei zurückzunehmen. Männern fällt es hingegen schwer, einem Gespräch zu folgen, ohne es aktiv zu steuern. "
Männer wollen ihre Frauen glücklich machen," erklärt Psychologin Claudia Enkelmann." Deshalb präsentieren sie sofort Lösungsvorschläge - Und das auch dann, wenn ihre Partnerin nur einfach etwas Dampf ablassen will."
Frauen sehnen sich jedoch nach Anteilnahme, wollen sich einfach nur Ihre Sorgen von der Seele reden.
Expertin Enkelmann nennt noch einen weiteren Grund für Kommunikationsprobleme: "Untersuchungen zeigen, daß Frauen täglich etwa 6ooo Worte verwenden, Männer jedoch nur 2000. Und das bedeutet: Wir überfordern die Herren der Schöpfung oftmals."
Ihr Tipp: Viele Dinge lassen sich mit der Freundin einfach besser besprechen. Trotzdem fordert auch die Psychologin. Wir müssen wieder lernen einander besser zuzuhören.
Wer nicht Zuhört, kann den andern leicht verletzen
"Es tut weh, nicht angehört zu werden, besondern von denen, die uns nahe stehen", sagt Professor Michael P.Nichols.
Der Professor für Psychologie hat sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt und darüber sogar ein Buch geschrieben.
Seine Beobachtung: Eine Beziehung in der jemand permanent das Gefühl hat, dass der Gesprächspartner nur halbherzig bei der Sache ist verläuft in drei Phasen - und das gilt übrigens für Paare genauso wie für Freundschaften oder das Verhältnis zu Vorgesetzten.
Die erste wird durch Wut und Ärger geprägt - aber durch einen offenen Meinungsaustausch lässt sich die Situation oft noch bereinigen.
Phase zwei ist durch Dauerfrust gekennzeichnet. Hier hilft meist nur noch ein reinigendes Gewitter.
Und in Phase drei - dem Endstadium - herrscht Resignation: Das Gegenüber verstummt - die Beziehung ist dem Tode geweiht. Wer also nie richtig zuhört wird einsam - und das auf allen Ebenen. Ganz besonders an den Festtagen wird wieder schmerzhaft deutlich, dass die meisten von uns wirklich verlernt haben, anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.
Familientherapeuten gehen davon aus, dass sich mehr als 70 Prozent aller Meinungsverschiedenheiten und Konflikte auf unsere Unfähigkeit zuzuhören zurückführen lassen. Denn nichts ist so verletzend wie das Gefühl, dass Menschen die wir mögen, kein offenes Ohr für die Dinge haben, die wir ihnen mitteilen wollen, uns ständig unterbrechen oder ungebetene Ratschläge erteilen.
Aber wir können lernen, andern nicht ins Wort zu fallen, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, uns auf sie zu konzentrieren und Verständnis aufzubauen."
Wenn wir sprechen, ohne zuzuhören, ist das so, als schnitte man ein Elektrokabel entzwei und stecke es trotzdem in die Steckdose in der Hoffnung, dass irgend wo ein Licht aufleuchtet."
Im Klartext: Wenn wir einander ins Wort fallen, um loszuwerden, was wir auf dem Herzen haben, noch bevor wir zur Kenntnis genommen haben, was der andere vorbrachte, löst dies ein Kurzschluss im gegenseitigen Verständnis aus
Das Doppel - Gewinn - Prinzip hilft Beiden
Natürlich verschwinden Konflikte nicht automatisch, nur weil jemand die Bereitschaft zeigt, den Standpunkt eines anderen zu respektieren.
Aber sie vertiefen sich fast immer, wenn man es nicht tut. Doch warum fällt Zuhören so schwer ?
Unser Wunsch nach Anerkennung ist so groß, dass wir, auch wenn wir zuhören, dies meist nicht mit Absicht tun, den anderen nicht zu verstehen, sondern zu antworten. Und das ist manchmal sehr anstrengend. Der Versuch lohnt sich dennoch:
Denn Zuhören nach dem "Wir-sind-beide-Gewinner-Prinzip" kann sogar angeknackste Beziehungen wieder beleben. Zuhören ist eine Kunst und kann wie jede Kunst geübt und verbessert werden.
Warum fällt es vielen Menschen heute so schwer, anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken ? Und wie wird man selbst ein guter Zuhörer ?
Drei Spielregeln für gute Gespräche
Zeit lassen. Zum richtigen Zuhören gehören Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bestätigung, also Fernseher ausschalten, Telefon daneben legen. Den Gesprächspartner anschauen und sich auf das konzentrieren - was er sagt.
Eigene Gefühle zurücknehmen. Wirkliches Zuhören bedeutet, die Meinung eines anderen erst einmal gelten zu lassen, ohne Abwehr, Kritik oder Ungeduld zu äußern - und das auch dann, wenn es um Persönliches geht. Gelingt das nicht, Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Zuhören ist aktiv. Statt passiv, alles über sich ergehen zu lassen, sollte man lieber Fragen stellen ,um genaue Angaben bitten, oder sich nach Lebensumständen erkundigen und versuchen, sich in den anderen hineinzuversetzen.
Mit Freunden sprechen.
Bei freundschaftlichen Unterredungen ist es in Ordnung, wenn man abwechselnd das Wort ergreift.
Anekdoten erzählt, einander unterbricht.
Aber sobald der Satz fällt :"Hast du einen Moment Zeit für mich ?", sollten wir unsern Gesprächspartner ausreden lassen und unser eigenes Mitteilungsbedürfnis zügeln.
Übrigens: Auch übertriebenes Mitgefühl wir oft als störend empfunden.
Babys wollen Aufmerksamkeit.
Säuglinge verschaffen sich Gehör: Weinen, Schreien, Lachen - das sind deutliche Signale. Im Alter von zwei bis drei Monaten werden Babys sogar richtig gesellig. Sie bilden Laute, stellen Blickkontakt her.
Leider haben viele Erwachsene verlernt, auf diese Mitteilungen einzugehen. Doch schon Kleinkinder brauchen liebevolle Bestätigung, damit sie sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln können.
Lena Pohl knallt ihr Paket auf den Tisch. Tränen unterm Tannenbaum. "Jedes Jahr schenkst du mir so ein blödes Parfüm", schimpft die 31-jährige." Dabei hab ich dir immer wieder von dem niedlichen Ring erzählt, den ich mir so sehnlich wünsche. Doch du hast mir wieder mal überhaupt nicht zugehört" Fassungslosigkeit bei ihrem Mann Werner - vorbei ist mit der friedlichen Festtagsstimmung.
Szenenwechsel: Irene Busch (42) erzählt von ihren Bürosorgen. Plötzlich unterbricht sie ihr Mann und macht einen Lösungsvorschlag. Doch statt auf Georges Tipp einzugehen, explodiert Irene: "Kannst du mir nicht einmal richtig zuhören ?" Und schon fliegen die Fetzen...
Warum Männer nicht gut zuhören können...
Statistiken zeigen: 80 Prozent der Frauen beklagen sich darüber, dass Männer schlechte Zuhörer sind.
Und sie haben recht sagen Wissenschaftler. Denn Neurologen der Indiana University School im amerikanischen Bloomington haben per Magnetresonanztomographie (MRT) die Gehirne von jeweils zehn Frauen und Männer untersucht, denen man eine Audiokassette vorspielte. Das verblüffende Ergebnis:
Männer verfolgten die Erzählung nur mit einer Gehirnhälfte - mit der linken, die für Logik zuständig ist.
Anders jedoch Frauen: Sie aktivieren beim Zuhören beide Gehirnhälften, sind deshalb bei Gesprächen auch immer gefühlsmäßig stärker engagiert.
...und warum Frauen oft viel zu viel sagen
Doch was sagt das nun über ihre Qualitäten als Zuhörer aus ?
Sind Frauen die besseren Zuhörer ? Oder können Männer einfach mit einem Ohr lauschen, während sich die andere Hirnhälfte mit dem letzten Fußballspiel beschäftigt ? "
Nichts von alledem trifft zu," erklärt Forschungsleiter Joseph Lurito. " Die Ergebnisse belegen lediglich, dass Frauen im Gegensatz zu Männern zwei Gespräche gleichzeitig verfolgen können."
Und das haben wiederum Männer immer schon geahnt. Besser zuhören können Frauen deshalb noch lange nicht.
Aber:
Sie sind eher bereit anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken - und sich selbst dabei zurückzunehmen. Männern fällt es hingegen schwer, einem Gespräch zu folgen, ohne es aktiv zu steuern. "
Männer wollen ihre Frauen glücklich machen," erklärt Psychologin Claudia Enkelmann." Deshalb präsentieren sie sofort Lösungsvorschläge - Und das auch dann, wenn ihre Partnerin nur einfach etwas Dampf ablassen will."
Frauen sehnen sich jedoch nach Anteilnahme, wollen sich einfach nur Ihre Sorgen von der Seele reden.
Expertin Enkelmann nennt noch einen weiteren Grund für Kommunikationsprobleme: "Untersuchungen zeigen, daß Frauen täglich etwa 6ooo Worte verwenden, Männer jedoch nur 2000. Und das bedeutet: Wir überfordern die Herren der Schöpfung oftmals."
Ihr Tipp: Viele Dinge lassen sich mit der Freundin einfach besser besprechen. Trotzdem fordert auch die Psychologin. Wir müssen wieder lernen einander besser zuzuhören.
Wer nicht Zuhört, kann den andern leicht verletzen
"Es tut weh, nicht angehört zu werden, besondern von denen, die uns nahe stehen", sagt Professor Michael P.Nichols.
Der Professor für Psychologie hat sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt und darüber sogar ein Buch geschrieben.
Seine Beobachtung: Eine Beziehung in der jemand permanent das Gefühl hat, dass der Gesprächspartner nur halbherzig bei der Sache ist verläuft in drei Phasen - und das gilt übrigens für Paare genauso wie für Freundschaften oder das Verhältnis zu Vorgesetzten.
Die erste wird durch Wut und Ärger geprägt - aber durch einen offenen Meinungsaustausch lässt sich die Situation oft noch bereinigen.
Phase zwei ist durch Dauerfrust gekennzeichnet. Hier hilft meist nur noch ein reinigendes Gewitter.
Und in Phase drei - dem Endstadium - herrscht Resignation: Das Gegenüber verstummt - die Beziehung ist dem Tode geweiht. Wer also nie richtig zuhört wird einsam - und das auf allen Ebenen. Ganz besonders an den Festtagen wird wieder schmerzhaft deutlich, dass die meisten von uns wirklich verlernt haben, anderen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.
Familientherapeuten gehen davon aus, dass sich mehr als 70 Prozent aller Meinungsverschiedenheiten und Konflikte auf unsere Unfähigkeit zuzuhören zurückführen lassen. Denn nichts ist so verletzend wie das Gefühl, dass Menschen die wir mögen, kein offenes Ohr für die Dinge haben, die wir ihnen mitteilen wollen, uns ständig unterbrechen oder ungebetene Ratschläge erteilen.
Aber wir können lernen, andern nicht ins Wort zu fallen, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, uns auf sie zu konzentrieren und Verständnis aufzubauen."
Wenn wir sprechen, ohne zuzuhören, ist das so, als schnitte man ein Elektrokabel entzwei und stecke es trotzdem in die Steckdose in der Hoffnung, dass irgend wo ein Licht aufleuchtet."
Im Klartext: Wenn wir einander ins Wort fallen, um loszuwerden, was wir auf dem Herzen haben, noch bevor wir zur Kenntnis genommen haben, was der andere vorbrachte, löst dies ein Kurzschluss im gegenseitigen Verständnis aus
Das Doppel - Gewinn - Prinzip hilft Beiden
Natürlich verschwinden Konflikte nicht automatisch, nur weil jemand die Bereitschaft zeigt, den Standpunkt eines anderen zu respektieren.
Aber sie vertiefen sich fast immer, wenn man es nicht tut. Doch warum fällt Zuhören so schwer ?
Unser Wunsch nach Anerkennung ist so groß, dass wir, auch wenn wir zuhören, dies meist nicht mit Absicht tun, den anderen nicht zu verstehen, sondern zu antworten. Und das ist manchmal sehr anstrengend. Der Versuch lohnt sich dennoch:
Denn Zuhören nach dem "Wir-sind-beide-Gewinner-Prinzip" kann sogar angeknackste Beziehungen wieder beleben. Zuhören ist eine Kunst und kann wie jede Kunst geübt und verbessert werden.
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