Kekse

Hinter dem Schilf
bauten die Enten ihr Versteck.

Das heisst natürlich nicht,
dass sie das schon ein
ganzes Entenleben
so gemacht haben...
und Generationen
weiter so treiben.
Denn: Vor wem sollten sie
sich verstecken?
Sie sind ja schliesslich
hier zu Hause.

Aber immer,
wenn wir kamen,
wenn wir ohne Ruderschlag
vorbeigeglitten sind
am Schilf,
von der sachten Strömung
wie vom Radar
an dem Inselchen
vorbeigezogen,
und wir ihnen
Brotreste zugeworfen haben,
sind sie der
Versuchung erlegen
und sind uns gefolgt.

Und noch intensiver
war der Kampf um Kekse.

Damit haben wir
natürlich zumeist
unseren ureigenen
Vorrat geopfert,
weil wir das Entenbrot
vergessen hatten.

Immer dann,
wenn das Entenfutter
zur Neige ging,
haben wir uns selbst
angeknabbert.
Das Geschnatter der Enten
wurde dann von einer
Aufgeregtheit,
dass die Menschen
weiter hinten am Ufer
eigentlich hätten
ahnen müssen,
weshalb das Boot
sich halt doch
im Schilf
und im Reiz des
Entdecktwerdens
verstrickte.

Und weisst Du noch,
wie wir uns erschraken,
als wir eines Tages aufwachten
und auf die Ente starrten,
die, während wir uns
in den Armen lagen und träumten,
ins Boot geflogen war
und seelenruhig
den letzten Rest
der Kekse fraß?

Sie hatte uns kurzerhand
als ungefährliche
Schilfureinwohner
akzeptiert.
Der Kekse wegen.