Kennt ihr das auch ?
Vom Umgang mit Ämtern, Behörden und ähnlichen InstitutionenMan kommt mit einem Anliegen an eine Rezeption, Tresen, Schreibtisch oder versucht es telefonisch - wie auch immer die Anlaufstelle geartet ist – man trägt sein Begehren vor und wird erst einmal mit platten Antworten beglückt, untermalt von fadenscheiniger Kompetenz und Arroganz. Aber die meist gehörte Antwort ist: DAFÜR KANN ICH DOCH NICHTS. (Das wollte man gar nicht wissen, sondern sein Anliegen geklärt haben.)
Man hinterfragt also weiter und möchte eine Antwort auf das wirkliche Problem und erhält einen Vortrag über bestehende Gesetze oder den Hinweis auf Vorgesetzte, die Entscheidungsträger sind.
Man sagt, dass löse jetzt nicht das aktuelle Problem, bleibt relativ ruhig und gelassen bei dieser Antwort, und man fragt weiter, was könne man tun um Abhilfe zu schaffen. Ihr Gegenüber antwortet nun schon etwas zugänglicher. Merkt wohl auch, dass hier kein „schlíchtes Gemüt“ (mit dem man es gewöhnlich machen kann) vor Ihm steht und erläutert die bestehenden Vorgaben und Entscheidungen etwas freundlicher.
Man gibt nicht auf und bringt nun seinerseits die Sache auf den Punkt. Das ist spätestens der Moment, wenn man dann an irgendwelchen Schaltern steht, wo die ersten Köpfe der Umstehenden sich mit Interesse umdrehen werden.
Wiederum verbessert sich die Zugänglichkeit des Gesprächspartners um eine Nuance - nicht ohne in den Gesichtern der Anwesenden Beifall oder Ablehnung ablesen zu wollen. Entsprechend der eingeschätzten Lage wird die nächste Antwort ausfallen. Die dann oft lautet: Das darf ich nicht entscheiden. (Aha, habe ich ja gar nicht erwartet, nur Kompetenz und qualifizierte Antworten und ein Gegenüber das entscheiden darf)
Man kommt also nicht weiter und verlangt nach dem Vorgesetzten. Das hätte bei Problemerkennung schon vor 15 Minuten stattfinden können. Jetzt erst wird einem tatsächliche Aufmerksamkeit und auch im günstigsten Falle das Bestreben nach Konfliktlösung zuteil. Der neue Gesprächspartner „besinnt“ sich auf „Ausnahmeregelungen, eingeräumte Möglichkeiten, Ermessensspielräume usw.
Wer also nicht gestanden und dazu rhetorisch etwas geschickt sein Anliegen vertritt, hat schon verloren. Etwa ein altes Mütterchen, dass im Umgang mit irgendwelchen bürokratischen Vorgaben und den folgenden Auseinandersetzungen unerfahren ist, ist ganz klar im Nachteil und muss sich dieser „Ellenbogengesellschaft“ innerhalb diverser Institutionen beugen, die dann allzuoft mit dem bewussten Vorsatz, auf dem Rücken des Bürgers, horrende Profite bzw. Einsparungen verbuchen kann.
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