Kinder sind unsere Zukunft. Sie werden mal unsere späteren Champions und Super-Models. Kann auch sein, dass sie Steuereintreiber oder sowas in der Art werden. In ihren kleinen Händen liegt unsere Welt. Aber in welchen Händen befinden sie sich selbst?

Natürlich in denen von Wesen mit Engelsgeduld, Sanftmut und Verständnis und voll inniger Liebe. In den Händen ihrer Mütter natürlich.Diese nie endende Beziehung beginnt mit der Geburt, welche (die meisten) Mütter doch als beglückend beschreiben. Aber auch als qualvoll und schmerzvoller als Verbrennen mit heißem Kaffee. Trotzdem als etwas Einmaliges und Tolles, das man nur schwer in Worte fassen kann.

Mütter können überschäumen vor Glücksgefühlen. Zugegebenermaßen kann das erste Babygeschrei um drei Uhr morgens auch mehr als nur ein Gefühl wecken... Bekanntlich ist das Stillen auch nicht gerade ein Spaziergang. Und hat man als Frau erst mal ein Kind, kann man nicht mehr weglaufen. Sich auch nicht verstecken. Zwanzig Jahre mindestens steht man dauernd unter Strom.

Das bedeutet: Keine langen Wannenbäder mehr, kein Fernsehen ohne Hindernisse, kaum noch Chancen auf wirklich ungestörte zärtliche Momente. Ich habe es als Mutter von vier Kindern oft genug erlebt: Man kann kaum noch die Füße hochlegen, ohne dass irgendwo ein Kind plärrt oder ein kleiner Wirbelwind ein kostbares Erbstück in Stücke schlägt...

Das Trippeln dieser unglaublich süßen kleinen Füße bedeutet nicht immer Gutes. Und so sind Mütter oft schon am Montag ziemlich ausgelaugt. Und die Dienstage, Mittwoche, Donnerstage und Freitage sind fast noch schlimmer. Was ist mit den Wochenenden? Frag lieber nicht.

Manchmal scheint das Vokabular einer Mutter auf "Oh, mein Gott!" beschränkt zu sein. Oder auch auf "Komm sofort da runter!" Jeden Tag gibt es zig Gelegenheiten, ihre Kleinen vor irgendeiner Gefahr zu retten. Ganz zu schweigen vom täglichen Einkaufs-Marathon mit dem Nachwuchs im Schlepptau. Es beginnt mit "Mama, kann ich ein Eis haben, bitte, bitte?" Es folgt ein "Ich will ein Eis!" Damit nicht genug. Am Ende tönt es lautstark: "Ein Eis! Ein Eis! Ein Eis! Ein Eis.... Ist es ein Wunder, dass man ewig Kopfschmerzen hat?

Das Essen ist fertig. Ich rufe:"Kinder, das Essen ist fertig. Kommt ihr?" 50 Minuten später hörte sich meine Bitte so an:"Jetzt ist es aber genug. Kommt jetzt endlich essen, verdammt noch mal!" Weiter geht's aus Kinderkehlen: "Ich mag keinen Brokkoli. Igitt ... Ich will Pommes, Pommes!"

Wenn sie dann endlich im Bett liegen und man sich auf einen netten Abend mit dem Papa der Kleinen freut, ertönt auch schon der erste Schrei. Eins hat schlecht geträumt (und weckt die anderen) und wird von einem Monster gejagt, das riesengroße Zähne hat...

Werden aus kleinen Kindern große, geht es weiter. "Oooh, Mama (keuch, keuch), mir geht es so schlecht. Ich bin zu krank, um die Mathearbeit zu schreiben, ehrlich..." Ein Kind beim Erwachsenwerden zu begleiten, ist nicht einfach, besonders wenn es um Piercings, Partys oder darum geht, dass sie sich nach einem heimlichen Rendezvous wieder ins Haus zu schleichen versuchen...

Wenn so manches davon auch ziemlich stressig klingt, dann, weil es das wirklich ist. Es gibt Mütter, die völlig durchdrehen, bis ihre Kinder ihr Stduium beginnen, wer hat kein Verständnis dafür? Mit etwas Glück kann man als Mutter erleben, dass die Kinder ihren Platz im Leben finden, und das ist doch der schönste "Lohn".

Und früher oder später finden sie auch jemandem zum richtigen Liebhaben. Spätestens dann weiß eine Mutter, dass sie Abschied nehmen muss. Das Kind ist erwachsen und will auf eigenen Füßen stehen. Wenn der letzte Sprössling ausgezogen ist, wird man sich nur schwer an die Leere und Stille im Haus gewöhnen. Alles, was eine Mutter hofft, ist, dass ihre Kinder glücklich werden.