Ich zitiere hier teilweise aus meinem Bach-Seminar und freue mich auch, wenn eine weitere Diskussion im Forum statt findet --> http://www.platinnetz.de/forum-thema/125211/

Fast in jeder Familie sind Eltern wie Kinder damit beschäftigt, sich ihre eigenen Gefängnisse zu bauen, weil sie von falschen Beweggründen angetrieben und in unrichtigen Vorstellungen der Eltern-Kind-Beziehung gefangen sind.
Solche Gefängnisse nehmen die Freiheit, verkrampfen das Leben, behindern die naturgemäße Entwicklung und bringen allen Betroffenen Unglück.

Die mentalen, nervösen und sogar körperlichen Störungen, die daraus entstehen, bilden einen sehr großen Teil der Krankheiten unserer Zeit .. und zwar sowohl bei den Kindern wie auch bei Eltern, Erziehern und natürlich Lehrern - wobei Pflegeberechtigte dazu zählen.

>> Die Aufgabe der Elternschaft,
die als ein göttliches Privileg betrachtet werden sollte,
ist es in erster Linie,
einer Seele die Möglichkeit zu geben,
im Interesse ihrer Weiterentwicklung in diese Welt einzutreten. <<

Okay, dazu ist es natürlich erforderlich, anzuerkennen, dass es nicht nur den Körper sondern auch eine Seele gibt bzw. überhaupt diesen gezeugten Menschen als "Auftrag" anzuerkennen.

>> Wenn man es richtig sieht und versteht, gibt es vermutlich kein großartigeres Vorrecht für den Menschen, bei der körperlichen Geburt einer Seele zu helfen und mit der Pflege der jungen Persönlichkeit während der ersten Jahre ihres Erdendaseins betraut zu sein.
Die Elternschaft ist eine Aufgabe, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, und dabei geht es im Wesentlichen darum, dass eine Zeitlang Geleit und Schutz gewährt wird. Danach hat diese Funktion zurückzutreten, und die Eltern sollen das Ziel ihrer Aufmerksamkeit, ihr Kind, freigeben, damit es allein weitergehen kann.

Es sei daran erinnert, dass das Kind, dessen Schutz uns vorübergehend anvertraut ist, eine viel ältere und reifere Seele sein kann als wir selbst, dass es uns geistig längst über den Kopf gewachsen sein mag, und so sollten sich Kontrolle und Schutz auf die Bedürfnisse der jungen Persönlichkeit beschränken. <<

Für mich persönlich bedeutet dies aber auch, dass wir in keiner Weise die Verantwortung haben, das Kind vor allem um jedem zu bewahren, zu beschützen. Wir sollten immer daran denken, dass es nur unsere Aufgabe ist, Vermittler zu sein, der den jungen Menschen Geleit und Gelegenheit gibt, die Dinge der Welt und des Lebens zu erlernen .. und Jeder soll auf seine eigene Weise Wissen aufnehmen und instinktiv auswählen können, was für den Erfolg seines Lebens notwendig ist.

Und jetzt folgt einer der wesentlichen Sätze:
>> Eltern sollten sich besonders vor dem Verlangen hüten, die junge Persönlichkeit nach ihren eigenen Vorstellungen oder Wünschen zu formen, und sich jeder unangebrachten Bevormundung oder Forderung von Gefälligkeiten als Gegenleistung für ihre natürliche Pflicht <<

Ich meine, dieser Satz gilt nicht nur im Zusammenhang mit Kindern sondern für jeden Bereich des Lebens.

Überall dort, wo wir von anderen etwas ERWARTEN -egal ob es sich um eine Reaktion oder um eine Handlung dreht- stellen wir uns gegen die Gesetzmäßigkeiten, denen wir unterworfen sind - und die es anzuerkennen gilt. Also sollten wir keine Erwartungshaltung ein nehmen .. somit brauchen wir uns auch nicht zu ärgern, wenn andere dann unerwartet reagieren.

Das Wesentliche dabei aber ist, dass wir auf diese Art auch vermeiden können, Schuld bei uns selbst zu suchen ..

Ganz klare Meinung von mir ist, dass es vor allem gilt zu erkennen, dass jeder von uns hier ist, um sich auf seine eigene Weise frei zu entwickeln, allein nach den Geboten seiner Seele, um seine Individualität zu entfalten und frei und ungehindert zu wirken und nur dann, wenn wir uns als Teil der großen Einheit sehen, können wir uns auch frei fühlen.

>> Der göttliche Dienst der Elternschaft sollte so hoch - vielleicht noch höher - geachtet werden wie jede andere große Pflicht, zu der wir gerufen sind. Da dieser Dienst Opfer verlangt, sollten wir immer daran denken, dass nichts, was auch immer es sein möge, vom Kinde zurück erwartet werden darf.
Es geht alleine darum, zu geben und nur zu geben: sanfte Liebe, Schutz und Geleit, bis die Seele die junge Persönlichkeit selbst lenken kann. Unabhängigkeit, Individualität und Freiheit sollten von Anfang an vermittelt werden, und man sollte das Kind anregen, so früh wie möglich damit zu beginnen, selbst zu denken und zu handeln <<

Nun wird oft behauptet, dass es ein Unterschied sei, ob man von der Liebe zu einem Kind spricht oder der Liebe zu einem Partner, zu Mitmenschen, zur Natur usw.
dazu möchte ich eindeutig sagen: wirkliche LIEBE geht niemals einher mit ERWARTUNG - deshalb kann die wahre Liebe auch niemals weh tun, beleidigend sein oder Schaden zufügen.

In diesem Sinne - einen schönen Sonntag und alles Liebe
Christa ~~~

P.S.
Bewertungen hier stellen für mich keinen WERT da,
den gibt sich damit jeder selbst ;)