Kindheitstrauma
KINDHEITSTRAUMAKindlicher Hilferuf: "Tante
sie haben mir weh getan!"
"Du bist verdorben"
ein schlechtes Mädchen.
Geh in die Ecke ,
zur Strafe kniest Du
auf dem Bohnerbesen.
Du bist böse."
"Aber sie haben mir
doch so weh getan
die Jungs vom Spielplatz."
.........
Hilfslos - allein - ohne Trost
Weit weg von den Eltern
ohne die Geschwister.
für zwei Jahre
Hoffnungslose Tränen
Kein Erbarmen
ich war böse
hab das mit
mir machen lassen
mit 5 Jahren
Ich bin böse
jetzt, mit 53 - unfähig
zur normalen Partnerschaft
(Poesia51)
Soweit es mir im Gedächtnis geblieben ist:
Ich kann mich an eine Bahnfahrt erinnern mit meiner Oma, die Fahrt nach
Wien. Nach Aussagen meiner Mutter heute, war sie schwerkrank und konnte
mich nicht mehr betreuen, es gab doch E., die ist drei Jahre älter war und
es gab W., der erst zwei Jahre alt war. UND ich war ebenfalls krank, Mandelsteine mit einer gehörigen Mandelentzündung.
DAS war der Grund, warum meine Oma mich mit nahm - so sagt man. Durch meine Geburt in Wien war ich meiner Oma eh mehr vertraut als meine Geschwister, denke ich mir.
Also während dieser Bahnfahrt, die ich mit reichlich Tränn verbrachte,l egte meine Oma mich auf den Sitz, den man früher schön ausklappen konnte.
Dann habe ich eine Lücke im Gedächtnis.
Das nächste, woran ich mich erinnern konnte, war die Heimfahrt vom Krankenhaus nach der Mandeloperation - ich im Kindersportwagen und das mit vier Jahren. Ich schämte mich entsetzlich und der Hals tat mir unendlich weh. Ich bekam Heißhunger auf Paradeiser - unerklärlicher weise, das sind in Deutschland Tomaten. Doch die bekam ich logischerweise nicht.
Stattdessen wurde ich mit Bananen gefüttert, bis zum Abwinken, weil man damals glaubte, Bananen hätten keine Obstsäure. Heute weiss man es besser. Und der Hals tat noch mehr weh.
Geplagt von Heimweih und Schmerzen - ohne meine Familie - lag ich da in einer kleinen Hinterhofwohnung in Wien. Zwei Zimmer und die Toilette draussen auf dem Hof. Ein Schlafzimmer, alte gediegene, schwere Möbel, die schon bessere Zeiten gesehn haben. Eine grosse Kommode stand dort, auf der Weihnachten ein zwar kleiner aber reichlich mit Süßigkeiten geschmückter Weihnachtsbaum stand.
Die sogenannte Wohnküche war der zweite Raum: ein Tisch, zwei Stühle und
ein Hocker (zwei weitere standen im Schlafzimmer). Es wurde dort
gekocht, sich gewaschen und gegessen. Das Leben im Sommer spielte sich auf dem Hof ab. Ich kann mich noch sehr gut an einen grossen Waschbottich
erinnern, der mitten am Hof aufgestellt wurde. Meine Oma, leicht kugelig
mollig stand dort und wusche die Wäsche. Sie hatte immer einen Kittelschürze an, manchmal sogar eine alte über eine neue Schürze, damit die neue Schürze nicht schmutzig wurde. Mein Oma wurde zu meinem ein und alles. Stets hatte sie ein Lächeln auf den Lippen oder manchmal eine Zigarette (mit Spitze) dazwischen.
Sie tat alles, um mir das Heimweh zu erleichtern.
Der Hof wurde geschlossen durch ein grossen halbrundes Tor. Im hinteren Bereich war eine Kohlenhandlung. Wir, mein Cousin der oft da war und Heinz und ich spielten dort oft verstecken.
Manchmal neckten wir die Frau ,die sie Poldi nannten. Eine Frau undefinierbarem Alters, die immer rauchte, fast zahnlos und lachte oftmals breit vor sich hin. Sie hatte es nicht verdient, dass wir sie so neckten.
Während des ganzen Sommers trug ich, wie die anderen Kinder, auch aus
Sparsamkeitsgründen die berühmte schwarze Turnhose und lief barfuß.
An manchen Tagen fuhren wir zu meiner Tante und meinem Cousin, die wohnten
nahe am Wiener Prater in einem Siedlungshaus. Dieses Haus war wie
ein Quadrat, fünfstöckig und hatte im Inneren einen grossen Hof - mit
Sandkasten und Spielplatz. Dort konnten wir spielen, laufen und verstecken.
Aber leider wohnte dort auch ein Junge, der mit Nachnamen Teufel hieß.
Mich verbinden trotzdem viele schöne Erinnerungen an die Zeit in Wien. Nur eine Erinnerung, da sollte ich lange drunter leider. Diese fünfzehnjährigen pubertierenden Jungens spielten mit mir, anders als ich es gewohnt war und es tat weh. Sie steckten ein Röhrchen oder Strohhalm - ich weiss es nicht mehr genau - in meine Scheide und bliesen Dreck rein - nachdem sie mich befingert hatten.
Mir ist es leider entfallen, WIE ich es meiner Tante erzählte. Eines weiss ich allerdings genau: Ihre Worte "Du bist ein verdorbenes Mensch" und sie schimpfte mit mir. "Ist das der Dank dafür, dss wir Dich aufgenommen haben?". Als Strafe mußte ich auf einer umgedrehten Bohnerbürste knien, das ta sooo weh.
Schlimmer waren jedoch die Beschimpfungen. Diese, das weiss ich heute, waren auch nur aus Angst, was meine Eltern sagen würden, wenn sie es erfahren. Sie hatten mich doch in die Obhut meiner Verwandten nach Wien gegeben.
Heute, selber Mutter und sogar schon Oma, empfinde ich immer noch ein wundes Gefühl in mir, wenn ich an das kleine verletzte Menschlein denke. Verletzt körperlich, aber auch seelisch, es verstand die Welt nicht mehr.
Unter Drohungen es weiter zu erzählen verbrachte ich eine ganze Weile auf dieser Bürste. Bis endlich meine Omi kam, die mich abholen wollte. Meine Tante erzählte ihr, wie schrecklich verdorben ich wäre und was passiert ist. Entsetzt packte meijne Oma mich und brachte mich ins Krankenhaus - die Erinnerungen daran möchte ich nicht wiedergeben - sie sind zu schmerzhaft.
Die Monate danach sind mir ebenfalls nicht mehr in Erinnerung.
Doch, eine Erinnerung kommt noch in mir hoch, die mich ebenfalls lange Jahre begleitete. Ich bekam, genau wie mein Cousin ein Kaninchen geschenkt - einen belgischen Riesen. Diesem kleinen Tier konnte ich alles anvertrauen, ihn nahm ich manchmal mit ins Bett, heimlich. Ich brachte das Häslein dazu auf ein Kartonklo zu machen, der in der Küche unterm Tisch stand. Er verstand mich, meine Tränen der Sehnsucht nach meinen Eltern, nach unserem Hund und meinen Geschwistern. Er teilte mit mir auch meinen Schmerz über diese grobe Verletzung. Er war mein ein und alles.
So gingen die Monate dahin. Ja, stimmt ich ging mit einem Umzug mit, ein rosa Kleidchen, den kleinen Heinz an der Hand und durfte Blumen streuen, eine Schleife im sauber gescheitelten Haar. Das gehört zu den schönen Erinnerungen, genau wie mein damaliges Verlangen Balett zu lernen. Meine Oma bot meiner Mutter an, mich ganz in Wien zu behalten und Balettunterricht geben zu lassen. Doch meine Eltern wollten es nicht und schreiben, dass sie mich nach Weihnachten abholen wollten.
Den festlichen, kleinen, voll mit Süßigkeiten überladenen Weihnachtsbaum hatte ich schon erwähnt. Er stand auf dieser wunderschönen Kommode. Unter dem Baum standen die Geschenke: eine Puppenstube für mich, eingerichtet mit kleinen zierlichen Möbeln und einem funktionstüchtigen winzigen Wasserhahn, dessen Behälter von der Rückseite her gefüllt werden konnte. Für meine Schwester E. stand dort ein Handarbeitskoffer, aufklappbar wie die Nähkästchen, mit hellem rosa-farbenen Stoff bezogen. Was mein Bruder W. bekam, weiss ich nicht mehr so genau.
Ich habe mich so gefreut auf meine Familie und trotzdem kann ich mich nicht mehr an das Wiedersehn erinnern. Nur noch die letzte schnerzhafte Erinnerung an die Zeit in Wien ist geblieben: der Braten auf dem festlich gedeckten Tisch für alle ......... doch mein Freund, dem ich alles anvertraut hatte, war weg. Der Schock kam, als mir bewußt wurde, dass er als Braten auf dem Tisch stand.
Es brauchte fast 30 Jahre, um das erlebte zu überwinden - bis dahin war ich nicht in der Lage Kaninchenfleisch zu essen.
Die Freude auf mein Zuhause in Deutschland war gross, die Heimfahrt in einem alten Loyd spannend. Und ich würde unseren Hund wiedersehn. Auch dort wurde mir die Enttäuschung nicht erspart: unser Hund war alt geworden, war ein Wachhund und erkannte mich nicht wieder, er knurrte mich an. Mich, die sich so lange auf ihn gefreut hatte. Das war aber nicht das einzige - meine Geschwister waren mir fremd geworden und die Kinder in unserer Strasse verspotteten mich - mich die mit dem fremden komischen Akzent. Ich sprach ein einwandfreies Wienerisch. Dies hatte später zur Folge, dass ich es ablehnte irgendeinen Akzent zur sprechen, ich habe niemals kölsch sprechen gelernt. Ich fühlte mich als Außenseiter, an dem Ort, wo ich vorher zuhause war.
Es reichte noch nicht, jeder zweite Satz daheim war: Du bist genau wie Tante Anni. Das verletzte sehr, ich verstand das nicht. War es negativ so zu sein? Ich beobachtete alles was Tante Anni betraf, merkte mir jede Äußerung über sie - ja es war durchaus nicht positiv. Ich wollte doch so sein, wie der Rest meiner Familie.
Es war eine fremde Welt, in die ich zurückkehrte, mit 5 1/2 Jahren.
(Poesia51)
Weit weg von den Eltern
ohne die Geschwister.
für zwei Jahre
Hoffnungslose Tränen
Kein Erbarmen
ich war böse
hab das mit
mir machen lassen
mit 5 Jahren
Ich bin böse
jetzt, mit 53 - unfähig
zur normalen Partnerschaft
(Poesia51)
Soweit es mir im Gedächtnis geblieben ist:
Ich kann mich an eine Bahnfahrt erinnern mit meiner Oma, die Fahrt nach
Wien. Nach Aussagen meiner Mutter heute, war sie schwerkrank und konnte
mich nicht mehr betreuen, es gab doch E., die ist drei Jahre älter war und
es gab W., der erst zwei Jahre alt war. UND ich war ebenfalls krank, Mandelsteine mit einer gehörigen Mandelentzündung.
DAS war der Grund, warum meine Oma mich mit nahm - so sagt man. Durch meine Geburt in Wien war ich meiner Oma eh mehr vertraut als meine Geschwister, denke ich mir.
Also während dieser Bahnfahrt, die ich mit reichlich Tränn verbrachte,l egte meine Oma mich auf den Sitz, den man früher schön ausklappen konnte.
Dann habe ich eine Lücke im Gedächtnis.
Das nächste, woran ich mich erinnern konnte, war die Heimfahrt vom Krankenhaus nach der Mandeloperation - ich im Kindersportwagen und das mit vier Jahren. Ich schämte mich entsetzlich und der Hals tat mir unendlich weh. Ich bekam Heißhunger auf Paradeiser - unerklärlicher weise, das sind in Deutschland Tomaten. Doch die bekam ich logischerweise nicht.
Stattdessen wurde ich mit Bananen gefüttert, bis zum Abwinken, weil man damals glaubte, Bananen hätten keine Obstsäure. Heute weiss man es besser. Und der Hals tat noch mehr weh.
Geplagt von Heimweih und Schmerzen - ohne meine Familie - lag ich da in einer kleinen Hinterhofwohnung in Wien. Zwei Zimmer und die Toilette draussen auf dem Hof. Ein Schlafzimmer, alte gediegene, schwere Möbel, die schon bessere Zeiten gesehn haben. Eine grosse Kommode stand dort, auf der Weihnachten ein zwar kleiner aber reichlich mit Süßigkeiten geschmückter Weihnachtsbaum stand.
Die sogenannte Wohnküche war der zweite Raum: ein Tisch, zwei Stühle und
ein Hocker (zwei weitere standen im Schlafzimmer). Es wurde dort
gekocht, sich gewaschen und gegessen. Das Leben im Sommer spielte sich auf dem Hof ab. Ich kann mich noch sehr gut an einen grossen Waschbottich
erinnern, der mitten am Hof aufgestellt wurde. Meine Oma, leicht kugelig
mollig stand dort und wusche die Wäsche. Sie hatte immer einen Kittelschürze an, manchmal sogar eine alte über eine neue Schürze, damit die neue Schürze nicht schmutzig wurde. Mein Oma wurde zu meinem ein und alles. Stets hatte sie ein Lächeln auf den Lippen oder manchmal eine Zigarette (mit Spitze) dazwischen.
Sie tat alles, um mir das Heimweh zu erleichtern.
Der Hof wurde geschlossen durch ein grossen halbrundes Tor. Im hinteren Bereich war eine Kohlenhandlung. Wir, mein Cousin der oft da war und Heinz und ich spielten dort oft verstecken.
Manchmal neckten wir die Frau ,die sie Poldi nannten. Eine Frau undefinierbarem Alters, die immer rauchte, fast zahnlos und lachte oftmals breit vor sich hin. Sie hatte es nicht verdient, dass wir sie so neckten.
Während des ganzen Sommers trug ich, wie die anderen Kinder, auch aus
Sparsamkeitsgründen die berühmte schwarze Turnhose und lief barfuß.
An manchen Tagen fuhren wir zu meiner Tante und meinem Cousin, die wohnten
nahe am Wiener Prater in einem Siedlungshaus. Dieses Haus war wie
ein Quadrat, fünfstöckig und hatte im Inneren einen grossen Hof - mit
Sandkasten und Spielplatz. Dort konnten wir spielen, laufen und verstecken.
Aber leider wohnte dort auch ein Junge, der mit Nachnamen Teufel hieß.
Mich verbinden trotzdem viele schöne Erinnerungen an die Zeit in Wien. Nur eine Erinnerung, da sollte ich lange drunter leider. Diese fünfzehnjährigen pubertierenden Jungens spielten mit mir, anders als ich es gewohnt war und es tat weh. Sie steckten ein Röhrchen oder Strohhalm - ich weiss es nicht mehr genau - in meine Scheide und bliesen Dreck rein - nachdem sie mich befingert hatten.
Mir ist es leider entfallen, WIE ich es meiner Tante erzählte. Eines weiss ich allerdings genau: Ihre Worte "Du bist ein verdorbenes Mensch" und sie schimpfte mit mir. "Ist das der Dank dafür, dss wir Dich aufgenommen haben?". Als Strafe mußte ich auf einer umgedrehten Bohnerbürste knien, das ta sooo weh.
Schlimmer waren jedoch die Beschimpfungen. Diese, das weiss ich heute, waren auch nur aus Angst, was meine Eltern sagen würden, wenn sie es erfahren. Sie hatten mich doch in die Obhut meiner Verwandten nach Wien gegeben.
Heute, selber Mutter und sogar schon Oma, empfinde ich immer noch ein wundes Gefühl in mir, wenn ich an das kleine verletzte Menschlein denke. Verletzt körperlich, aber auch seelisch, es verstand die Welt nicht mehr.
Unter Drohungen es weiter zu erzählen verbrachte ich eine ganze Weile auf dieser Bürste. Bis endlich meine Omi kam, die mich abholen wollte. Meine Tante erzählte ihr, wie schrecklich verdorben ich wäre und was passiert ist. Entsetzt packte meijne Oma mich und brachte mich ins Krankenhaus - die Erinnerungen daran möchte ich nicht wiedergeben - sie sind zu schmerzhaft.
Die Monate danach sind mir ebenfalls nicht mehr in Erinnerung.
Doch, eine Erinnerung kommt noch in mir hoch, die mich ebenfalls lange Jahre begleitete. Ich bekam, genau wie mein Cousin ein Kaninchen geschenkt - einen belgischen Riesen. Diesem kleinen Tier konnte ich alles anvertrauen, ihn nahm ich manchmal mit ins Bett, heimlich. Ich brachte das Häslein dazu auf ein Kartonklo zu machen, der in der Küche unterm Tisch stand. Er verstand mich, meine Tränen der Sehnsucht nach meinen Eltern, nach unserem Hund und meinen Geschwistern. Er teilte mit mir auch meinen Schmerz über diese grobe Verletzung. Er war mein ein und alles.
So gingen die Monate dahin. Ja, stimmt ich ging mit einem Umzug mit, ein rosa Kleidchen, den kleinen Heinz an der Hand und durfte Blumen streuen, eine Schleife im sauber gescheitelten Haar. Das gehört zu den schönen Erinnerungen, genau wie mein damaliges Verlangen Balett zu lernen. Meine Oma bot meiner Mutter an, mich ganz in Wien zu behalten und Balettunterricht geben zu lassen. Doch meine Eltern wollten es nicht und schreiben, dass sie mich nach Weihnachten abholen wollten.
Den festlichen, kleinen, voll mit Süßigkeiten überladenen Weihnachtsbaum hatte ich schon erwähnt. Er stand auf dieser wunderschönen Kommode. Unter dem Baum standen die Geschenke: eine Puppenstube für mich, eingerichtet mit kleinen zierlichen Möbeln und einem funktionstüchtigen winzigen Wasserhahn, dessen Behälter von der Rückseite her gefüllt werden konnte. Für meine Schwester E. stand dort ein Handarbeitskoffer, aufklappbar wie die Nähkästchen, mit hellem rosa-farbenen Stoff bezogen. Was mein Bruder W. bekam, weiss ich nicht mehr so genau.
Ich habe mich so gefreut auf meine Familie und trotzdem kann ich mich nicht mehr an das Wiedersehn erinnern. Nur noch die letzte schnerzhafte Erinnerung an die Zeit in Wien ist geblieben: der Braten auf dem festlich gedeckten Tisch für alle ......... doch mein Freund, dem ich alles anvertraut hatte, war weg. Der Schock kam, als mir bewußt wurde, dass er als Braten auf dem Tisch stand.
Es brauchte fast 30 Jahre, um das erlebte zu überwinden - bis dahin war ich nicht in der Lage Kaninchenfleisch zu essen.
Die Freude auf mein Zuhause in Deutschland war gross, die Heimfahrt in einem alten Loyd spannend. Und ich würde unseren Hund wiedersehn. Auch dort wurde mir die Enttäuschung nicht erspart: unser Hund war alt geworden, war ein Wachhund und erkannte mich nicht wieder, er knurrte mich an. Mich, die sich so lange auf ihn gefreut hatte. Das war aber nicht das einzige - meine Geschwister waren mir fremd geworden und die Kinder in unserer Strasse verspotteten mich - mich die mit dem fremden komischen Akzent. Ich sprach ein einwandfreies Wienerisch. Dies hatte später zur Folge, dass ich es ablehnte irgendeinen Akzent zur sprechen, ich habe niemals kölsch sprechen gelernt. Ich fühlte mich als Außenseiter, an dem Ort, wo ich vorher zuhause war.
Es reichte noch nicht, jeder zweite Satz daheim war: Du bist genau wie Tante Anni. Das verletzte sehr, ich verstand das nicht. War es negativ so zu sein? Ich beobachtete alles was Tante Anni betraf, merkte mir jede Äußerung über sie - ja es war durchaus nicht positiv. Ich wollte doch so sein, wie der Rest meiner Familie.
Es war eine fremde Welt, in die ich zurückkehrte, mit 5 1/2 Jahren.
(Poesia51)
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