Kissmequick & Wonderlick (1)
Der Fetisch. Jamaika fällt flach wegen Bruno.
Franziska Wunderlich (23, Dauerwelle, 10 kg zuviel, lange Krallen, etwas ungepflegt) betritt den Hausflur. Die Außentür öffnet sich wieder. Bruno Waffenschmidt (28, flotter Typ) betritt den Flur. Er ist gerannt. Er drückt Franzi einen flüchtigen Schmatzer auf.
„Gehen wir nach oben, Schatz?“, fragt Bruno. “Du musst dich doch noch umziehen. Ich hab’ die Badehose schon drunter. Es ist heiß. Lass’ uns gehen, bevor es noch heißer wird.“
Die Wohnung ist spärlich und etwas schlampig eingerichtet. Bruno zieht seine Hose aus und legt sie über Franzis Bett. Er nimmt eine andere Hose aus dem Schrank.
"Die stinkt schon", sagt er.
Auch Franzi zieht sich aus. Sie greift einen Badeanzug, drückt den an sich und geht damit aus dem Raum.
Bruno: „Du kannst dich ruhig vor mir umziehen. Ich kenne dich doch.“
Franzi, aus dem OFF: „Nee, ich finde mich so fett. Überhaupt, wenn ich neben dir am Strand liege, denken die Leute, dass ich dein Gummitier bin.“
Bruno schnalzt kritisch mit der Zunge
„Hör’ auf. Entweder du stehst zu deiner Figur oder du nimmst ab. Das ewige Rumgenöle ist nicht zum aushalten.“
„Nimm dir doch eine andere, wenn ich dir nicht passe.“
„Guter Vorschlag. Ich werde mich mal umsehen. Tschau Baby. Melde dich, wenn du dich entschieden hast.“
Bruno läuft ohne sich wieder anzuziehen aus der Wohnung. Franzi hört die Tür klappen und geht ins Schlafzimmer. Sie reißt die Augen auf. Sie wirft sich im Badeanzug aufs Bett. Sie greift Brunos Hose und presst sie an sich. Sie weint lautlos und atmet tief Brunos Aroma ein.
Es klingelt. Franzi geht öffnen. Hastig wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht. Vor ihr steht ein alter Mann, Leopold Fresche, weiße Haare, markantes Gesicht. Gekleidet wie ein Kunstmaler.
„Oh, hallo Onkel. Lange nicht gesehen, komm doch rein.“
Poldi betritt die Wohnung und schließt die Tür hinter sich. Er tritt sich auf der Fußmatte die Füße ab und reicht Franzi die Hand. Franzi geht voraus in ihr Wohnzimmer
Franzi und Poldi sitzen sich gegenüber. Sie wirken nicht sehr vertraut. Auf der Couch liegt Brunos Hose.
„Ich bin auf dem Weg zum Rechtsanwalt, und da wollte ich mal nachsehen, wie es dir geht“, sagt Onkel Poldi.
„Gut gehts mir, Onkel. Und dir?“
Poldi verzieht das Gesicht
„Nicht so gut. Ich bin ja auch schon ziemlich alt.“
„Sag das nicht, Onkel. Sag das nicht.“
„Doch, das sage ich. Ich wollte eigentlich nach Jamaika, Urlaub machen. Das wird nun nichts mehr.“
„Au, Jamaika, Klasse. Mama macht auch immer auf Jamaika Urlaub.“
„Ich weiß. Willst du nicht statt meiner nach Jamaika? Der Flug geht morgen. Hast du Zeit?“
Franziska springt auf und fällt Poldi lachend um den Hals. Sie drückt ihm einen flüchtigen Kuss auf
„Klar habe ich Zeit, Onkel. Ob ich nun meine Vorlesungen drei Wochen lang besuche oder nicht. Das kann ich alles nachholen.“
Poldi verzieht das Gesicht. Solche Disziplinlosigkeiten kennt er nicht aus seiner Jugend.
„Es sind aber immerhin zwei Wochen. Was studierst du eigentlich?“
„Afrikanistik. Das weißt du doch.“
„Hab’ ich wohl vergessen.“
Poldi legt ein Ticket auf den Tisch und steht auf.
„So, dann wünsche ich Dir viel Spaß. Eine Frage noch. Kann ich dein Klo benutzen?“
Poldi geht, kommt wieder zurück und schützt seine Schamgegend wie ein Fußballer beim Freistoß des Gegners. Er grinst verlegen.
„Stehpinkler du. Sowas passiert mir nie.“
„Ja, leider. Du, sag mal, kann ich schnell die Hose anziehen, die auf der Couch liegt? Die ist zwar etwas modern...“
Franzi schüttelt heftig den Kopf.
„Nee, Onkel. Das geht nicht. Das geht wirklich nicht. Die brauche ich.“
„Du kriegst sie ja wieder, ich...“
„Die kriegst du nicht. Dein Fleck trocknet auch wieder.“
„Mein Termin beim Anwalt ist aber in zehn Minuten.“
Franzi geht auf den Flur. Poldi folgt ihr. Franzi nimmt einen hässlichen Damenmantel von der Flurgarderobe und gibt ihn Poldi.
„Komm, Onkel, nimm den zur Tarnung. Die Hose kann ich dir leider, leider nicht geben.“
„Ich will doch aber mein Testament machen“, sagt Poldi vieldeutig und wartet auf Franzi’s Reaktion.
„Nee, Onkel, nee.“
„Ich kann sie doch hinterher in die Reinigung bringen.“
Wieder schüttelt Franzi den Kopf
„Nee, Onkel, das erst recht nicht. Ich brauche sie so, wie sie ist. Hier, komm, zieh über den Mantel über und dann ab mit dir. Ich muss noch packen.“
Poldi nimmt das Ticket vom Tisch und verschwindet.
„Jamaika kannst du dir abschminken.“
Fortsetzung folgt (falls gewünscht)
© Jürgen Berndt-Lüders ? ? ? ? ? ?
„Gehen wir nach oben, Schatz?“, fragt Bruno. “Du musst dich doch noch umziehen. Ich hab’ die Badehose schon drunter. Es ist heiß. Lass’ uns gehen, bevor es noch heißer wird.“
Die Wohnung ist spärlich und etwas schlampig eingerichtet. Bruno zieht seine Hose aus und legt sie über Franzis Bett. Er nimmt eine andere Hose aus dem Schrank.
"Die stinkt schon", sagt er.
Auch Franzi zieht sich aus. Sie greift einen Badeanzug, drückt den an sich und geht damit aus dem Raum.
Bruno: „Du kannst dich ruhig vor mir umziehen. Ich kenne dich doch.“
Franzi, aus dem OFF: „Nee, ich finde mich so fett. Überhaupt, wenn ich neben dir am Strand liege, denken die Leute, dass ich dein Gummitier bin.“
Bruno schnalzt kritisch mit der Zunge
„Hör’ auf. Entweder du stehst zu deiner Figur oder du nimmst ab. Das ewige Rumgenöle ist nicht zum aushalten.“
„Nimm dir doch eine andere, wenn ich dir nicht passe.“
„Guter Vorschlag. Ich werde mich mal umsehen. Tschau Baby. Melde dich, wenn du dich entschieden hast.“
Bruno läuft ohne sich wieder anzuziehen aus der Wohnung. Franzi hört die Tür klappen und geht ins Schlafzimmer. Sie reißt die Augen auf. Sie wirft sich im Badeanzug aufs Bett. Sie greift Brunos Hose und presst sie an sich. Sie weint lautlos und atmet tief Brunos Aroma ein.
Es klingelt. Franzi geht öffnen. Hastig wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht. Vor ihr steht ein alter Mann, Leopold Fresche, weiße Haare, markantes Gesicht. Gekleidet wie ein Kunstmaler.
„Oh, hallo Onkel. Lange nicht gesehen, komm doch rein.“
Poldi betritt die Wohnung und schließt die Tür hinter sich. Er tritt sich auf der Fußmatte die Füße ab und reicht Franzi die Hand. Franzi geht voraus in ihr Wohnzimmer
Franzi und Poldi sitzen sich gegenüber. Sie wirken nicht sehr vertraut. Auf der Couch liegt Brunos Hose.
„Ich bin auf dem Weg zum Rechtsanwalt, und da wollte ich mal nachsehen, wie es dir geht“, sagt Onkel Poldi.
„Gut gehts mir, Onkel. Und dir?“
Poldi verzieht das Gesicht
„Nicht so gut. Ich bin ja auch schon ziemlich alt.“
„Sag das nicht, Onkel. Sag das nicht.“
„Doch, das sage ich. Ich wollte eigentlich nach Jamaika, Urlaub machen. Das wird nun nichts mehr.“
„Au, Jamaika, Klasse. Mama macht auch immer auf Jamaika Urlaub.“
„Ich weiß. Willst du nicht statt meiner nach Jamaika? Der Flug geht morgen. Hast du Zeit?“
Franziska springt auf und fällt Poldi lachend um den Hals. Sie drückt ihm einen flüchtigen Kuss auf
„Klar habe ich Zeit, Onkel. Ob ich nun meine Vorlesungen drei Wochen lang besuche oder nicht. Das kann ich alles nachholen.“
Poldi verzieht das Gesicht. Solche Disziplinlosigkeiten kennt er nicht aus seiner Jugend.
„Es sind aber immerhin zwei Wochen. Was studierst du eigentlich?“
„Afrikanistik. Das weißt du doch.“
„Hab’ ich wohl vergessen.“
Poldi legt ein Ticket auf den Tisch und steht auf.
„So, dann wünsche ich Dir viel Spaß. Eine Frage noch. Kann ich dein Klo benutzen?“
Poldi geht, kommt wieder zurück und schützt seine Schamgegend wie ein Fußballer beim Freistoß des Gegners. Er grinst verlegen.
„Stehpinkler du. Sowas passiert mir nie.“
„Ja, leider. Du, sag mal, kann ich schnell die Hose anziehen, die auf der Couch liegt? Die ist zwar etwas modern...“
Franzi schüttelt heftig den Kopf.
„Nee, Onkel. Das geht nicht. Das geht wirklich nicht. Die brauche ich.“
„Du kriegst sie ja wieder, ich...“
„Die kriegst du nicht. Dein Fleck trocknet auch wieder.“
„Mein Termin beim Anwalt ist aber in zehn Minuten.“
Franzi geht auf den Flur. Poldi folgt ihr. Franzi nimmt einen hässlichen Damenmantel von der Flurgarderobe und gibt ihn Poldi.
„Komm, Onkel, nimm den zur Tarnung. Die Hose kann ich dir leider, leider nicht geben.“
„Ich will doch aber mein Testament machen“, sagt Poldi vieldeutig und wartet auf Franzi’s Reaktion.
„Nee, Onkel, nee.“
„Ich kann sie doch hinterher in die Reinigung bringen.“
Wieder schüttelt Franzi den Kopf
„Nee, Onkel, das erst recht nicht. Ich brauche sie so, wie sie ist. Hier, komm, zieh über den Mantel über und dann ab mit dir. Ich muss noch packen.“
Poldi nimmt das Ticket vom Tisch und verschwindet.
„Jamaika kannst du dir abschminken.“
Fortsetzung folgt (falls gewünscht)
© Jürgen Berndt-Lüders ? ? ? ? ? ?
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