Der kleine Leuchtturm ist zurück!
Ja der kleine Leuchtturm war ein paar Tage nicht auf seinem Platz, hat mal nicht seine Aufgabe erfüllt. Er hat sich nur um sich gekümmert.
Ich war unterwegs auf hoher See. Da ich ja schon eine ganze Weile auf meinem Platz stand und viele Stürme erlebt habe- durfte ich nun feststellen – draußen auf hoher See, wenn ich das schützende Land hinter mich lasse ist jeder erlebte Sturm auf meiner Klippe ein Windhauch gewesen.
Es peitscht im Gesicht das es schmerzt- es zerrt an mir als wenn mein festes Mauerwerk zerbirst. Der Sturm rüttelt und schüttelt mich durch- das Leuchtfeuer ist beschlagen und mag nicht leuchten. Es hatte Angst- vor dem was kommt, was danach?
Heut, nachdem der Sturm sich gelegt hat, ich mir ein Tag Ruhe gegönnt habe, mache ich eine Bestandsaufnahme der Schäden.
Schäden? Nein früher wären es welche gewesen- heut sind es geheilte Risse und Narben.
Ich bin so glücklich auf meiner Reise viele Bojen und andere Seezeichen kennen gelernt zu haben. Sie haben mir geholfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Manche von ihnen waren auch nicht so fest mit dem Meeresboden verbunden, aber ich weiß wir haben das etwas verbessert. So habe ich den schärfsten Sturm meines Lebens erlebt, viel Wasser ist meine Fassaden hinunter geronnen- jedoch das Salz in ihm hat mir nichts anhaben können. Ich konnte mich auf meine Mannschaft verlassen, die immer da war, wenn ich sie brauchte. Zwischen dem tobenden Sturm gab es immer wieder ruhige Momente in denen viel gelacht wurde- wie man über die Seile gestolpert ist oder in den Wanten sich nicht weitertraute und ein seltsames Gesicht gemacht hat. Auch aus unseren Jungendzeiten wurde einiges zum Besten gegeben. Oh welch Sehnsucht wir im Laufe unserer Verpflichtungen begraben haben. Ich weiß heute nicht mehr genau wer die kleine lila Sandschaufel zuerst entdeckt hat- aber jeder von uns hat gebuddelt was das Zeug hält. Ich bin froh, dass keiner aus versehen das Schwert des Seglers gezogen hat.- Oh OH das wäre doch sehr nass geworden. Dank unseres Lotsen ist das nicht passiert- der hat uns schön auf Kurs gehalten.
Mein Leuchtturmnachwuchs war sehr besorgt um mich und froh mich unbeschadet- nein Klar und Glücklich- wieder zu hören. Er, der jüngste Leuchtturm, ist froh der Sohn des Kleinen Leuchtturms zu sein. Nun geht mein kleiner Nachwuchs auf die Reise in die Welt- ich hab das Gefühl er hat auf diesen Sturm gewartet um beruhigt mich zurücklassen zu können, und zu wissen, dass er zu jeder Zeit wieder zurückkehren kann an einen Ort- wo er zu Hause ist- ankommt.
Nun stehe ich wieder auf meiner Klippe- frisch geputzt, etwas ausgebessert- schaue auf die Stadt zu meinen Füßen und bin glücklich hier stehen zu dürfen- mehr denn je zuvor.
Ich, mit meinen rot / weißen Streifen und halt nicht ganz so groß wie die anderen, hab oft an mir gezweifelt ob es gut ist was ich tue, ob es reicht. Ja es reicht und es ist gut. Ich bin für die Menschen in der Stadt der unerfüllten Wünsche da und weiß wir werden gemeinsam alles erreichen was auch immer in uns an Hoffnung und Wunsch auftauchen mag.
Ich bin für immer mit meinen Mitausflüglern und meiner Mannschaft verbunden.
In Licht und Liebe für uns Kerstin
Kommentare zum Artikel
Zürück von großer Fahrt