Ich fuhr im Zug von Berlin nach Hannover und hockte wie immer beim Bahnfahren hinter meinem Buch.
In Wolfsburg stiegen eine ältere Dame und ein Junge zu und setzten sich schräg übern Gang mir gegenüber hin.
Die beiden verstanden sich bestens, und der pfiffige Junge unterhielt seine Großmutter mit allerhand Themen.
Der Unterhaltung der zwei war zu entnehmenen, dass sie ihn in Wolfsburg abgeholt hatte, weil er einen Teil der Ferien bei ihr und dem Opa in Osnabrück verbringen sollte.
- "Oma, Mama hat gesagt, vielleicht schaffen wir es noch und fahren nach Berlin zu Knut."
- "Ach ja, der kleine Eisbär! Der tut einem aber auch Leid!"
- "Wieso tut der einem denn Leid, Oma?"
- "Na, weil der doch von seiner Mutter verstoßen wurde!"
- "Wie - von seiner Mutter verstoßen?"
- "Na, die wollte den doch nicht haben!
- "Also, Oma, du hast aber auch überhaupt keine Ahnung!"
- "Nee?"
- "Nee! Der Knut HAT doch überhaupt keine Mutter!"
- "Wie, der hat keine Mutter? Jedes Tier hat doch eine Mutter!"
- "Also wirklich, Oma! Du weißt aber auch gar nichts!"
und dann, im Brustton des überzeugten Besser-Wissens:
- "Knut hat doch gar keine Mutter - der wurde doch GEZÜCHTET!!!"
Hinter meinem Buch liefen mir die Lachtränen über die Wangen, und die Oma wechselte sowas von schnell das Thema...
Knut und die Grenzen der Aufklärung (Kindermund)
Während inzwischen alle Welt über das Eisbärmädchen "Flocke" spricht und Fahrkarten gen Süden nach Nürnberg kauft, fiel mir ein Erlebnis wieder ein, das ich zu Knuts Babyzeiten in Sachen Kindermund hatte:
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