Das Ganze begann 2006.

Meine Freundin, ich nenne sie hier mal Uschi, 58 Jahre alt, hatte eine gute Bekannte, eine Heilpraktikerin. Diese Heilpraktikerin, ich nenne sie hier nur B. war schon seit geraumer Zeit in einem internationalen Chatraum. B.  ist 35 Jahre alt, war verheiratet, mit 2 Kindern.

Die meisten Afrikaner haben keinen eigenen PC. Ivi betrieb im Dorf ein kleines Internetcafe, indem man, wenn nicht gerade wieder Stromausfall war, sich ein wenig die Langeweile vertrieb.

Frauen "baggerten" westliche Männer an, und Männer die westlichen, "einsamen" Frauen.

B. hatte zeitweise guten Kontakt zu Amingo. Amingo spricht ein schlechtes English, und schreibt ein noch schlechteres English.

Eines Tages war vor der Cam auch ein Freund von Amingo. Ivi, der Internetcafebetreiber, gefiehl B. sofort. Amingo und Ivi waren sehr interessiert an Europa. Europa ist, u. A. der Kontinent, wo Milch und Honig fließen. Jedenfalls im afrikanischen Fernsehen.

Kurzum, B wurde gefragt, ob sie nicht mal Afrika besuchen wollten.

B. alleine ging ja schlecht, sie war schließlich gut verheiratet. Was sollte der Angetraute denn davon halten?

Sie schloss sich mit Uschi kurz. und spendete Uschi eine Reise nach Gambia, wo sich die 2 Nigerianer aufhielten.

Ein Besuchsvisum um nach Deutschland zu kommen, wurden Ivi und Amingo vom auswärtigen Amt, trotz 10.000 Euro Kaution nicht erteilt!

B. hatte mit Zustimmung ihres Mannes 10.000 Euro auf ihr Haus aufnehmen können.

Gesagt getan! Beiden Frauen wurden Unterkunft und Reiseführung geboten.

Uschi war sehr krank. Krebspatientin! Eine falsche Diagnose, auf weitere Metastasen machte sie etwas depressiv. Sie willigte spontan ein, B. zu begleiten. Eher nach dem Motto: Afrika sehen und sterben.

In Afrika angekommen, stellte sich heraus, dass sich B. in Ivi verliebt hatte, und Uschi wurde bei Amingo einquartiert. Uschi spricht keine Fremdsprache. Nur mit B.s Übersetzungen und einem Translater konnten Uschi und Amingo sich leidlich  verständigen.

Uschi war von der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Dorfbewohner sehr beeindruckt. Beeindruckt auch von der Gläubigkeit zu Gott, und der freien christliche Kirche, wähnte sie sich in noch mehr Gutgläubigkeit. Uschi wurde sehr hofiert, sie galt als außergewöhnlich lieb und gut.

Nach 3 wöchigem Aufenthalt und näherem Kennenlernen, ging es wieder nach Hause. Amingo und Uschi chatteten sehr viel, und Amingo fragte sehr viel nach europäischen Verhältnissen und wollte doch auch mal Deutschland kennen lernen.

Amingo wollte zu seinem Geburtstag im November Uschi besuchen.

Er beantragte nochmals ein Besuchervisum. ...es wurde abgelehnt! B. sprach mit ihrer Bank, und Diese stellte auf Grund von Hauseigentum 10.000 Euro als Kaution zur Verfügung. Alles umsonst; er bekam kein Besuchervisum!

Daraufhin besuchte Uschi  trotz ihrer anfänglichen Flugangst, und diesmal ohne  Begleitung von B., Amingo zu seinem Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk, weil er kein Besuchervisum bekam.Diesmal vollbepackt mit Geschenken für die afrikanischen Bekannten. Uschi wurde herumgezeigt und vorgestellt, wie seltene Aliens.Diesmal kam Uschi in viele Familien, meist mit vielen Kindern.

Uschi zeigte Bilder aus Deutschland, und wie die Deutschen leben. Die westliche Welt kennen viele Afrikaner die Westler nur aus Filmen im TV. Und alle aus dem Westen kommenden Besucher Afrikas gelten als reich. Wovon sonst können sie sich eine teure  Flugreise leisten.

Nach 3 wöchigem Aufenthalt berichtete Uschi mir am Telefon, dass diese Reise garnicht mehr soooooo angenehm war, wie das erste mal. Das Essen wurde langweilig. Das Duschen war mühsamer, mit der Regentonne hinter dem Haus.

Das Haus, indem Amingo wohnte bestand aus 2 winzigen Zimmern, mit einer Matratze auf dem Boden, einen Tisch mit einem einflammigen Gaskocher, und 2 Teller mit Besteck wurde auch noch gekauft. Einen Handtuchhaken gab es nicht im sogenannten Badezimmer mit Betonboden. Das Zweimannhandtuch für eine Woche wurde auch auf dem Besenstiel trocken. Gewaschen wurde von Hand.

Amingo sprach immer davon, dass er ein "Geschäftsmann" wäre. Was sich dahinter verbarg? : er hatte einen winzigen Raum mit einer Spiegelscherbe und Stuhl ausgestattet, und schnitt den Afrikanern den 3-5mm-Schnitt die Haare auf dem Kopf. Zudem handelte er unter dem Ladentisch mit legalen und illegalen Vidios, die er verlieh. Wenn er umgerechnet 2 Euro täglich einnahm, konnte er sehr gut davon leben. Genug Freizeit in der 3-Tagewoche gab es zudem.

Amingo war diesmal nicht ganz so aufmerksam und lieb, gegenüber Uschi, wie das erste mal. Sie gab sich aber selbst die Schuld daran, weil es ihr gesundheitlich zeitweise garnicht gut ging.

 

Das war der 1. Teil der Geschichte! Fortsetzung folgt....