Langer analythischer Text über die Liebe im Netz... ;o)
Liebe- oder Nugget-Suchen?Das ist hier die Frage....
Ja, so hätten wir's alle gerne: ein paar nette, teils
reißerische, teils poetische Worte, ein mehr oder
weniger getroffenes Foto von uns, dazu noch wie groß,
wie dick, wie alt und wo und wie und was... schon
sollte es klappen mit der Liebe.
Aber Pustekuchen. Die meisten von uns mühen sich hier
ab und was ist? Nüscht.
Seien wir doch mal ehrlich: Wenn's hoch kommt, hin und
wieder mal ein Plausch per Mail. An guten Tagen sogar
mal ein Telefonat. Einige wenige verabreden sich auch
mal, entweder zum Eis oder direkt zu einem erotischen
Date. Ja, das gibt's auch. Habe ich selbst erlebt. Von
den Tausenden hier im Netz machen vielleicht
ganze 2% miteinander die Entdeckung, die sie für die
lang gesuchte "Liebe" halten. Das teilen sie uns dann
auch freudig mit, nicht ohne einen Link zum neuen
Partner, so dass wir das neue Glück auch im Geiste
richtig arrangieren können.
Die haben es also geschafft. Wow! Und ich schaffe es
nicht? Das wäre doch gelacht. Jetzt erst recht. Geht
doch, wie man sieht. Oder?
Nix oder. Es geht eben nicht. Ich habe keine Zahlen
vor mir. Aber nach 2 durchschnittlich aktiven Jahren
hier sehe ich den oder die eine oder andere schön brav
wieder in ihrem Netz-Bagger sitzen, die/den ich
vor einiger Zeit schon mal vorm Traualtar wähnte. Wie
kommt das? Haben die nicht mal in höchsten
Glücksgefühlen geschwelgt, hör- und sehbar für alle?
Dieser Club hier ist wie ein Goldgräbernest im Wilden
Westen.
Tausende sind hierher gezogen, den "Nugget"-Partner
ihres Lebens zu finden. Einige schaffen es, sie wurden
gar auf Anhieb fündig. Der große Rest hackt Tag für
Tag in den Felsen herum, findet hier und dort sogar
mal ein Plättchen Gold und hofft, dass es ihm den Weg
zur Großen Ader weisen möge. Dass es Katzen- oder
Narrengold war, wissen sie spätestens, wenn der Fund
abgewogen wird. Aber deswegen geben sie nicht auf.
Andere sind mit ihren dicken Klötzen doch auch reich
geworden - denken sie. Also zurück wieder mit der
Waschpfanne in die Berge. Tagein, tagaus, immer
getrieben vom Ehrgeiz, den großen, unerwarteten, alle
Entbehrungen vergessen lassenden Fund zu machen, der
das Leben aus der tiefen Senke in höchste Höhen
katapultiert.
So gehen die Jahre dahin. Aus drahtigen, stark
gebauten Männern werden graue Greise mit
tief gekrümmten Rücken. Sie schaufeln noch, sie haben
vielleicht auch mal ein beträchtliches Klümpchen
gefunden, das sie über den Winter bringt, ohne in die
Kälte hinaus zu müssen. Die Frauen, die sich von ihrem
Ehrgeiz anstecken ließen und zu ihnen gezogen sind,
haben längst das Weite gesucht. Auch sie werden ja
nicht jünger, auch ihre Träume wollen nicht ewig
warten. Die einst hoffnungsfrohen Digger und Driller
sind Mavericks geworden, alte, närrische Einzelgänger,
die plötzlich anfangen, Tauben zu züchten und die
tagelang in der Bar hocken, wo die Lieder aus der
Music-Box sich in ihren zerzausten Bärten in Tränen
verwandeln.
Ich habe in Cherry Creek, Nevada, einer einsamen Ghost
Town am Rande des Steptoe Valley, viele solcher
gestrandeten Goldsucher getroffen. An die muss ich
immer denken, wenn ich mich selbst und viele andere
hier sehe, die immer noch meinen, sie könnten im Netz das große Rätsel der Liebe und das Problem ihrer Einsamkeit lösen.
Es geht nicht. Nicht hier.
Und zwar aus einem einfachen Grund: Unser Konzept von
der Liebe ist falsch.
Ich beziehe mich da mit ein. Wie die Goldsucher in
Nevada glauben viele - ganz gleich, wie groß das
soeben gefundene Klümpchen ist - dass dahinter noch ein
viel größeres auf sie wartet, ja, eine ganze Ader sich
verbirgt. Wer will die etwa einem anderen gönnen, der
vielleicht nur ein paar Tage länger durchgehalten hat?
Das aber ist die Mentalität von Roulette-Spielern -
auch die konnte ich ausgiebig in Nevada studieren.
(Dass Glücksspiel und Goldsucherei in diesem
US-Bundesstaat so dicht bei einander liegen, kommt ja
nicht von ungefähr.)
Hier im Netz lassen auch wir immerzu die
"Kugel" rollen.
Hin und wieder streichen wir gar mal einen Gewinn ein,
aber wir machen weiter. Geben wir's doch zu, wir sind
schon ganz schön süchtig nach solchen Gewinnen! Wir
haben auch eine Menge Tricks auf Lager, mit denen wir
hoffen, unser Glück ein bisschen befördern zu können.
Unsere größte Trickkiste ist dabei unser "Profil":
Wie kann ich mich am besten präsentieren, dass alle,
die mich sehen, auch sogleich mit mir in Kontakt
kommen wollen? Mit wie viel echter, wie viel geschönter
Wahrheit (vulgo: Lüge) trete ich hier auf? Ist man als
Mann "attraktiver", wenn man sich "soft" zeigt oder
"hart" oder sexgierig? Wer mehr will als bloß Sex, muss
sich diese Frage stellen. Weil sich hier eben viele
Wunsch-Intentionen kreuzen, muss man, sobald man sich
selbst für eine Variante entschieden hat, damit
rechnen, bei jenen des anderen Geschlechts nicht
wahrgenommen zu werden, die einer anderen
Wunschvariante folgen. Der Output an aktiven
Kontaktangeboten ist jedoch stets der gleiche. Das
frustriert, weil du immer mit einem, gemessen an
deinen Wünschen, reduzierten Rücklauf rechnen musst.
Dieses Spiel ist, das merkst du recht schnell, auf
Dauer sehr unökonomisch. Es erinnert an das Bemühen
von SPAMMERN, mit Millionen von Werbe-Mails vielleicht
ein paar kleine Prozente von Antworten zu ergattern,
die am Ende, in absoluten Zahlen, den ganzen Aufwand
lohnen könnten.
Nun ist für Männer, unter ökonomischen Aspekten
betrachtet, der Erfolg auf einer Single-Plattform wie
dieser noch ungewisser als beim Roulette-Spiel. Dort
hast du nur schwarz und weiß und das Glück in Gestalt
der im Kessel rollenden Kugel. Hier aber hast du dazu
noch das Unglück der ungleichen Verteilung zwischen
den Geschlechtern.
Es gibt im Netz zu wenig Frauen und zu viele
Männer.
Was bei den Frauen nun dazu führt, dass sie sich sehr
wählerisch geben können (obwohl viele, das sei
nebenbei bemerkt, diesen gnädigen Vorteil nicht gerade
verdienen). Viele strengen sich nicht mal an - ein
Foto, eine knappe Zeile Text, das reicht, und die
Männer reißen ihnen die Bude ein. Da soll noch jemand
die Frauen bedauern... ;)
Umgekehrt merkst du als Mann dagegen recht schnell: du
bringst es nicht. Obwohl du doch glaubst, eigentlich
nicht unattraktiv zu sein, und dein Profil ist sogar
recht schmackhaft angerichtet, bekommst du, gemessen
an deinem eigenen voluminösen Kontakt-Output, doch nur
wenig Resonanz, geschweige denn "unaufgeforderte
Post". Die Frauen brauchen das auch gar nicht - sie
werden schließlich ruck-zuck angebaggert und
heftig-deftig umworben.
Dein geringer Rücklauf als Mann ist aber nur allzu
verständlich: Dein Profil sortiert dich ja schon in
solche Kategorien, wie sie bei dem hier und überall
gegebenen Konzept der Liebe eben, je nach Aktualität
und zufälliger Attraktivität, abgefragt und verworfen
werden.
Du bist älter als 30? Lass es sein, einen Daddy hab ich
schon.
Du wohnst in Bergisch-Gladbach? Ich will aber jemanden
aus Thüringen. Du liebst Techno? Kommt für mich nicht
infrage, ich liebe Rock-Musik. Du bist Widder? Da kann
ich ja überhaupt nicht mit, etc.
Hier suchen wir der Illusion nachzuhängen, ganz
schnell jemand passenden zu finden, und haben es mit
Menschen in den unterschiedlichsten Farben und
Kategorien zu tun, die spätestens nach dem ersten
virtuellen Kennen lernen auf das zu sprechen kommen
werden, was sie nun gar nicht leiden können und was nun
dummerweise wieder gerade deine Vorliebe ist. Im
Trennenden das Gemeinsame finden, diese Kunst von
Liebenden kann hier nicht gedeihen. Hier herrscht das
Verhalten des Supermarkt-Einkaufs: klare Vorstellung -
prüfender Blick auf den Beipackzettel - gekauft oder
im Regal belassen.
Je deutlicher man sich im Netz hingegen dem
anpasst, sich nur auf eine Sache, auf einen Wunsch
verlegt, umso erfolgreicher wird man sein. Da das
sexuelle Bedürfnis bei den meisten von uns noch
virulent ist, lässt sich damit auch am ehesten noch
"Gemeinsamkeit" herstellen. Kurz: Wer hier
"bloss_poppen" will (so der Nick eines Mannes mit
erstaunlicher Resonanz), der wird klar einzuschätzen
sein und dementsprechende "Gewinne" einstreichen
können. Alles, was darüber hinaus geht oder darunter
bleibt, unterliegt den unwägbaren Gesetzmäßigkeiten
der Statistik und der Ökonomie. Und kaum einer merkt,
dass er zudem einem, wie bereits angedeutet, falschen
Konzept der Liebe aufsitzt, das ihm, des Sucht- und
Spielcharakters im Netz, nicht einmal
bewusst wird.
Was ist das falsche Konzept der Liebe?
Es ist, mit einem Wort, die illusionäre Rhetorik, die
Ideologie von der Liebe als der freien Wahl unter
möglichst offen zutage liegenden Bedingungen. Ich
liebe dich (oder zunächst einmal: ich begehre dich),
weil ich dies und das und jenes von dir weiß und
erwarten kann: Dein Aussehen, deinen sozialen Status,
deine Kultur, deine Vorlieben usw. Wenn du so willst:
Ich habe deinen Beipackzettel (das "Profil") gelesen,
du scheinst mir geeignet, in die engere Wahl zu
kommen. Liebe ist in unserer Gesellschaft Freiheit
_zur_ Liebe, und Freiheit ist Wahl. Das ist
demokratietheoretisch korrekt, durchdringt aber auch
unser ganz persönliches Verhalten und unsere Gefühle.
Dass dieses Konzept etwas mit dem Kapitalismus und der
sich entwickelnden Warenwelt zu tun hat, ahnen die
wenigsten.
Es ist aber historisch ein Konzept, das erst zu Beginn
des 19. Jahrhunderts aufgekommen ist. Diese Zeit
kennen wir als die Zeit der - Romantik! Ökonomisch als
die Zeit des beginnenden Manchester-Kapitalismus. [Zur
Erinnerung: "Kapitalismus" ist einfach nur die
Wirtschaftsweise, in der die nutzbringende Verwertung
des Kapitals oder des Geldes Priorität hat; der
Begriff hat in diesem Sinne nichts
"klassenkämpferisches" an sich, er beschreibt ganz
einfach "wertneutral" die Bewegungsgrundlage der
modernen Ökonomie.]
In den Jahrhunderten, ja eigentlich Jahrtausenden
davor gab es in Liebesdingen keine "Wahlfreiheit". Und
die "romantische", auf gleichen Gefühlen, Interessen,
Wertvorstellungen beruhende Liebe gab es schon gar
nicht. Partnerverbindungen, also Ehen, wurden
arrangiert oder gar diktiert: Durch die Staatsraison
(in den Hochzeiten des Hoch-Adels), durch die
Familienpolitik (wobei oft zwei Familienunternehmen
sich ökonomisch miteinander verbanden) oder durch die
Sitte. Gefühle spielten niemals oder nur sekundär eine
Rolle. Die kamen später dazu und wurden _dann_ erst
Liebe genannt. Aber da waren schon die Kinder da und
an etwas anderes als an "Liebe", wenn nicht zum
Partner, dann doch zu den Kindern und zur Familie als
solcher, war auch gar nicht mehr zu denken. Was dazu
führte, dass diese Verbindungen meist ein Leben lang
hielten - da war der größte Teil des Lebens für die
Partner nämlich bereits verstrichen!
Eines ist gewiss: die Äußerlichkeiten, also Attribute
wie Alter, Schönheit, Sex Appeal etc. spielten damals
überhaupt keine Rolle, im Gegensatz zu heute, wo sie
fast das Wichtigste geworden sind bei der Wahl der
Partner.
Dabei sind sie es doch, die am allerwenigsten
vorhersehbar und eine verlässliche Basis sind - ein
Autounfall nach dem 3. Date, bei dem wir beide uns
unserer Gefühle schon ganz sicher zu sein scheinen,
und du bist gelähmt oder sonst wie fürs Leben
gezeichnet - und danach? Gibt es danach irgendwann
wieder ein "Date"? Ich würde nicht wetten wollen...
Das mythische Konzept der "Liebe auf den ersten
Blick", das hier im Netz ganz unterschwellig
mitläuft, ist verführerisch aber völlig falsch und
macht uns noch einsamer als wir eh schon sind.
Das merken wir natürlich nicht sofort - immerhin, wir
sind ja mitten drin im Spiel, an dessen Ende uns
vielleicht der "Hauptgewinn" (der ersehnte Partner)
oder wenigstens eine ganz heiße, rauschhafte Nacht
erwartet. Aber spätestens dann, wenn danach das
Telefon nicht mehr klingelt, folgt der Moment der
Ernüchterung. Einige geben jetzt auf, andere - die
meisten - fangen wieder von vorn an - wie die
Goldgräber von Nevada:
Das "Profil" müsste vielleicht noch einmal überarbeitet
werden? OK, setz ich ein netteres Bild rein. Auch der
Text könnte mal "auf Stand" gebracht werden - ich
sollte mal sagen, dass ich Kinder liebe, vielleicht hab
ich da mehr Chancen bei den allein erziehenden Frauen?
Wer sich hier nicht wieder erkennt, dem ist wahrlich
nicht zu helfen. Aber, seien wir ehrlich: Es ist ein
perverses Spiel. Eigentlich suchen wir die tiefe,
"ewige" Liebe - und schaffen es damit grad noch über's
nächste Wochenende...
Ich erzählte vorhin von den Ehen in den alten Zeiten
(die so alt nicht mal sind, und selbst vergangen sind
sie nicht, wie ein Blick ins heutige Indien, China,
Afrika lehrt). Wünsche ich mir die etwa zurück? Die
Zeiten der Familienräte, die sich zusammentaten, um
über die Verheiratung von 13-Jährigen zu sprechen? Das
tue ich keineswegs. Wo gibt es denn noch so intakte
Familien, die sich zu einem solchen Ratschlag treffen
könnten? Und würden sie noch andere, ähnlich intakte
Familien finden, mit denen das Arrangement zu treffen
wäre? Wo bliebe da noch die Freiheit des Individuums,
ja die Liebe in diesem Konzept?
Und doch müssen wir feststellen, dass wir diesen von
außen arrangierten Verbindungen heute wieder sehr
nahe gekommen sind, und zwar in einigen Sendungen des
"Reality-TV".
Jeder erinnert noch die Container, in denen eine Jenny
Elvers und ein Sladko und andere sich wochenlang unter
den Augen von Millionen Zuschauern als völlige Fremde
begegneten und die ihn - wenigstens zum Teil - als
arrangiertes "verliebtes Paar" wieder verließen.
Hier haben die Erfinder dieser Sendungen (z.B. "Big
Brother") vermutlich ganz unbewusst an jene
"Arrangement"-Zeiten angeknüpft, die ich oben
beschrieb. Ist das Zufall? Ist es Zufall, dass
Partnerschafts-Websites, die mit ausgetüftelten
"matching parameters" arbeiten, einen Riesenerfolg
haben, nicht nur in den USA? Die also ganz bewusst
nicht das Konzept des "freien Marktes" à la community
bedienen, sondern steuernd, also von außen (z.B. durch
ein kriteriengeleitetes Programm) die
Partnerschaftswilligen zueinander führen? Die Kriterien
sind, anders als im Mittelalter, nun eben nicht mehr
der gewinnbringende "merger" von 2 Königreichen oder 2
Familien, sondern sie können sich ganz individuell an
den Wünschen der Partner orientieren - und an
wissenschaftlichen Vorgaben, die zur Haltbarkeit der
Verbindung noch beizutragen vermögen.
Würde ich hier im Netz vielleicht sagen: seht
her, ich habe AIDS oder bin Damenwäscheträger und such
einen Partner - in den bezeichneten Arrangements
finden sogar solche Menschen jemanden, der sie lieben
kann. Das zeigen Erfahrungen in den USA. Dem Computer
sein dank - auch in Indien oder im Mittelalter hätte
wohl keiner mit vergleichbaren Eigenschaften ohne
diesen neuzeitlichen Apparat eine Chance. Doch der
Rechner ermöglicht es im 21. Jahrhundert, unserem
fundamentalen Streben nach Individualität und
Gemeinsamkeit noch so etwas wie Liebesglück und
Stabilität hinzuzufügen.
Hier im Netz ist Partnerschaft dagegen
ziemlich zufällig, willkürlich. Manchmal klappt's,
meistens nicht (jedenfalls nicht wie erhofft), und die
"Liebe" bleibt, was sie den meisten unter diesen
Umständen erscheint: etwas mystisches, "ein seltsames
Spiel", wie es im Schlager heißt.
Dabei ist sie die Summe ziemlich rationaler,
operativer Faktoren. Nur sollten sich alle dessen
bewusst sein und weniger "die Kugel" des
Single-Roulettes spielen wollen. Wem das Spiel
wichtiger ist als der Gewinn - bitte sehr, möge er
oder sie weiterspielen. Hier am Rechner übrigens immer
in schmerzlich-einsamer Distanz zum "realen Leben".
Dass wir für diese Entsagungsarbeit bei der
Partner-Wunscherfüllung auch noch unbewusst eine
schöne Dividende einzustreichen wünschen, ist uns
meist ebenso wenig klar, trägt letzten Endes aber zur
"Überfrachtung" unseres "Traumschiffes der Liebe" bei
- und zu seinem ziemlich vorhersehbaren Kentern. Es
sind schon sehr viele, die das hier erfahren haben.
Die Zuschriften beweisen es - und die teils offenen,
teils verklausulierten Andeutungen auf manchen
(weiblichen) Profilen.
Ich wünsche Euch allen, und mir natürlich auch, eine
gute Zeit.
Ich "spiele" hier ein bisschen mit. Aber suchen
tue ich nicht mehr. Ich werde mir einen neuen "Nick"
wählen und mache es "bloss_poppen" nach. Das ist
straight and clear.
Für die Gefühle und die "große Liebe" setz ich mich an
den Strand und lerne mal wieder die alte Kunst des
Flirtens "face-to-face". Weil Kribbeln im Bauch
nämlich auch was Schönes ist. Vielleicht kommt ja ein
Computer vorbei und hat sogar den Mann dabei, der mir
dermaleinst die Blumen ans Grab legt?
reißerische, teils poetische Worte, ein mehr oder
weniger getroffenes Foto von uns, dazu noch wie groß,
wie dick, wie alt und wo und wie und was... schon
sollte es klappen mit der Liebe.
Aber Pustekuchen. Die meisten von uns mühen sich hier
ab und was ist? Nüscht.
Seien wir doch mal ehrlich: Wenn's hoch kommt, hin und
wieder mal ein Plausch per Mail. An guten Tagen sogar
mal ein Telefonat. Einige wenige verabreden sich auch
mal, entweder zum Eis oder direkt zu einem erotischen
Date. Ja, das gibt's auch. Habe ich selbst erlebt. Von
den Tausenden hier im Netz machen vielleicht
ganze 2% miteinander die Entdeckung, die sie für die
lang gesuchte "Liebe" halten. Das teilen sie uns dann
auch freudig mit, nicht ohne einen Link zum neuen
Partner, so dass wir das neue Glück auch im Geiste
richtig arrangieren können.
Die haben es also geschafft. Wow! Und ich schaffe es
nicht? Das wäre doch gelacht. Jetzt erst recht. Geht
doch, wie man sieht. Oder?
Nix oder. Es geht eben nicht. Ich habe keine Zahlen
vor mir. Aber nach 2 durchschnittlich aktiven Jahren
hier sehe ich den oder die eine oder andere schön brav
wieder in ihrem Netz-Bagger sitzen, die/den ich
vor einiger Zeit schon mal vorm Traualtar wähnte. Wie
kommt das? Haben die nicht mal in höchsten
Glücksgefühlen geschwelgt, hör- und sehbar für alle?
Dieser Club hier ist wie ein Goldgräbernest im Wilden
Westen.
Tausende sind hierher gezogen, den "Nugget"-Partner
ihres Lebens zu finden. Einige schaffen es, sie wurden
gar auf Anhieb fündig. Der große Rest hackt Tag für
Tag in den Felsen herum, findet hier und dort sogar
mal ein Plättchen Gold und hofft, dass es ihm den Weg
zur Großen Ader weisen möge. Dass es Katzen- oder
Narrengold war, wissen sie spätestens, wenn der Fund
abgewogen wird. Aber deswegen geben sie nicht auf.
Andere sind mit ihren dicken Klötzen doch auch reich
geworden - denken sie. Also zurück wieder mit der
Waschpfanne in die Berge. Tagein, tagaus, immer
getrieben vom Ehrgeiz, den großen, unerwarteten, alle
Entbehrungen vergessen lassenden Fund zu machen, der
das Leben aus der tiefen Senke in höchste Höhen
katapultiert.
So gehen die Jahre dahin. Aus drahtigen, stark
gebauten Männern werden graue Greise mit
tief gekrümmten Rücken. Sie schaufeln noch, sie haben
vielleicht auch mal ein beträchtliches Klümpchen
gefunden, das sie über den Winter bringt, ohne in die
Kälte hinaus zu müssen. Die Frauen, die sich von ihrem
Ehrgeiz anstecken ließen und zu ihnen gezogen sind,
haben längst das Weite gesucht. Auch sie werden ja
nicht jünger, auch ihre Träume wollen nicht ewig
warten. Die einst hoffnungsfrohen Digger und Driller
sind Mavericks geworden, alte, närrische Einzelgänger,
die plötzlich anfangen, Tauben zu züchten und die
tagelang in der Bar hocken, wo die Lieder aus der
Music-Box sich in ihren zerzausten Bärten in Tränen
verwandeln.
Ich habe in Cherry Creek, Nevada, einer einsamen Ghost
Town am Rande des Steptoe Valley, viele solcher
gestrandeten Goldsucher getroffen. An die muss ich
immer denken, wenn ich mich selbst und viele andere
hier sehe, die immer noch meinen, sie könnten im Netz das große Rätsel der Liebe und das Problem ihrer Einsamkeit lösen.
Es geht nicht. Nicht hier.
Und zwar aus einem einfachen Grund: Unser Konzept von
der Liebe ist falsch.
Ich beziehe mich da mit ein. Wie die Goldsucher in
Nevada glauben viele - ganz gleich, wie groß das
soeben gefundene Klümpchen ist - dass dahinter noch ein
viel größeres auf sie wartet, ja, eine ganze Ader sich
verbirgt. Wer will die etwa einem anderen gönnen, der
vielleicht nur ein paar Tage länger durchgehalten hat?
Das aber ist die Mentalität von Roulette-Spielern -
auch die konnte ich ausgiebig in Nevada studieren.
(Dass Glücksspiel und Goldsucherei in diesem
US-Bundesstaat so dicht bei einander liegen, kommt ja
nicht von ungefähr.)
Hier im Netz lassen auch wir immerzu die
"Kugel" rollen.
Hin und wieder streichen wir gar mal einen Gewinn ein,
aber wir machen weiter. Geben wir's doch zu, wir sind
schon ganz schön süchtig nach solchen Gewinnen! Wir
haben auch eine Menge Tricks auf Lager, mit denen wir
hoffen, unser Glück ein bisschen befördern zu können.
Unsere größte Trickkiste ist dabei unser "Profil":
Wie kann ich mich am besten präsentieren, dass alle,
die mich sehen, auch sogleich mit mir in Kontakt
kommen wollen? Mit wie viel echter, wie viel geschönter
Wahrheit (vulgo: Lüge) trete ich hier auf? Ist man als
Mann "attraktiver", wenn man sich "soft" zeigt oder
"hart" oder sexgierig? Wer mehr will als bloß Sex, muss
sich diese Frage stellen. Weil sich hier eben viele
Wunsch-Intentionen kreuzen, muss man, sobald man sich
selbst für eine Variante entschieden hat, damit
rechnen, bei jenen des anderen Geschlechts nicht
wahrgenommen zu werden, die einer anderen
Wunschvariante folgen. Der Output an aktiven
Kontaktangeboten ist jedoch stets der gleiche. Das
frustriert, weil du immer mit einem, gemessen an
deinen Wünschen, reduzierten Rücklauf rechnen musst.
Dieses Spiel ist, das merkst du recht schnell, auf
Dauer sehr unökonomisch. Es erinnert an das Bemühen
von SPAMMERN, mit Millionen von Werbe-Mails vielleicht
ein paar kleine Prozente von Antworten zu ergattern,
die am Ende, in absoluten Zahlen, den ganzen Aufwand
lohnen könnten.
Nun ist für Männer, unter ökonomischen Aspekten
betrachtet, der Erfolg auf einer Single-Plattform wie
dieser noch ungewisser als beim Roulette-Spiel. Dort
hast du nur schwarz und weiß und das Glück in Gestalt
der im Kessel rollenden Kugel. Hier aber hast du dazu
noch das Unglück der ungleichen Verteilung zwischen
den Geschlechtern.
Es gibt im Netz zu wenig Frauen und zu viele
Männer.
Was bei den Frauen nun dazu führt, dass sie sich sehr
wählerisch geben können (obwohl viele, das sei
nebenbei bemerkt, diesen gnädigen Vorteil nicht gerade
verdienen). Viele strengen sich nicht mal an - ein
Foto, eine knappe Zeile Text, das reicht, und die
Männer reißen ihnen die Bude ein. Da soll noch jemand
die Frauen bedauern... ;)
Umgekehrt merkst du als Mann dagegen recht schnell: du
bringst es nicht. Obwohl du doch glaubst, eigentlich
nicht unattraktiv zu sein, und dein Profil ist sogar
recht schmackhaft angerichtet, bekommst du, gemessen
an deinem eigenen voluminösen Kontakt-Output, doch nur
wenig Resonanz, geschweige denn "unaufgeforderte
Post". Die Frauen brauchen das auch gar nicht - sie
werden schließlich ruck-zuck angebaggert und
heftig-deftig umworben.
Dein geringer Rücklauf als Mann ist aber nur allzu
verständlich: Dein Profil sortiert dich ja schon in
solche Kategorien, wie sie bei dem hier und überall
gegebenen Konzept der Liebe eben, je nach Aktualität
und zufälliger Attraktivität, abgefragt und verworfen
werden.
Du bist älter als 30? Lass es sein, einen Daddy hab ich
schon.
Du wohnst in Bergisch-Gladbach? Ich will aber jemanden
aus Thüringen. Du liebst Techno? Kommt für mich nicht
infrage, ich liebe Rock-Musik. Du bist Widder? Da kann
ich ja überhaupt nicht mit, etc.
Hier suchen wir der Illusion nachzuhängen, ganz
schnell jemand passenden zu finden, und haben es mit
Menschen in den unterschiedlichsten Farben und
Kategorien zu tun, die spätestens nach dem ersten
virtuellen Kennen lernen auf das zu sprechen kommen
werden, was sie nun gar nicht leiden können und was nun
dummerweise wieder gerade deine Vorliebe ist. Im
Trennenden das Gemeinsame finden, diese Kunst von
Liebenden kann hier nicht gedeihen. Hier herrscht das
Verhalten des Supermarkt-Einkaufs: klare Vorstellung -
prüfender Blick auf den Beipackzettel - gekauft oder
im Regal belassen.
Je deutlicher man sich im Netz hingegen dem
anpasst, sich nur auf eine Sache, auf einen Wunsch
verlegt, umso erfolgreicher wird man sein. Da das
sexuelle Bedürfnis bei den meisten von uns noch
virulent ist, lässt sich damit auch am ehesten noch
"Gemeinsamkeit" herstellen. Kurz: Wer hier
"bloss_poppen" will (so der Nick eines Mannes mit
erstaunlicher Resonanz), der wird klar einzuschätzen
sein und dementsprechende "Gewinne" einstreichen
können. Alles, was darüber hinaus geht oder darunter
bleibt, unterliegt den unwägbaren Gesetzmäßigkeiten
der Statistik und der Ökonomie. Und kaum einer merkt,
dass er zudem einem, wie bereits angedeutet, falschen
Konzept der Liebe aufsitzt, das ihm, des Sucht- und
Spielcharakters im Netz, nicht einmal
bewusst wird.
Was ist das falsche Konzept der Liebe?
Es ist, mit einem Wort, die illusionäre Rhetorik, die
Ideologie von der Liebe als der freien Wahl unter
möglichst offen zutage liegenden Bedingungen. Ich
liebe dich (oder zunächst einmal: ich begehre dich),
weil ich dies und das und jenes von dir weiß und
erwarten kann: Dein Aussehen, deinen sozialen Status,
deine Kultur, deine Vorlieben usw. Wenn du so willst:
Ich habe deinen Beipackzettel (das "Profil") gelesen,
du scheinst mir geeignet, in die engere Wahl zu
kommen. Liebe ist in unserer Gesellschaft Freiheit
_zur_ Liebe, und Freiheit ist Wahl. Das ist
demokratietheoretisch korrekt, durchdringt aber auch
unser ganz persönliches Verhalten und unsere Gefühle.
Dass dieses Konzept etwas mit dem Kapitalismus und der
sich entwickelnden Warenwelt zu tun hat, ahnen die
wenigsten.
Es ist aber historisch ein Konzept, das erst zu Beginn
des 19. Jahrhunderts aufgekommen ist. Diese Zeit
kennen wir als die Zeit der - Romantik! Ökonomisch als
die Zeit des beginnenden Manchester-Kapitalismus. [Zur
Erinnerung: "Kapitalismus" ist einfach nur die
Wirtschaftsweise, in der die nutzbringende Verwertung
des Kapitals oder des Geldes Priorität hat; der
Begriff hat in diesem Sinne nichts
"klassenkämpferisches" an sich, er beschreibt ganz
einfach "wertneutral" die Bewegungsgrundlage der
modernen Ökonomie.]
In den Jahrhunderten, ja eigentlich Jahrtausenden
davor gab es in Liebesdingen keine "Wahlfreiheit". Und
die "romantische", auf gleichen Gefühlen, Interessen,
Wertvorstellungen beruhende Liebe gab es schon gar
nicht. Partnerverbindungen, also Ehen, wurden
arrangiert oder gar diktiert: Durch die Staatsraison
(in den Hochzeiten des Hoch-Adels), durch die
Familienpolitik (wobei oft zwei Familienunternehmen
sich ökonomisch miteinander verbanden) oder durch die
Sitte. Gefühle spielten niemals oder nur sekundär eine
Rolle. Die kamen später dazu und wurden _dann_ erst
Liebe genannt. Aber da waren schon die Kinder da und
an etwas anderes als an "Liebe", wenn nicht zum
Partner, dann doch zu den Kindern und zur Familie als
solcher, war auch gar nicht mehr zu denken. Was dazu
führte, dass diese Verbindungen meist ein Leben lang
hielten - da war der größte Teil des Lebens für die
Partner nämlich bereits verstrichen!
Eines ist gewiss: die Äußerlichkeiten, also Attribute
wie Alter, Schönheit, Sex Appeal etc. spielten damals
überhaupt keine Rolle, im Gegensatz zu heute, wo sie
fast das Wichtigste geworden sind bei der Wahl der
Partner.
Dabei sind sie es doch, die am allerwenigsten
vorhersehbar und eine verlässliche Basis sind - ein
Autounfall nach dem 3. Date, bei dem wir beide uns
unserer Gefühle schon ganz sicher zu sein scheinen,
und du bist gelähmt oder sonst wie fürs Leben
gezeichnet - und danach? Gibt es danach irgendwann
wieder ein "Date"? Ich würde nicht wetten wollen...
Das mythische Konzept der "Liebe auf den ersten
Blick", das hier im Netz ganz unterschwellig
mitläuft, ist verführerisch aber völlig falsch und
macht uns noch einsamer als wir eh schon sind.
Das merken wir natürlich nicht sofort - immerhin, wir
sind ja mitten drin im Spiel, an dessen Ende uns
vielleicht der "Hauptgewinn" (der ersehnte Partner)
oder wenigstens eine ganz heiße, rauschhafte Nacht
erwartet. Aber spätestens dann, wenn danach das
Telefon nicht mehr klingelt, folgt der Moment der
Ernüchterung. Einige geben jetzt auf, andere - die
meisten - fangen wieder von vorn an - wie die
Goldgräber von Nevada:
Das "Profil" müsste vielleicht noch einmal überarbeitet
werden? OK, setz ich ein netteres Bild rein. Auch der
Text könnte mal "auf Stand" gebracht werden - ich
sollte mal sagen, dass ich Kinder liebe, vielleicht hab
ich da mehr Chancen bei den allein erziehenden Frauen?
Wer sich hier nicht wieder erkennt, dem ist wahrlich
nicht zu helfen. Aber, seien wir ehrlich: Es ist ein
perverses Spiel. Eigentlich suchen wir die tiefe,
"ewige" Liebe - und schaffen es damit grad noch über's
nächste Wochenende...
Ich erzählte vorhin von den Ehen in den alten Zeiten
(die so alt nicht mal sind, und selbst vergangen sind
sie nicht, wie ein Blick ins heutige Indien, China,
Afrika lehrt). Wünsche ich mir die etwa zurück? Die
Zeiten der Familienräte, die sich zusammentaten, um
über die Verheiratung von 13-Jährigen zu sprechen? Das
tue ich keineswegs. Wo gibt es denn noch so intakte
Familien, die sich zu einem solchen Ratschlag treffen
könnten? Und würden sie noch andere, ähnlich intakte
Familien finden, mit denen das Arrangement zu treffen
wäre? Wo bliebe da noch die Freiheit des Individuums,
ja die Liebe in diesem Konzept?
Und doch müssen wir feststellen, dass wir diesen von
außen arrangierten Verbindungen heute wieder sehr
nahe gekommen sind, und zwar in einigen Sendungen des
"Reality-TV".
Jeder erinnert noch die Container, in denen eine Jenny
Elvers und ein Sladko und andere sich wochenlang unter
den Augen von Millionen Zuschauern als völlige Fremde
begegneten und die ihn - wenigstens zum Teil - als
arrangiertes "verliebtes Paar" wieder verließen.
Hier haben die Erfinder dieser Sendungen (z.B. "Big
Brother") vermutlich ganz unbewusst an jene
"Arrangement"-Zeiten angeknüpft, die ich oben
beschrieb. Ist das Zufall? Ist es Zufall, dass
Partnerschafts-Websites, die mit ausgetüftelten
"matching parameters" arbeiten, einen Riesenerfolg
haben, nicht nur in den USA? Die also ganz bewusst
nicht das Konzept des "freien Marktes" à la community
bedienen, sondern steuernd, also von außen (z.B. durch
ein kriteriengeleitetes Programm) die
Partnerschaftswilligen zueinander führen? Die Kriterien
sind, anders als im Mittelalter, nun eben nicht mehr
der gewinnbringende "merger" von 2 Königreichen oder 2
Familien, sondern sie können sich ganz individuell an
den Wünschen der Partner orientieren - und an
wissenschaftlichen Vorgaben, die zur Haltbarkeit der
Verbindung noch beizutragen vermögen.
Würde ich hier im Netz vielleicht sagen: seht
her, ich habe AIDS oder bin Damenwäscheträger und such
einen Partner - in den bezeichneten Arrangements
finden sogar solche Menschen jemanden, der sie lieben
kann. Das zeigen Erfahrungen in den USA. Dem Computer
sein dank - auch in Indien oder im Mittelalter hätte
wohl keiner mit vergleichbaren Eigenschaften ohne
diesen neuzeitlichen Apparat eine Chance. Doch der
Rechner ermöglicht es im 21. Jahrhundert, unserem
fundamentalen Streben nach Individualität und
Gemeinsamkeit noch so etwas wie Liebesglück und
Stabilität hinzuzufügen.
Hier im Netz ist Partnerschaft dagegen
ziemlich zufällig, willkürlich. Manchmal klappt's,
meistens nicht (jedenfalls nicht wie erhofft), und die
"Liebe" bleibt, was sie den meisten unter diesen
Umständen erscheint: etwas mystisches, "ein seltsames
Spiel", wie es im Schlager heißt.
Dabei ist sie die Summe ziemlich rationaler,
operativer Faktoren. Nur sollten sich alle dessen
bewusst sein und weniger "die Kugel" des
Single-Roulettes spielen wollen. Wem das Spiel
wichtiger ist als der Gewinn - bitte sehr, möge er
oder sie weiterspielen. Hier am Rechner übrigens immer
in schmerzlich-einsamer Distanz zum "realen Leben".
Dass wir für diese Entsagungsarbeit bei der
Partner-Wunscherfüllung auch noch unbewusst eine
schöne Dividende einzustreichen wünschen, ist uns
meist ebenso wenig klar, trägt letzten Endes aber zur
"Überfrachtung" unseres "Traumschiffes der Liebe" bei
- und zu seinem ziemlich vorhersehbaren Kentern. Es
sind schon sehr viele, die das hier erfahren haben.
Die Zuschriften beweisen es - und die teils offenen,
teils verklausulierten Andeutungen auf manchen
(weiblichen) Profilen.
Ich wünsche Euch allen, und mir natürlich auch, eine
gute Zeit.
Ich "spiele" hier ein bisschen mit. Aber suchen
tue ich nicht mehr. Ich werde mir einen neuen "Nick"
wählen und mache es "bloss_poppen" nach. Das ist
straight and clear.
Für die Gefühle und die "große Liebe" setz ich mich an
den Strand und lerne mal wieder die alte Kunst des
Flirtens "face-to-face". Weil Kribbeln im Bauch
nämlich auch was Schönes ist. Vielleicht kommt ja ein
Computer vorbei und hat sogar den Mann dabei, der mir
dermaleinst die Blumen ans Grab legt?
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