Leben? Ein großes Wort, und doch nur fünf Silben! Jeder defeniert dieses Wort anders, und doch kommt immer das gleiche rauß. Ich arbeite in einem Seniorenheim, auf einer Station. Es macht mir freude, obgleich, ich vieles sehe, und schon gesehen habe. Nicht die Bewohner sind meist, sehr anstrengend, sondern Ihre Angehörigen. Oft, ja sehr oft, kommen Sie und beschwehren sich. Wenn`s wenigstens wichtig wäre. Meine Mutter, Vater, Opa, Oma, bekommt keinen Zucker, keine Milch in den Kaffee?
Klar nicht,es besteht eine Milchallergie, und die beschwerden, die Ihre Angehörige/n haben, möchten wir nicht verschlimmern.Oder, Ihr Vater/Mutter/Oma/Opa, möchte keinen Zucker. Die Antworten sind meist,daß hat sie/er, noch nie gehabt, oder sie/er haben ihr lebtag immer den Kaffee mit Zucker getrunken. Mein gedanke ist jedenfalls sehr oft, Daß es doch wichtigere Fragen gäbe, als wie diese. Ich nehme meinen Beruf sehr ernst. Wenn jemand schmerzen hat, leide ich insgeheim mit, und versuche dies zu lindern. Wir, das Pflegepersonal, kennen unsere Bewohner anders, als Ihre Angehörigen. Wir können ein Freundschaftliches Verhältnis aufbauen. Viele, können sich bei uns fallen lassen, und so sein, wie sie wollen. Eine sehr liebe Bewohnerin sagte mal, ich darf meine Schmerzen, meinen Kindern nicht zeigen, weil diese sich kaput machen würden. Also, bin ich halt grantig, oder rede nicht viel. Oder wie eine Dame mal sagte, ich lebe jetzt hier, ich weiß, daß ich mit meinen Füßen nicht mehr rausgehe, kann sein wie ich möchte, brauche keine rücksicht mehr auf etwas nehmen, da Sie mich ja kennen, und wissen warum,ich mich wohl fühle, hier im Haus, mich selber äußern kann,und meine Wünsche selbst sagen kann, und mein Sohn, ist nicht zu frieden. Ich verstehe dies nicht? Wer lebt hier, mein Sohn oder ich? In vielen Fällen, brauchen nicht unsere Bewohner eine Therapie, sondern unsere Angehörigen. Alle die, in diese, Residenzen Wohnen, leben mehr in der Wirklichkeit, als wir, die hier arbeiten, und nach hause gehen können, oder die Besucher. Oft denke ich, wenn wir wieder jemanden von uns gehen sehen, Du konntest zwar nicht mehr so träumen wie wir alle, aber du konntest dich fallen lassen, so sein, wie es dir gerade war, und wir haben dich aufgefangen, gestützt, und wenn du wolltest auch auf Kissen gebettet. Wenn Du uns angeschrieen hast, wußtest Du, daß wir wissen, da Du dies jetzt brauchst.
Auch wir nehmen Abschied,und für keinen, kann es rutine werden. Ein Angehöriger meinte mal," Ach erzählen Sie mir bloß nicht, als ob es euch noch was ausmacht. Ein Tierarzt, sieht auch nur sein Geld." Ich stand da, schluckte, wurde rot, und meinte nur noch, "Tschuldigung, aber ich habe zu tun." Mir viel in diesen Moment wirklich nichts mehr ein. Meine Gedanken, paar minuten später, waren nicht gerade schreibfähig. Wir arbeiten mit Menschen, die Körperlich/Geistig eingeschränkt sind. Nur der Körper wird älter, aber der Geist bleibt jung, und wurde je älter man wird erfahrener. Wir, ich habe meine besten Freunde im Seniorenheim. Ich versuche Ihnen daß beste von mir zu geben, und ich bekomme das beste von Ihnen zurück. Das ist für mich, das Leben.