Warum? Da das Geld in dieser Zeit nicht viel Wert war durch die damalige Inflation. So war zum Beispiel ein Brot von morgens bis zum Abend im Preis von 100 Mark auf 200 Mark geklettert oder noch höher, so dass der erhaltene Lohn innerhalb einer Stunde nichts mehr wert war. So hatte sich in den Jahren 1920 - 1930 das Geld immer mehr entwertet.
So war es für die Menschen in Deutschland doch ein " Segen ", dass ein Mann kam und dem Volk helfen wollte. Er begeisterte die Massen, brachte Arbeit und Lohn. Keiner glaubte, dass dieses in einen neuen Krieg enden würde.
Das Volk hatte ja wieder was zu Essen - konnte sich was erlauben - es wurde wieder gebaut.
Manch einer streitet es ab, wenn er in den Jahren zwischen 1925 bis 1935 - vielleicht auch noch jünger oder älter _ nicht nationalistisch erzogen worden war und nur an das damalige Gute geglaubt hat. Wir wurden ja so erzogen, genau so, wie in späteren Jahren in der früheren DDR die Jugend. Man kannte ja nichts anderes.
Unsere Eltern heirateten und wir Kinder kamen nach einem und zwei Jahren danach auf die Welt. Einige Jahre später zogen wir dann aus unserer Geburtsstadt in ein ländliches Dorf, wo wir Kinder auch die Schule besuchten. Zu den Geburtstagen der Großeltern, die in unserer Heimat wohnen blieben, fuhren wir jedesmal. So auch einmal wieder, blieben auch dort über Nacht. Morgens in aller Frühe spazierten mein Vater und ich noch vor dem Frühstück durch einige Strassen um Brot einzukaufen.
Uns viel auf, dass einige Geschäfte, wo wir früher unsere
Kleidung und auch Esswaren eingekauft hatten, die Fenster zerkleinert, die Auslagen wirr herum lagen. Auch unser damaliges schönes Karstadt war darunter, wo wir doch so manches Jahr vor Weihnachten an den hinteren großen Fenstern als kleine Kinder unsere Nasen plattgedrückt hatten. Da war in der Zeit der Weihnachtsmann in den Fenstern zu sehen und holte so allerlei Sachen aus seinem Sack hervor und zeigte dieses der staunenden Bevölkerung.
Da kamen Puppen hervor, Holzspielzeug, Unterwäsche für Damen und Herren, Eisenbahnlokomotive - vom Weihnachtsmann halb hoch über der großen Scheibe geschoben wurde usw.
Auch dieses Geschäft war demoliert. Meinen Vater muß ich mit meinen kleinen Augen gr0ß fragend angeschaut haben. Er sagte bloss, lass uns weiter gehen, schau nicht so hin. Ich glaube, damals hat mein Vater schon einen gehörigen Schock bekommen. Erst Jahre später, ich war schon lange aus der Schule und Lehre, als ich etwas von einer Progrommnacht hörte und so nach und nach mir einen Reim machen konnte bzw. ein fiel, was damals in meiner Heimatstadt passiert war.
Fortsetzung folgt
Leben im 3. Reich oder: Wie kam es zum dritten Reich!
Nach dem ersten Weltkrieg 1914/18 - der Kaiser geflohen, Parteien wie Sand am Meer - unsere Landwirtschaft in Schulden - viele Fabriken hatten vorher Rüstungsgüter hergestellt und mußten schließen - viele Arbeiter dadurch arbeitslos und dadurch hungerte sich das Volk durch die Jahre. Männer, die noch Arbeit hatten, arbeiteten für einen Hungerlohn. Die Ehefrauen dieser Arbeiter standen an den jeweiligen Fabriktoren oder Geschäften, wenn Lohnauszahlungen waren und nahmen den Lohn in Empfang.
2 Platinern gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel