Wunschgemäss versichere ich, dass dies mein eigener Text ist.

Mich wundert, dass eines der zur Zeit am meisten diskutierten Themen hier überhaupt nicht erscheint: Die "unterstützte Selbsttötung", um den Begriff exakt zu fassen. Das heisst: Der Helfer besorgt Chemikalien, ggfs. auch Maschinen, und überlässt dem potentiellen Selbstmörder den letzten Schritt. Die Meinungen sind kontrovers, wie nicht anders zu erwarten. Die Kirchen sind dagegen, wie nicht anders zu erwarten. Die Menschen in Pflegeheimen, die einmal am Tag neu gewickelt, in den Rollstuhl gesetzt und ansonsten mit Tabletten ruhiggestellt werden, fragt man erst gar nicht. Denn jeder Insasse eines Pflegeheimes bringt gutes Geld, aus seinem Vermögen oder vom Staat. Wer mehrfach solche Heime besucht hat, kann nicht ernsthaft von guter Betreuung reden. Das tun allenfalls Politiker, die eine noch überhaupt nicht existente Hospiz-Bewegung ankündigen, aber leider, leider kein Geld dafür haben. OK, es gibt Luxusheime, die kann aber ein Normalbürger nicht zahlen.

Also greift man die Menschen an, die solchen alten Lebensüberdrüssigen helfen wollen, den Dr. Kusche z. B. oder die Schweizer Dignitas, in Deutschland "Dignitate". Die wollen, so die allerchristlichsten Argumente, bloss Geld verdienen. Dass es wesentlich mehr Geld bringt, Dauerkoma-Patienten noch einige Jahre zu pflegen, zu operieren, Stücke herauszuschneiden wegen Wundliegens und alle Zähne zu ziehen (ein Freund von mir hat es an seiner Mutter erlebt), davon redet man nicht. Heute wird ein alter Mensch ganz schnell zum offizillen Pflegefall, den man aber mit Hilfe der modernen Medizin noch einige Monate oder sogar Jahre am Leben hält. Früher, zur Zeit der Grossfamilien, wurden die Todeskandidaten ins hinterste Zimmer verlegt, damit man ihr (bloss) tagelanges Schreien nicht hörte.