Manchchmal verliert man sich ein wenig, verliert seinen roten Faden. Getrieben vom tosenden Leben, von den Berufs- und Alltagsverpflichtungen. Von ...
In meinem Leben hatte ich schon mal völlig meinen roten Faden verloren.

Und manchmal und immer wieder gibt es diese (Glücks-)Momente, Stunden der "unendlichen" Muße, wo man weltabgewandt in sich ruht. Wo man in eine andere Welt versinkt, wie ein kleiner Autist. Wo man sich ganz schnell wieder findet. Wo die Seele auftanken kann. Es sind ganz individuelle ureig`ne Inseln im (manchmal stark wogenden Lebens-) Meer. Diese oft auch nur kleinen Inseln sollte man immer wieder suchen, auf sein Inneres hören; sollte sie aufbauen/zusammenfügen ... bis sie sich zu einer großen Insel zusammenfügen. Einer Insel, die ein Wall ist gegen sämtliche Widernisse.

Meine kleinen "Tiro-Inseln" finde ich, wenn ich stundenlang ganz für mich alleine an einem romantischen Wald-See versunken sitze. Oder in einer einsamen Waldhütte mit einer nie versiegenden erfrischenden Quelle nebenan. Alleine an diesen Orten ODER ... in ganz vertrauter Zweisamkeit - mit "Dir irgendwann in spe" - mit Picknick aus Rucksackverpflegung.

Weitere ureig`ne Inseln sind bei mir das Tanzen ganz alleine zu Hause (zu völlig unterschiedlicher bis hingehend konträrer Musik wie Rock oder "Techno"/Trance => bei "psychedelischen" Klängen, da werde ich regelmäßig high) mit tausend Gefühlen und ebenso vielen Phantasien. Weitere Inseln sind lange Joggingläufe in der Natur oder Ausflüge auf Inlinern - wo leider die Freiheit durch die Vorgabe geteerter Laufwege eingeschränkt ist. (Leider zur Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht möglich.) Ausdauermäßig immer wieder gerne bis zur Erschöpfung, weil DANACH Gelassenheit, völlig innere Ausgeglichenheit, das Gefühl der Distanz zu allen Dingen, einkehrt. Bis hin zur Ausschüttung von körpereigenen Morphinen, den ersehnten glücksbringenden Endorphinen.

In den letzten aufeinanderfolgenden 3 Tagen hatte ich riesengroße Glücks-Inseln, täglich. Heute mit einem Freund beim gemütlichen Weizenbier zusammengesessen und stundenlang in Diskussionen/Gedankenaustausch versunken. Beide. Thema HEUTE waren die unerschöpflichen Weiten des Universums, Galaxien, Urknall, Singularitäten, Schwarze Löcher, Fragen wie "Ist Zeit linear?" oder "Existierte Zeit VOR dem Urknall = Beginn unseres Universums?", Gravitation, Quantenmechanik, moderne Physik und Philosophie, Stephen Hawking ("mister of the universe"), Einstein, Heisenbergs Unschärferelation, und, und, und ... ein schier unerschöpfliches absolut faszinierendes Thema. (Noch dazu "absolut ungefährlich" gegenüber politischen Themen, wo wir uns ab u. zu mal die Köppe heißreden, *lach.) Wir haben dann Hörbücher/Bücher von S. Hawking ausgetauscht ... bis zum nächsten Treffen.

Oder gestern und vorgestern: bin an beiden Tagen völlig versunken in Lektüre. Absolut autistisch abgetaucht in eine andere Welt. Erlebe ich nicht immer so. Völlig verschiedene Themen: über Che Guevara (den ich immer noch verehre), "kiloweise" Tageszeitungen, und - wie konnte es anders sein? - so an die 80 Seiten einer Biographie von Stephen Hawking.