Lebensretter
In den letzten Tagen wird mir immer bewußter, wie viele Menschen ihre Freiteit für andere opfern und dabei auch ihr Leben aufs Spiel setzen.
Vor einigen Wochen wurde ich für meine 50. Blutspende vom Deutschen Roten Kreuz geehrt. Ich war schon stolz, nicht auf die Ehrung, sondern auf die Tatsache, dass ich mit meinen ca. 25 Litern Blut (es werden 500 ml je Spende abgenommen) tatsächlich Menschenleben gerettet habe. Gleich-zeitig keimte wieder die Hoffnung auf, dass auch die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) einmal auf mich zurückgreifen wird. Nichts wäre schöner, als ein anderes Leben durch eine Knochenmarkspende zu retten. Seit 10 Jahren bin ich dort registriert, bisher hat sich aber noch kein "Treffer" ergeben.
Vergangenen Freitag wurde mir schlagartig bewußt, dass andere Menschen ihre Freizeit nicht nur mit Blutspenden oder ähnlichem verbringen, sondern auch ihr Leben und ihre Gesundheit für die Mitmenschen aufs Spiel setzen. Wir hatten hier in der Eifel den absoluten Jahrhundertregen mit Regenmengen bis zu 135 Liter/m². Weiträumige Überschwem-mungen waren die Folge, und mehr als 1000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW waren im Einsatz. Selbst aus den Nieder-landen und aus Belgien kamen Hilfstrupps. Morgens im Büro klingelte das Telefon. Kollege Conny meldete sich aus Eus-
kirchen und teilte mit, dass er mit seinem Löschzug in der Nordstraße im Einsatz sei. Das Wasser stehe dort bis zu einem Meter, alle Keller seien vollgelaufen. Ok, das wars. Conny würde nicht zur Arbeit kommen. Im Fernsehen sah ich später die Bilder, mit welcher Kraft das Wasser durch die Straßen strömte. Aber es waren weitere Kollegen, Freunde und Bekannte im Einsatz. Ich habe versucht, alle aufzu-zählen, aber ich wurde nicht fertig damit. Einen vergißt man immer, was hier ganz besonders schade ist.
Das war am 28.09.07. Heute ist der 02.10.07. Vergangene Nacht gingen gegen 3 Uhr die Sirenen. Wir haben eine freiwillige Feuerwehr. Für kleinere Notfälle gibt es eine Stammmannschaft, die über Piepser alarmiert wird. Sirene bedeutet demnach Großalarm. Ich hatte keine Ahnung, was los war, wußte nur, daß wieder Freunde, Bekannte und Kollegen raus mußten.
6.30 Uhr war ich im Büro, hörte die Lokalnachrichten von Radio Euskirchen. Wohnungsbrand in Lessenich, einem Stadt-teil von Mechernich. Eine Tote, 60 Feuerwehrleute im Ein-
satz, auch Kollege Conny. Ich erfuhr es gegen 9 Uhr, als er zum Dienst kam. Er sah müde aus. Ich fragte ihn, warum er nicht nach Hause gehe. Er fragte mich einfach nur, ob ich schlafen könne, wenn ich eine verbrannte Frau aus einem Haus getragen hätte. Ich mußte schlucken. Er mußte arbeiten, damit er zu Ruhe kam. Kurze Zeit später gab es die ersten Pressefotos. Conny steht unten auf einer Feuer-
wehrleiter, mit schwerem Atemschutz, dringt kurze Zeit später in das brennende Haus ein, um nach Menschen zu suchen. Er wird eine tote Frau finden und sie gemeinsam mit anderen Kameraden bergen. Ich denke den ganzen Tag darüber nach, wie selbstverständlich diese Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr ihren Job machen. Ohne Geld, ohne Lob und oft auch ohne Dank. Trotzdem riskieren sie, wie letzte Nacht, oft ihr Leben für andere Menschen. Wie dankbar müssen wir sein, dass es solche Leute gibt. Was sind da schon meine Blutspenden. Ich lege mich bequem zum Spenden hin, das wars. Aber die Leute der Rettungsdienste, die leisten wirklich harte Arbeit. Ich hatte bisher keinen von ihnen nötig, aber wer weiss, was noch kommt. Auf jeden Fall von hier aus ein ganz großes Danke an diese Menschen, ein Danke dafür, dass ich immer weiss, dass sie da sind, wenn man sie braucht.
Bildquelle: Kölner Stadtanzeiger/Schmitz
Vergangenen Freitag wurde mir schlagartig bewußt, dass andere Menschen ihre Freizeit nicht nur mit Blutspenden oder ähnlichem verbringen, sondern auch ihr Leben und ihre Gesundheit für die Mitmenschen aufs Spiel setzen. Wir hatten hier in der Eifel den absoluten Jahrhundertregen mit Regenmengen bis zu 135 Liter/m². Weiträumige Überschwem-mungen waren die Folge, und mehr als 1000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW waren im Einsatz. Selbst aus den Nieder-landen und aus Belgien kamen Hilfstrupps. Morgens im Büro klingelte das Telefon. Kollege Conny meldete sich aus Eus-
kirchen und teilte mit, dass er mit seinem Löschzug in der Nordstraße im Einsatz sei. Das Wasser stehe dort bis zu einem Meter, alle Keller seien vollgelaufen. Ok, das wars. Conny würde nicht zur Arbeit kommen. Im Fernsehen sah ich später die Bilder, mit welcher Kraft das Wasser durch die Straßen strömte. Aber es waren weitere Kollegen, Freunde und Bekannte im Einsatz. Ich habe versucht, alle aufzu-zählen, aber ich wurde nicht fertig damit. Einen vergißt man immer, was hier ganz besonders schade ist.
Das war am 28.09.07. Heute ist der 02.10.07. Vergangene Nacht gingen gegen 3 Uhr die Sirenen. Wir haben eine freiwillige Feuerwehr. Für kleinere Notfälle gibt es eine Stammmannschaft, die über Piepser alarmiert wird. Sirene bedeutet demnach Großalarm. Ich hatte keine Ahnung, was los war, wußte nur, daß wieder Freunde, Bekannte und Kollegen raus mußten.
6.30 Uhr war ich im Büro, hörte die Lokalnachrichten von Radio Euskirchen. Wohnungsbrand in Lessenich, einem Stadt-teil von Mechernich. Eine Tote, 60 Feuerwehrleute im Ein-
satz, auch Kollege Conny. Ich erfuhr es gegen 9 Uhr, als er zum Dienst kam. Er sah müde aus. Ich fragte ihn, warum er nicht nach Hause gehe. Er fragte mich einfach nur, ob ich schlafen könne, wenn ich eine verbrannte Frau aus einem Haus getragen hätte. Ich mußte schlucken. Er mußte arbeiten, damit er zu Ruhe kam. Kurze Zeit später gab es die ersten Pressefotos. Conny steht unten auf einer Feuer-
wehrleiter, mit schwerem Atemschutz, dringt kurze Zeit später in das brennende Haus ein, um nach Menschen zu suchen. Er wird eine tote Frau finden und sie gemeinsam mit anderen Kameraden bergen. Ich denke den ganzen Tag darüber nach, wie selbstverständlich diese Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr ihren Job machen. Ohne Geld, ohne Lob und oft auch ohne Dank. Trotzdem riskieren sie, wie letzte Nacht, oft ihr Leben für andere Menschen. Wie dankbar müssen wir sein, dass es solche Leute gibt. Was sind da schon meine Blutspenden. Ich lege mich bequem zum Spenden hin, das wars. Aber die Leute der Rettungsdienste, die leisten wirklich harte Arbeit. Ich hatte bisher keinen von ihnen nötig, aber wer weiss, was noch kommt. Auf jeden Fall von hier aus ein ganz großes Danke an diese Menschen, ein Danke dafür, dass ich immer weiss, dass sie da sind, wenn man sie braucht.
Bildquelle: Kölner Stadtanzeiger/Schmitz
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