Eines müß man Nobbi lassen, bis heute hatte er recht. Worüber er sich jedoch weniger äußerte, war die Höhe der Rente. Bei meiner Betrachtung möchte ich Selbstständige außen vor lassen, weil deren Altersvorsorge anders geregelt ist, sofern sie nicht auch in die Rentenkasse eingezahlt haben. Klar, nun weiß doch jeder, wer ohne Unterbrechung lange gearbeitet hat, gut verdient hat und möglichst auch noch über 40 Jahre in eine Betriebsrentenkasse eingezahlt hat, der bekommt auch eine ausreichende und gute Rente. Ich glaube nicht, dass es bei jenen zu Einschränkungen kommt. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen, sollte man sagen, aber dazu später. Dieses ist aber leider nicht die Regel, sondern im Vergleich zu der Häufigkeit von niederem Einkommen, eher selten der Fall. Die Masse bezieht Staatliche Rente, deren Höhe eben davon abhängt, wie viel und wie lange eingezahlt wurde. Jeder hat die Möglichkeit, sich die Höhe der Rente ausrechnen zu lassen. Was natürlich nichts daran ändert, wenn im Endeffekt die Rente nicht ausreicht. Ich lege hier einmal ein Beispiel zu Grunde, welches dem Durchschnitt entspricht. Der Mann hat 36 Jahre gearbeitet. 12 Jahre verbrachte er davon bei der Bundeswehr. ( Diese Zeit wurde Durch die BW vergütet. Insgesamt hatte er 4 Jahre Ausfall. Zeiten der Arbeitslosigkeit in der nichts eingezahlt wurde. Er ließ sich die Rente berechnen und konnte mit einer Rente von 900 Euro rechnen. Mit 55 Jahren wurde er arbeitslos, weil die Firma Konkurs ging. An neue Arbeit war nicht zu denken und er lebte mit vielen Einschränkungen vom Arbeitslosengeld. Da ihm die Rente von 900 Euro zu wenig erschien, wollte er zur weiteren Alterssicherung etwas dazu verdienen. Erlaubt waren neben dem Arbeitslosengeld 165 Euro. Paradoxer weise hätte er das nicht sparen dürfen, denn wenn Eigenkapital vorhanden ist muß dieses zuerst aufgebraucht werden. In 5 Jahren hat er sich eine Rücklage von 30.000 Euro erarbeitet, die er auf einem fremden Konto ausgelagert hatte. Mit 60 Jahren nahm er das Angebot, frühzeitig in Rente zu gehen an, um damit der Willkür, Demütigung und Abhängigkeit der Arbeitsargentur, zu entgehen. ( Schulungsmaßnahmen, 1 Euro Jop ) Das hatte eine Rentenkürzung von 18% zur Folge, 14% Krankenversicherung gingen auch noch ab, so dass ihm netto 615 Euro verblieben. Nach Abzug der Fixkosten,- Miete, Strom, GEZ, Telefon, - verblieben ihm 117 Euro zum Leben. ( Das Rauchen hat er sich abgewöhnt, ein Auto fährt er schon lange nicht mehr, selbst ein Bier für 1,20 Euro kann er sich nicht mehr erlauben.) Er bessert seine Rente damit auf, dass er Reklamepost verteilt und fast monatlich muß er auf seine Rücklage zurück greifen. Gar nicht aus zu denken, wenn in seinem bescheidenen Haushalt eine Reparatur oder gar ein Haushaltsgerät ausfällt und erneuert werden muß. Ja gut, die Rücklage, aber wie lange noch? Ohne Rücklage, die er eigentlich gar nicht hätte haben dürfen, wäre er total aufgeschmissen. Die Rücklage verhindert wiederum, dass er einen Mietzuschuss erhält. Am Gesellschaftsleben nimmt er so gut wie gar nicht mehr teil, dort wo sich etwas abspielt, kostet es auch was. Also auch kein Wunder, dass man ihn nur noch kurz sieht, wenn er spazieren geht. Noch nicht mal einen Hund, den er gerne hätte, kann er sich leisten, damit er nicht alleine spazieren gehen muß. Der Gedanken, dass er dieses Leben noch 25 oder 30 Jahre leben soll, nimmt ihm manchmal den Lebensmut und läßt ihn am Sinn des Lebens zweifeln. Das das kein Einzelfall ist, haben auch die Politiker realisiert und es wird darüber debattiert. Unter anderem erwägt man eine Umverteilung. Die Menschen mit hohen Renten, sollen denen mit niedrigen Renten etwas abtreten. s.o. Eine Entscheidung, ähnlich schnell, wie sie von statten ging, als es darum ging Opel oder die Banken zu retten, wird es wohl nicht geben. 900.000 Menschen sind es derzeit, die ihre Rente aufbessern, und was geschieht mit ihnen, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind? Das ist nur eine Sparte der Armut, jeder zehnte Mensch, - ins Besondere auch die Kinder - leben unter der Armutsgrenze. Wen tröstet es da, das Deutschland mit eines der führenden Länder ist, was den Wohlstand betrifft. Würde mich interessieren wie ihr das seht, besonders die Betroffenen. Wer darüber diskutieren möchte, kann das auch gerne in meinem Forum tun, dort ist das ein Thema. L.G. Copyright by Irma www.platinnetz.de/forum/26341/club-50-----selbsthilfegruppe-fuer-mensch