'Ich liebe Dich!' Das sind die Worte, die jede Frau gern von ihrem Mann hört und die der Mann so schwer über die Lippen bekommt. Aber warum ist das eigentlich so?
In einer intakten Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau ist das Zusammengehörigkeitsgefühl stark ausgeprägt und es ergreift alle Ebenen des Lebens. Dieses Gefühl hat tiefe Wurzeln im Innenleben eines jeden Partners das sich hormonell und auch ideell begründet. Die hormonelle Seite ist eher eine Seite der evolutionellen Entwicklung des Menschen und ist deshalb auch nicht außer acht zu lassen, denn damit lassen sich viele, für manche unverständliche, Verhaltensweisen erklären, ohne dass man dabei auf die rein wissenschaftlich Basis eingehen muss.
Der innere evolutionell basierende Zusammenhalt einer Beziehung beruht, obwohl es für viele nicht den Anschein hat und auch viele nicht wahrhaben wollen, auf die Fortpflanzung und die damit verbundene 'Erhaltung der Art' mit dem dafür best möglich geeigneten Partner. Bei der Auswahl des Partners lassen wir uns durch Instinkte und Emotionen leiten, die wir manchmal nicht erklären können und die uns unverständlich sind, weil wir in diesem Moment meist nicht logisch denken können. Aber unter dem Gesichtspunkt der Fortpflanzung funktionieren unsere 'Urinstinkte' noch hervorragend. Wir orientieren uns z.B. am Aussehen, am Geruch oder auch an der sozialen Stellung des Partners, ohne es bewusst zu merken, denn nur wenn diese Faktoren zusammen passen, ist die Erhaltung der Art gesichert und sinnvoll.
Jetzt ist aber der Mensch das einzige Lebewesen, das logisch Denken und seine Verhaltensweise danach ausrichten kann, und in dem Zusammenspiel von Instinkt und bewusstem Handeln beginnen eigentlich die Probleme in den heutigen zwischenmenschlichen Beziehungen.
So lässt sich eine Frau wesentlich mehr von ihrem inneren Gefühl (oder auch Instinkt) leiten als ein Mann, der mehr Bewusstsein mit ins Spiel bringt. Somit begründet sich auch die festere Bindung der Frau zum Mann, (in Bezug auf die 'instinktive Erhaltung der Art') als der Mann in der Lage ist, der Frau diese Bindung auch zu 'täglich' zu bestätigen in der Form, das er Liebeserklärungen äußert. Die tiefe Bindung der Frau zum Mann ist nämlich evolutionell Begründet und erforderlich. Der Mann hingegen hat seinen 'Vermehrungsauftrag' erfüllt, wenn er seinen 'Samen' (im Sinne von Anlagen) weitergegeben hat.
Die Familien brechen hauptsächlich (natürlich unbewusst) aus diesem Grunde anschließend auseinander, manchmal erst nach vielen Jahren. Trotzdem gibt es Beziehungen, die weiterhin zusammen bleiben und das ist ein Anzeichen für das Beherrschen der inneren Gefühle im Zusammenspiel mit dem Bewusstsein.

Das bewusste Erleben von Gefühlen, oder besser gesagt, das bewusste Erlernen der eigenen Gefühlswelt und der des Partners durch das gemeinsame Erleben von Sexualität (im weitesten Sinne) im Einklang mit der Harmonie der eigenen Umwelt sind eine gute Basis für eine gut funktionierende Beziehung. Das Aufeinandereingehen und die Akzeptanz der Schwächen des anderen Partners sind dabei eine Grundvoraussetzung, denn wenn jeder seine eigene Identität in den anderen projiziert ist die Harmonie perfekt.
Nun ist die Empfänglichkeit für jegliche Art Emotionen bei der Frau stärker ausgeprägt, als beim Mann und darin sollte die Frau eigentlich eine Aufgabe verstehen, den Mann behutsam in diese Welt einzuführen, denn der Mann legt eher ein 'Machoverhalten' an den Tag (das ist geschichtlich bedingt und notwendig) und hat keine Ader für diese Art von Gefühlen.
Ein Weg dorthin öffnet sich über die sexuelle Beziehung zwischen den Liebenden. Wenn die Partner bereit sind, sich auf die Erforschung des anderen Körpers und der erogenen Zonen einzulassen und bewusst die Befriedigung des anderen in ihrem geistigen Vordergrund stellen und auch noch bereit sind, über die guten und schlechten Erfahrungen miteinander zu reden, ist das der Schlüssel für das Öffnen der Tür zur inneren und äußeren Befriedigung und dem bewussten Ausleben der uns von der Natur gegebenen in uns steckenden Gefühle.
Nun hat aber die sexuelle Erfahrung und die Bereitschaft, 'Sex und Beziehung' im weitesten Sinne zu erlernen in der heutigen Gesellschaft nachgelassen oder sie ist durch andere Erlebnisse und 'Ergüsse' ersetzt oder überlagert worden. Die sprichwörtliche Befriedigung erfolgt heute vielerorts über alternative Erlebnisse, wie Geld, Reisen, Shopping, also Wohlstand im weitesten Sinne. Gerade durch diese Inanspruchnahme der Gefühle durch materielle Werte ist die 'Verarmung' und das Erkalten der menschlichen Beziehungen zu erklären. Wenn materielle Werte in den Vordergrund der menschlichen Existenz rücken, ist kein Platz mehr für Gefühle.
Das Erlernen von Gefühlen und die Akzeptanz von Gefühlen anderer ist aber der Grundstein für das Glück der Menschen, ja sogar die Voraussetzung für die weitere Existenz der Menschheit auf unserer Erde.
Und genau an dieser Stelle hat jeder Einzelne von uns die Möglichkeit, seinen Beitrag dazu zu leisten, indem er seine eigene Beziehungswelt durchdenkt und versucht, den anderen zu verstehen. Der Weg dorthin ist der Weg über die Sexualität und das Erlernen von bewusstem Empfinden von eigenen Gefühlen und die der anderen. In den meisten Fällen ist dies der Lebenspartner. Wenn man sich auf diese 'Herausforderung' einlässt, wird man bald merken, welches Machtpotential und welche göttliche Erfüllung in der Liebe steckt. Man wird merken, dass sich das eigene Bewusstsein und die eigene Weltanschauung (im Sinne von Wahrnehmung) ändert und man viele Sachen anders betrachtet; das eigene Werteverhalten wird sich ändern.

Dies alles schafft allein nur die Liebe. Dazu hat jeder Mensch eine Chance und man sollte sie nutzen. Es gibt nichts Höheres und Vollkommneres als die Liebe und das Glück der Menschen findet sich in der Liebe. Sexualität ist der Grundstein der Liebe zwischen Mann und Frau und damit hat jeder Partner die Chance, seine eigenen Gefühle und die des Partners zu verstehen und zu erfüllen und somit sich und letztlich auch der Existenz der Menschheit einen Sinn zu geben oder auch den Sinn zu bewahren.