"Wie lange brauchst du, um deine Sachen zu packen?" hatte Nick gefragt.
"Vielleicht zehn Minuten," antwortete ich ohne zu überlegen.

Während ich die Treppe hoch stürmte, zur Wohnung meines Bruders, dachte ich an Nick und seine Worte, als wir unter einem Baum Rast gemacht hatten:
"Die Liebe ist wie ein Tropfen vom Morgentau, die von einem Blatt zu einem nächsten Blatt hinunter tropft. So kostbar und herrlich schön anzuschauen durch das Licht der Sonne die jeden Tropfen im eigenen Glanz erstrahlen lässt."
Nick hatte für fast jede Gelgenheit den pasenden Vers parat, und ich liebte ihn dafür, denn diese Reime und Verse, so leicht und wie zufällig vorgebracht, offenbarten sie mir doch den wahren Nick.

Und nun stand ich in der Wohnung meines Bruders, der mich aufgenommen hatte, ich schmiss meine Tasche aufs Bett und leerte die Schubladen, die man mir überlassen hatte. Auf den Küchentisch legte ich eine Nachricht, "es ist passiert,
ich habe "Ihn" getroffen. Hab Dank für alles, ich melde mich.Kuss. M.
Jetzt aber wollte ich ihm nicht begegnen, denn er würde mich bestimmt zurückhalten wollen, seine Bedenken anmelden und mir Vorhaltungen machen.
Ich aber wollte zu Nick, denn dieses Mal würde es kein kennen lernen sein. Wir kannten uns und wir wollten mehr, wir wussten es beide.
In der Zeit die ich gebraucht hatte war Nick nicht untätig gewesen und hatte seine erneute Abwesenheit von der Klinik geklärt.
Nick empfing mich an der Tür, er nahm mich in die Arme drückte mich fest an sich, sah mir tief in die Augen und sagte leise: "Bist du ganz sicher?" meine Kehle war wie zugeschnürt, ich konnte nur nicken, da küsste er mich und dann sagte er: "Ich habe immer gehofft, dass ich eines Tages eine Frau treffe, die es mir nicht sagen wird, weil ich es in ihren Augen sehen werde." Zärtlich küsste er meine Augen, um dann die Tasche mit Schwung in den Kofferraum zu werfen. Und dann fuhren wie wieder Richtung Süden, der Sonne entgegen.
Manchmal, wenn ich dachte vor lauter Glück zu zerspringen, legte ich meine Hand auf seinen Schenkel, einfach um ihn zu fühlen, ihm nahe zu sein, dann sah er mich an, um dann bei nächster Gelegenheit irgendwo abseits den Wagen zu parken, mich in die Arme zu nehmen, mich heiß zu küssen und mich zu lieben.


Wir waren weit gefahren und hatten kein Zimmer bekommen und so parkte Nick den Wagen am Waldrand und wie schon beim ersten Mal, benutzten wir sein Auto als Schlafgelegenheit. Nachdem wir uns zuvor in einem Restaurant gestärtkt und im Waschraum erfrischt hatten. Lagen wir uns in den Armen, liebten uns und sahen in den Sternenhimmel und wussten, es würde nie vergehen.

Auf unserer Fahrt kamen wir an einen See, es war noch recht früh und Nick sagte: "Morgens um 5h am Strand...fühlst du dich wie auf einer Insel.. gehst barfuss durch den Sand. Hörst wie die Vögel sich zu unterhalten beginnen, ein munteres Zwitschern. Die Wellen sich am Strand die Hände reichen.... die Luft im Wechsel zwischen lauwarm und etwas kühler werdend dich umgarnt.. und du bist frei... Und wir stiegen aus und liefen barfuss im Sand, lachend wie die Kinder, und wir fühlten uns frei.

Nick hatte ein Haus gemietet, das er aus früheren Zeiten kannte und das am See stand, den wir so liebten. Wir waren angekommen und schauten glücklich und zuversichtlich in die Zukunft und freuten uns auf unserer gemeinsames Leben.

Das Glück und die gemeinsame Zukunft in dem kleinen Haus am See konnten wir nur für kurze Zeit genießen. Das Schicksal hatte andere Pläne mit uns.
Doch niemals werde ich Nick und die glückliche Zeit mit ihm vergessen.

Maren