Weißt Du, wonach ich mich sehne? Nach einem Menschen, der sich die Mühe macht, sich in mich hineinzufühlen; nach einem Menschen, dem es nicht egal ist, wenn es mir dreckig geht; nach einem Menschen der (die) mir die Chance gibt, Mensch zu sein. Und ich sehne mich nach der ganz großen Liebe, auf die ich seit 40 Jahren warte und ich sehne mich danach, meinen Kopf in ihren Schoß zu legen und ihre zärtlichen Hände in meinem Gesicht zu spüren. Ich sehne mich danach, dass sie mir die Tränen trocknet, wenn ich einmal wieder ganz tief innen verletzt und verzweifelt bin. Ich sehne mich danach, dass sie wenigstens einen Versuch wagt, mich zu verstehen. Ich sehne mich nach echter Liebe, Geborgenheit, Wärme für die Seele und Zärtlichkeit. Ich sehne mich so sehr nach Berührung. Berühre mich mit Deiner Hand am Arm und Du hast den aufmerksamsten Mann, den Du Dir vorstellen kannst. Ich sehne mich so sehr danach, dass die Frau, die ich liebe, meine Seele berührt.

Nach außen hin bin ich ein alter Haudegen, den nichts und niemand erschüttern kann. Aber es hat sich nie ein Mensch die Mühe gemacht, in mein Herz zu sehen um zu entdecken wie ich wirklich bin. Ganz tief innen, so versteckt, dass ich es selbst oft nicht finden kann, versteckt, dass es nie mehr verletzt wird. Ich nehme dann lieber in Kauf, dass ich eine Absage erhalte. Dann kann ich mich weiter verschließen und niemand kann mich verletzen.
Ich möchte so gerne wieder Hand in Hand über unsere Blumenwiese laufen und ganz ich selbst sein und trotzdem geliebt werden oder gerade deshalb???
Ich rauche viel zu viel und „schnulle“ damit ganz tiefe Gefühle weg und manchmal rede ich einfach viel zu viel, nur – um nicht fühlen zu müssen. Diese brennende Sehnsucht, dieser Wunsch – endlich heimzukommen – zu dem Menschen – zu der Frau, die ich liebe und anbete. Dieses Heimweh, das mich seit zig Jahren quält.

Ich wollte mit 29 Jahren mein Leben beenden, weil ich das Heimweh nicht mehr ausgehalten habe. Das Heimweh nach der einzigen Frau, die ich je geliebt habe und von der ich nicht wusste, wo ich sie suchen soll und ob ich sie jemals finden würde. Ich habe auf der Kirchenorgel vier Stunden lang mein Leben, meine Liebe und meine Sehnsucht gespielt. Als ich an meine Zukunft dachte, habe ich mit einem Mal aufgehört und nur noch geschluchzt. Danach habe ich meine Sehnsucht ganz tief in mir versteckt und immer wenn sie hochkam, habe ich sie tiefer hinunter gedrückt. Irgendwann war ich kalt wie eine Hundeschnauze und habe geilen Sex mit Liebe gleichgesetzt und damit die entsprechenden Frauen angezogen. Gleiches zieht Gleiches an.

Dann kam der Zusammenbruch auf der Strasse und mein Magen füllte sich immer wieder mit dem Blut meiner verborgenen Sehnsucht und meinem verletzten Herzen. Es war für mich eine traumhaft schöne Zeit. Vier Wochen lang wusste ich, dass die Ärzte mir nichts tun können, weil sie nicht wussten, was sie tun sollten. Vier Wochen lang war ich mit meiner großen Liebe auf unserer Blumenwiese. Vier lange Wochen haben wir unsere Liebe und Zärtlichkeit ausgetauscht und vier Wochen lang habe ich ganz tiefe, wahre und echte Liebe gefühlt. Vier Wochen lang war ich „daheim!“ Liebe und Glückseeligkeit – vier lange Wochen. Geborgenheit, Wärme, Harmonie und Lebensfreude. Wahre Liebe und ungeahnte Zärtlichkeit. Ich bin angekommen und wollte für immer und ewig bleiben. Einfach ich selbst sein. Lieben und geliebt zu werden. Das ist die einzige Wahrheit. Das ist es, was uns göttlich macht. Und allein das ist es wofür es sich lohnt zu leben! Reine Liebe. Sich offen in die Augen sehen. In der Seele der Partnerin lesen und sie lesen lassen. Sich hineinzufühlen in den Partner und sich ohne Worte verstehen. Mein Magen rebelliert – ich lasse es zu, meine Seele spricht mit mir. Mein Herz rast – ich lasse es zu, es spricht mit mir. Ich „höre“ aufmerksam hin. Ich habe dreißig lange Jahre nicht mehr über meine Gefühle und meine Sehnsucht gesprochen. Ich dachte immer, wenn ich es vorlebe und wenn ich gebe, was ich ersehne, kommt es zu mir zurück. Ich habe daran geglaubt und glaube auch jetzt noch daran – trotz allem. Ich selbst habe mich von der einzig wahren Lebensader, der Liebe abgeschnitten. Mein Magen lässt die Rebellion und mein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig. Ich will jetzt keine Zigarette rauchen, keine Musik hören nur fühlen. Liebe fühlen. Ich bin vollkommen ruhig und kann loslassen, ohne mich zu verkrampfen. Ich kann loslassen und mir erlauben, meine Sehnsucht zu fühlen, ich kann Liebe fühlen, schön. Ich möchte so gerne wieder Hand in Hand mit ihr über unsere Wiese laufen…
Ich möchte so gerne wieder eine Krone aus Wiesenblumen flechten und Sie ihr auf den Kopf setzen. Ihr sagen, dass sie die Königin meines Herzens und meiner Liebe ist, es immer war und immer sein wird…
Ich möchte so gerne wieder Hand in Hand über unsere Blumenwiese laufen...