Gewalt hat in der Kindererziehung nichts zu suchen. Bei einem Treffen mit Freunden kam auch das Thema "Darf man Kinder schlagen?" zur Sprache. Kann man einen "Klaps" schon als Schläge bezeichnen? Doch wo ist die Grenze? Auch der "kleine Klaps" gehört für mich nicht zur Erziehung. Meine Kinder wurden niemals geschlagen, mussten jedoch die Folgen ihres Tuns ausbaden. Zerstört ein Kind etwas mutwillig, sollte es den Schaden von seinem Taschengeld wenigstens zum Teil ersetzen, um so die Konsequenzen zu spüren.
Doch mit Schlägen lassen sich keine Erziehungsprobleme lösen. Aus geschlagenen Kindern werden später oft schlagende Erwachsene, so dreht sich die unheilvolle Spirale immer weiter. Lieben lernt ein Kind nur durch Geliebtwerden...
Durch eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Kinderschutzbund habe ich erfahren, wie viele verzweifelte, geschlagene und sonstwie misshandelte Kinder sich in ihrer Not dem Sorgentelefon der Organisation anvertrauen und um Hilfe bitten.
Ich selbst bin ohne Schläge aufgewachsen, was in der Nachkriegszeit in den fünfziger Jahren eher eine Seltenheit war. Für meine Eltern war jedoch eine gewaltfreie Erziehung selbstverständlich. Ich gehörte zu den wenigen Kindern meiner Schulklasse, die ohne Angst aufwachsen durften.
Meine eigenen Kinder sind erwachsen und haben uns nie ernsthafte Probleme gemacht. Mein Enkel wird mit Verständnis und Liebe, aber auch mit der nötigen Konsequenz erzogen. Kinder brauchen Grenzen, um sich orientieren zu können.
Sie sollten eine glückliche Kindheit erleben dürfen. Dann werden - hoffentlich - glückliche Erwachsene aus ihnen, Menschen, die ehrlich und liebevoll sind, andere mit Respekt behandeln und für das kämpfen, woran sie glauben.
