Die Ehe der beiden war, wie so viele andere auch, am Ende. Die beiden Kinder, neun und sechs Jahre alt, sollten bei der Mutter bleiben, der Vater wollte sie regelmäßig zu sich nehmen, was den Schmerz der Kinder nicht minderte. Er zog aus, suchte sich eine kleine Wohnung und sie blieb mit den Kindern im gemeinsamen Haus. Beide schafften es nach einiger Zeit, ihr Leben neu zu ordnen und er kümmerte sich regelmäßig um seine Töchter.
Sie lernte einen neuen Partner kennen, der sich aber mit ihren Kindern nicht verstand. Auch ihr Mann orientierte sich neu, lernte eine Frau mit fünfjährigem Sohn kennen und zog nach ein paar Monaten mit ihr zusammen. Seine Sprösslinge vertrugen sich nicht mit ihrem Filius und es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Nach einiger Zeit beendet seine Frau (Ex-Frau kann man sie nicht nennen, keiner von beiden hat bis heute die Scheidung eingereicht) ihre neue Beziehung. Wie sie erzählte, hätte sie ihren Kindern keinen größeren Gefallen tun können. Wie ich schon vorausgesehen hatte, kam es ein paar Wochen später zu einer Versöhnung. Die Kinder mussten sich mit dieser Tatsache abfinden.
Die Sache wurde immer komplizierter. Wie oft in ähnlichen Situationen waren auch hier die Kinder die Leidtragenden. Sie trennte sich nach kurzer Zeit zum zweiten Mal von ihrem neuen Partner und nahm sich vor, erst einmal alleine zu bleiben.
Nun erzählte sie mir mit einer gewissen Genugtuung, dass die Freundin ihres Mannes sich von ihm getrennt hat. Sie hatte einen anderen kennengelernt. Er sucht jetzt eine andere Wohnung. Wieder mal. Sie ist überzeugt, dass die Trennung von ihrem Mann ein Fehler war... Die Kinder hoffen natürlich auf eine Versöhnung. Doch es gibt schon wieder ein Problem: Inzwischen hat er sich mit seiner Ex-Freundin wieder versöhnt. Sie ist im Moment am Boden zerstört. Und, was das Schlimmste ist, die Kinder auch...
Bild: pixelio
Jetti Kuhlemann
