Während heute die Faschingsumzüge durch die Straßen ziehen, gibt es für Musikfans in Frankfurt/Main ein Alternativprogramm.

Noch nie hatte ich vorher etwas davon gehört. Aber wofür hat man Freundinnen.
Hey, Lilly, hast du nicht Lust mal mitzukommen. Im Südbahnhof spielt eine Lifeband.

Südbahnhof ist mir ein Begriff, ein Bahnhof halt,wie alle anderen auch. Züge fahren durch, halten, nehmen Fahrgäste auf oder spucken sie aus.
Vielleicht kann man dort auch Zeitschriften kaufen und Naschzeug aus der Bäckerei.
Aber eine Lifeband......neeeeeee, davon hatte ich noch nie gehört.

Wir treffen uns kurz vor 11.00Uhr, müssen noch Karten besorgen. Sehr pünktlich bin ich angekommen, meine Güte, was für eine Riesenschlange. Und die wollen alle heute Musik hören.

Die letzten 30 Jahre war es kulturell doch eher ruhig um mich, ein wenig Out of Rosenheim, so komme ich mir vor.
Doch seit einigen Wochen, löst ein Ereignis das andere ab.

So, die Türen öffnen sich, die Menschen strömen hinein und wir haben Glück, bekommen auch noch Karten.
Nun übernimmt meine Freundin das Kommando, sie kennt sich aus. Treppen hinauf, im Saal erst mal einen Platz belegen, dann Mäntel an der Garderobe abgeben, Eintrittskarte unbedingt aufheben, dafür gibts ein Freigetränk und später die Chance auf ein Gewinn.

Der Saal ist riesig, die Tische und Stühle längst besetzt, doch wir finden in einer Ecke noch ein Stehtischchen. Der Blick auf die Bühne ist nicht so toll, aber wir haben um uns 2qm Privattanzfläche...schmunzel.

Um 12.00Uhr beginnt die Band. "Waymond Harding & his Soul Protectors". Nie hatte ich vorher diesen Namen gehört.
Und nun die Musk, es rockt, es soult, es bluest und es geht nicht anders, Lilly tanzt.
Der Rhythmus wird von den Beinen aufgenommen, jede Zelle erspürt den Takt, der Bass wummert im Bauch.
Bekannte Songs, man muss einfach mitsingen, die Stimmung wird immer mehr aufgeheizt, die Menschen steigen sogar auf die Tische, weil sie ihre Lebensfreude nicht bändigen können.

Life im Südbahnhof

Eine feine Adresse, um einfach gute Musik zu hören und um die verbrauchten Kalorien wieder aufzufüllen, wird echt frankfurterisch Rippchen mit Kraut serviert oder Handkäs mit Musik.
Jeden Sonntag, wenn ich Lust hätte, könnte ich mir nun so ein Musikspektakel antun, und ich weiß, diese Art von Kultur wird mir sehr gut gefallen.