Loriot, mein „Lebensretter“ in der „Humorwüste“ Deutschland, ich gratuliere Ihnen von Herzen zum Geburtstag und danke für so viele Aufheiterungen, ohne die ich „es nicht geschafft“ hätte!

Ich greife mir „Pappa ante Portas“, 1991 heraus und erzähle mal eben, was dieser Spielfilm für mich bedeutet:

Loriot, ich liebe Ihre Sketche, die Knollennasen und und und … aber „Pappa ante Portas“ ist meine Medizin gegen schlechte Laune und Trübsinn (hilft bei mir immer!).

Einige Dialoge des Films sind zwischen mir und meinem Freund längst zu „geflügelten Worten“ bzw. „Codes“ geworden, um uns gegenseitig zum Lachen zu bringen.

Meine Lieblingsfiguren sind die Schwestern Mielke, Gertrud Mielke (Ortrud Beginnen) und Brigitte Mielke (Dagmar Biener). Gertrud, „lang und dürr“, wird kongenial ergänzt durch Brigitte „klein und mollig“. Beide Schwestern tragen exakt die gleiche Frisur und sind sich in Hassliebe verbunden.

Wenn Brigitte nun beim Laubauffegen des leicht vertrottelten Heinrich Lohse (Loriot) ansichtig wird und ihm verschwörerisch zuflüstert: „Können Sie mir mal kurz den Sack aufhalten“ und wenig später: „Ich kann Ihnen auch schnell eine Rinderbrühe heiß machen“, dann „glüht die Leinwand vor Erotik“ und ich … bekomme meinen ersten Lachkrampf. In diesem Moment tritt mit strengem Blick Gertrud Mielke ins Bild und ruft ihrer Schwester, mit drohendem Unterton, zu „Brigitte, kommst Du mal?“ - Dieser Ausspruch funktioniert immer, um meinen Freund (oder auch mich) zum Lachen zu bringen.

Als Gertrud Mielke wenig später verschwörerisch zu Heinrich Lohse sagt: „Ich weiß nicht, ob sie es schon bemerkt haben, aber meine Schwester ist ja ziemlich wahllos im Bezug auf Männer“, dann muss man sich diese kleine Gemeinheit (auch gegenüber Heinrich Lohse) auf der Zunge zergehen lassen. Und so stottert Lohse denn auch: „Nein, das habe ich nicht bemerkt, ich habe gar nichts bemerkt“

Brigitte Mielke ist aber auch nicht ohne. Über ihre Schwester Gertrud lässt sie Heinrich Lohse wissen „dass Gertrud im Umgang mit Männern auch vielleicht nicht immer so ganz … aber das mit ihrem ersten Mann, das war ein ganz natürlicher Tod auch wenn die Leute etwas anderes sagen …“

Loriot schafft es in „Pappa ante Portas“ außerdem die „Fassbinder-Ikone“ Irm Hermann, als Hedwig, zu einer wirklich komischen Figur zu machen. Hedwig und ihr bigott-selbstgefälliger Gatte: „Hedwig und ich, wir ergänzen uns, wir waren in unserer Ehe nicht einen einzigen Tag getrennt“ und Hedwig: „Du Guter“ Diese Fassade reißt Loriot mit diabolischer Lust ein und lässt den Zuschauer in „menschliche Abgründe“ blicken.

Ein Brüller sind für meinen Freund und mich auch immer wieder die Auftritte des Süßwarenfabrikanten Direktor Drögel (H.H. Müller), der seine Schokoriegel „Doppelnuss im Sahnemantel“ und „Pistazienschaum als Trägermasse …“ so überzeugend präsentiert, dass uns schon vom Zuhören richtig übel wird.

Herrlich auch das „Aufklärungsgespräch“ zwischen Heinrich Lohse und seinem Sohn Dieter: „Deine Mutter und ich, wir waren ja auch nicht immer alt, wir sind ja nicht schon alt geboren …“ und „gut, dass wir einmal so offen über alles gesprochen haben“. Meist liege ich zu diesem Zeitpunkt schon mit Bauchschmerzen vor Lachen neben dem Sofa und mein Freund „muss mich zur Ordnung rufen“

Die wunderbare Evelyn Hamann, die Heinrich Lohses Ehefrau spielt, sagt in der Restaurant-Szene u.a. den unvergesslichen Satz „… sonst werfe ich mich auf den Boden und beisse in die Auslegeware“ - auch das ist für mich ein Brüller oder ihr: „Herr Direktor sie wissen, wie man mit Frauen umgeht aber ich bin doch nur ein Abenteuer für Sie“ aus einem frühen Sketch.

Loriot Ihre Filme, Sketche, Ihre Klugheit, ach einfach alles …, sind für mich Lebenselixier, Stimmungsaufheller und … absolut unverzichtbar!

© Jamerson akas Knüppel