Dies Sache ist die, sagte sie ein zweites mal und stützte sich beim sitzen auf die Lehnen des Sessels
Als Charlotte fünfzehn war verliebte sie sich in einen jungen Mann der kaum älter war als sie. Ich denke, Manuel war sechzehn oder siebzehn, und er war ein angenehmer junger Mann, mit sehr guten Manieren, obwohl er ein Ausländer war.
Nein, nein, um Gottes willen sagte Sonja, als sie das Gesicht von Mathilda sah. Diese runzelte nämlich nachdenklich die Stirn.
Ich meine, sagte Sonja, er war kein Deutscher und ich hatte auch nichts gegen diese Freundschaft, denn er stammte aus einem 1-A -Elternhaus. Sein Vater war Botschaftssekretär und die Familie kam aus Peru. Sehr angenehme Menschen.
Nun, jedenfalls, sie kannten sich von der Schule, weil Herr Aquayo, so hieß die Familie mit Nachnamen, auf dem Standpunkt stand, dass es gut sei, wenn seine Kinder mehrere Sprachen in Wort und Schrift lernten.
Charlotte gab ihm am Anfang Deutsch Nachhilfe. Wissen Sie, sagte Sonja und beugte sich zu Mathilda vor und sah sie an. Wissen sie, meine Charlotte ist und war schon als Kind ein überaus schlaues Mädchen, sie las sehr viel, war neugierig und ging von der ersten bis zum letzten Tag gerne in die Schule. Man sagte mir oft sie sei hochbegabt, aber ich sah das lange nicht. Nun ja, aus der Freundschaft wurde die erste große Liebe für zwei jungen Menschen. Ich habe dazu nicht viel gesagt, denn alle Verbote führen doch nur dazu, dass man es heimlich tut.
Diese Freundschaft nahm aber ein jähes Ende, denn die Aquayos wurden versetzt nach Amerika. Charlotte trauerte die ersten Tage sehr und weinte sich die Augen aus, das sie Ihre Liebe so schnell verloren hat. Ich tröstete sie und versprach dass bald ein neuer Freund auf der Bildfläche erscheinen werde und sie nicht mehr an Manuel denken würde.
Ein paar Wochen später kam Charlotte und beichtete mir, dass sie Schwanger sei. Das war nun nicht der Sinn der Sache, denn Lotte wollte studieren und keine Kinder hüten. Wir besprachen lang was aus der Schwangerschaft werden solle, ob dieses Kind leben oder abgetrieben werde.
Schließlich entschied sich Charlotte für eine Abtreibung und wir gingen zum Frauenarzt und baten um Rat. Charlotte war trotz ihrer Jugend sehr einsichtig und wusste das sie sich mit einem Baby das Leben verbauen würde. Wir hatten auch nicht die Mittel dazu, so ein kleines Wesen mit durchzufüttern.
Wissen sie Frau von Genzlin, ich habe meine Tochter selbst großgezogen, denn ihren Vater hat sie bis heute nicht gesehen und er hat sie immer verleugnet. Dies wollte ich meinem Kind nicht zumuten, und ich konnte auch nicht für dieses Kind sorgen. Ich musste Arbeiten ,um meiner Tochter ein Studium zu ermöglichen, ein Kind würde bedeuten dass einer von uns verzichten müsste. Lotte aufs Studium oder ich auf die arbeit .Also wir waren, wie gesagt beim Frauenarzt und der stellte fest, dass Lotte schon in der dreizehnten Woche war und ein Abbruch nicht in Frage kam.
Wir dachten über eine Adoption nach und das Schicksal war uns sehr hold, denn der Arzt und seine Frau wünschten sich aufs sehnlichste seit Jahren ein Kind, bekamen aber keine.
So haben wir alles in die Wege geleitet, dass dieses Ehepaar das Kind bekommen sollte. Der Doktor und seine Frau kümmerten sich rührend um Charlotte, aber immer war die Angst da, dass vielleicht meine Tochter anders entscheiden könnte.
Lotte dachte aber nicht daran es zu behalten, denn sie hat am eigenen Leib erlebt wie es ist, ohne Vater groß zu werden. Sie wollte dem Kind auch eine bessere Zukunft bieten und wusste dann auch wo ihr Kind hinkommt.
Im 7siebten Monat gab es Komplikationen und der Arzt riet zu einem Kaiserschnitt, was sie dann auch zustimmte. Was Lotte bis vor ein paar Wochen nicht wusste ist, dass es nicht ein sondern 2 Kinder waren.
Da Lotte schon vorher gesagt hat, sie will das Kind nicht sehen, sagten wir ihr nichts von der Zwillingsgeburt und die Kinder kamen erst einmal in den Brutkasten und Lotte verließ das Hospital nach ein paar tagen ohne Nachwuchs.
Das Ehepaar war überglücklich und sie hätten auch Vierlinge genommen, wenn die gekommen wären, sagte Sonja.
Mathilda ahnte und ihr wurde klar, wer der junge Mann da draußen war.
Kim Pauli ist der Sohn meiner Tochter sagte Sonja, um den Verdacht von Mathilda zu bestätigen
Ich glaube, sagte Mathilda, wir müssen wieder rein und alles klären, denn das hätte schon längst passieren sollen.
Da haben sie ganz Recht sagte Sonja und stand auch auf und folgte der Psychologin
.Lotte und Joachim starrten sich stur an und Kim Pauli fühlte sich nicht wohl in der Situation.
Warum, so fragte er sich, warum erzählt sie es ihm nicht jetzt, wo doch alles gesagt ist und was ist nun schon so verwerfliches daran, wenn ein junges Mädchen ihre Kinder zu Adaption freigibt, damit die ein besseres Leben haben können.
Er war aber nicht bereit den ersten Schritt zu machen und die Situation aufklären. Das so entschied er für sich selbst, musste Lotte wie er sie nannte, selbst machen.
Er fragte sich warum Lotte so eine Angst davor hatte es ihrem Mann zu erzählen, denn, Joachim schien ihm doch ein sehr vernünftiger Mensch zu sein.
Er betrachtete die beiden und verstand schon dass Joachim eine immense Wut auf ihn hatte, aber jetzt ihn freundlich ansah.
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