Lumpi und das Sparbuch
Der Krieg ist zu Ende,unsere Befreier sind da,so riefen die Leute.
So riefen die Leute. Menschen die vorher die größten Nazis waren. Sie hängten weiße Betttücher an die Fenster.
Bitter erzählte es mir meine Mutter. Neugierig wie wohl unsere Besatzer aussehen würden, und was man mit uns vorhatte, gingen wir auch zum Sportplatz hinter der Turnhalle. Mein Vater war nicht dabei, sicher arbeitete er noch.
Nun nahm meine Mutter ihre gewohnte Tasche mit allen Unterlagen unsere Familie unter den Arm. Ich, meinen Hund, ein Mischling aus Russland, der auf den Namen Lumpi hörte. Besagter Dackel wurde mit seinem Bruder von einem Heimkehrer unterwegs aufgelesen. Er passte gerade in seine Manteltasche. Soweit zu seiner Herkunft.
Lumpi konnte den Schornsteinfeger nicht leiden. Unter den Soldaten waren auch einige Dunkelhäutige. Lumpi sah einen, riss sich los und schnappte nach ihm. Der Mann lachte. Verwirrt sah der Hund hoch, und als es immer mehr schwarze Gesichter wurden, schrie er auf, und flüchtete zu meiner Mama auf den Arm.
Die Menschen kamen zögernd herbei, einer hatte sein Bettzeug unter dem Arm andere wiederum ein Laib Brot.
Unsere Straße hatte nur acht Häuser, dort spielten wir. Als es nun ans Zudrehen ging, schleppte die Bürgerwehr alles Mögliche herbei und verbarrikadierten diese.
Unten an der Pfrimm gab es zwei kleine Brückchen, die wurden gesprengt. Welch eine Dummheit. Die Soldaten legten ein Ponton drüber und das war es dann.
Man verbot mir, mich mit den Soldaten zu unterhalten. Zwecklos. Dafür war ich zu neugierig.
Wir verständigten uns mit Händen und Füßen. Und sah ein Ami ein junges Mädchen, dann rief er hinter ihr her,
„Frailein du kommen ?“
Nylonstrümpfe waren das bekannteste Tauschmittel gegen Liebe.
„Schewinggum“- (Kaugummi) „Matsches“- (Streichhölzer) waren heiß begehrte Artikel bei uns Kinder.
Und wer einem Soldaten zeigte wo ein
"Frailein" wohnte, oder gar eine erwachsen Schwester
hatte, bekam „Schaklit.“ ( Schokolade) So sprachen wir es aus, wir wusste es nicht anders.
Viele dieser jungen Burschen haben danach in Pfeddersheim geheiratet. Die Mädchen wurden zuerst als Ami Hure bezeichnet, und nach der Eheschließung beneidet. Bei den Festen fehlte nichts.
Vieles davon habe ich aus Erzählungen meiner Mutter, einiges selbst noch in Erinnerung.
Ein paar Monate zurück. Worms wurde bombardiert. Das ist nur 15 Kilometer von uns entfernt.
Schnell, in den Keller, wir saßen gerade beim Mittagessen. Als die Sirene Entwarnung gab, bot sich uns ein unbeschreibliches Bild. Lumpi hatte die Tasche mit den Papieren "sortiert" und das Teuerste schön angenagt. Nämlich das Sparbuch.
Dodohund kann alles, sogar meinem Toni ein außerirdisches Fell verpassen
Bitter erzählte es mir meine Mutter. Neugierig wie wohl unsere Besatzer aussehen würden, und was man mit uns vorhatte, gingen wir auch zum Sportplatz hinter der Turnhalle. Mein Vater war nicht dabei, sicher arbeitete er noch.
Nun nahm meine Mutter ihre gewohnte Tasche mit allen Unterlagen unsere Familie unter den Arm. Ich, meinen Hund, ein Mischling aus Russland, der auf den Namen Lumpi hörte. Besagter Dackel wurde mit seinem Bruder von einem Heimkehrer unterwegs aufgelesen. Er passte gerade in seine Manteltasche. Soweit zu seiner Herkunft.
Lumpi konnte den Schornsteinfeger nicht leiden. Unter den Soldaten waren auch einige Dunkelhäutige. Lumpi sah einen, riss sich los und schnappte nach ihm. Der Mann lachte. Verwirrt sah der Hund hoch, und als es immer mehr schwarze Gesichter wurden, schrie er auf, und flüchtete zu meiner Mama auf den Arm.
Die Menschen kamen zögernd herbei, einer hatte sein Bettzeug unter dem Arm andere wiederum ein Laib Brot.
Unsere Straße hatte nur acht Häuser, dort spielten wir. Als es nun ans Zudrehen ging, schleppte die Bürgerwehr alles Mögliche herbei und verbarrikadierten diese.
Unten an der Pfrimm gab es zwei kleine Brückchen, die wurden gesprengt. Welch eine Dummheit. Die Soldaten legten ein Ponton drüber und das war es dann.
Man verbot mir, mich mit den Soldaten zu unterhalten. Zwecklos. Dafür war ich zu neugierig.
Wir verständigten uns mit Händen und Füßen. Und sah ein Ami ein junges Mädchen, dann rief er hinter ihr her,
„Frailein du kommen ?“
Nylonstrümpfe waren das bekannteste Tauschmittel gegen Liebe.
„Schewinggum“- (Kaugummi) „Matsches“- (Streichhölzer) waren heiß begehrte Artikel bei uns Kinder.
Und wer einem Soldaten zeigte wo ein
"Frailein" wohnte, oder gar eine erwachsen Schwester
hatte, bekam „Schaklit.“ ( Schokolade) So sprachen wir es aus, wir wusste es nicht anders.
Viele dieser jungen Burschen haben danach in Pfeddersheim geheiratet. Die Mädchen wurden zuerst als Ami Hure bezeichnet, und nach der Eheschließung beneidet. Bei den Festen fehlte nichts.
Vieles davon habe ich aus Erzählungen meiner Mutter, einiges selbst noch in Erinnerung.
Ein paar Monate zurück. Worms wurde bombardiert. Das ist nur 15 Kilometer von uns entfernt.
Schnell, in den Keller, wir saßen gerade beim Mittagessen. Als die Sirene Entwarnung gab, bot sich uns ein unbeschreibliches Bild. Lumpi hatte die Tasche mit den Papieren "sortiert" und das Teuerste schön angenagt. Nämlich das Sparbuch.
Dodohund kann alles, sogar meinem Toni ein außerirdisches Fell verpassen
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