Dan Brown schreibt in seinem Buch "Sakrileg":

 

Mutter Erde war zu einer Männerwelt gemacht worden. Die Götter der Zerstörung und des Krieges forderten ihren Tribut. Das männliche Ego hatte zwei Jahrtausende lang ohne den mäßigenden Einfluss seiner weiblichen Ergänzung über die Stränge schlagen können.

 

Ich selbst bin Agnostikerin. Früher hielt ich mich für eine Atheistin und lehnte jegliche Form des Glaubens ab, der mich umgab. Ich wuchs mit beiden Religionen auf, die hier in Deutschland bei uns die Oberhand haben.

 

Mittlerweile aber bin ich überzeugt, dass die Menschen Spiritualität brauchen. Blickt man zurück auf unsere Geschichte ist es nicht von der Hand zu weisen. Von Anbeginn an glaubt der Mensch,  sucht danach, tötet dafür, aber leidet auch dafür, daran. Sie ist da und sie beschäftigt Menschen. Sie streiten, sie forschen, sie verteidigen, sie glauben.

 

Heute scheint das Leben der Menschen aus der Balance geraten zu sein, weil die religiöse Spiritualität nicht mehr im Gleichgewicht ist.

 

Die Hopi-Indianer Nordamerikas haben dafür ein Wort- Koyanisquatsi (auch Koyaanisqatsi-aus dem Gleichgewicht geratenes Leben). Eine instabile Situation, die gekennzeichnet ist durch Kriege, einer wachsenden Missachtung von Mutter Erde.

 

Vielleicht kennen einige hier den Film. Ich sah ihn in jungen Jahren im Kino und war sehr beeindruckt. Koyanisquatsi (Koyaanisqatsi) bezieht sich auf eine uralte Legende. In alter Vorzeit wurde Spiritualität ersetzt durch Selbstsucht und Materialismus. An Stelle von Natürlichkeit traten egoistische Gier nach rein materiellem Wohlstand. Die Menschen verloren langsam ihre Balance.

 

Tagtäglich häufen sich Meldungen über Umweltkatastrophen. Millionen von Menschen haben ein Minimum an Nahrung und sauberes Trinkwasser. Überschwemmungen und Dürre gefährden Millionen Menschen in ihrer Existenz. Ausrottung von Pflanzen und Tieren. Erdbeben u.s.w.

 

Weltweit erheben Wissenschaftler ihre Stimmen- dies sind Folgen der Zerstörung der Umwelt und der Ressourcen.

 

In der Bibel steht: Macht euch die Erde untertan. Wir scheinen die Worte sehr wörtlich zu nehmen.

 

Die Folge ist, dass nach Jahrtausenden des Raubbaus auf zunehmende geistig-spirituelle Armut die kontinuierlich steigende materielle Not folgt.

 

Immer mehr Theologen weisen auf ihre Theorien hin:

 

Die Ausblendung des Weiblichen, eine Überfülle frauenfeindlicher Gesellschaftssysteme. Über Jahrtausende hinweg wurde geradezu systematisch das Weibliche missachtet.

Das soll nun nicht heißen, dass ich hier dem Mann jegliche Schuld gebe, doch zeigt die Geschichte klar eine Vorherrschaft des Mannes und die der Frau einer untergeordneten Rolle, die kein Mann leugnen kann.

 

Der Glaube an Göttinnen und Heiligen Frauen, die lange vor Jesus herrschten und an die die Menschen glaubten, wurde akribisch bekämpft und versucht aus der Erinnerung zu löschen. Nach Jesu Tod setzte sich das männliche Prinzip weiter durch. Wichtige Passagen des Neuen Testaments wurden verfälscht. Die Rolle der Frau, nicht durch Jesus herabgesetzt und eingeschränkt. Das Zölibat brauchte einige Jahrhunderte, bis es sich in der katholischen Kirche dann fest verankerte und somit auch die Frau dort entfernte. Von Jesus war dieses Zölibat nicht. Und so kann man es geschichtlich weiter verfolgen, wie das Patriarchat sich mehr und mehr ausbreitete und das Matriarchats einschränkte.Scheiterhaufen loderten weltweit. Frauen, die gebildet waren, wissend, Mystikerinnen, Naturliebhaberinnen, Kräutersammlerinnen, Hebammen, überhaupt meist alle Frauen, die sich in "verdächtigterweise" Weise im Einklang mit der Natur befanden, waren Hexen und fielen der Inquisition zum Opfer.

 

Die Welt leidet nicht an der Religion, sie leidet an der falschen Religion. Einer Religion, die ihre weiblich-intuitive Seite aufgegeben hat. Einer Religion, die über lange Zeit verfälscht wurde, angepasst wurde. Passagen einfach verschwieg.

 

Umso mehr aufgedeckt wird, was aus der Bibel, den Testamenten, den Evangelien weggelassen wurde, verschwiegen, entfernt und sich widerspricht, ja manipuliert wurde, umso mehr finden wir unsere Balance und Spiritualität wieder.

 

Persönlich finde ich es faszinierend darin einzutauchen. Pro und Kontra, verschiedene Thesen und Theorien zu lesen. Ich bemerke, ich fühle mich wohler damit, als Religion pauschal als nutzlos zu verteufeln, auf ihre Minuskonten hinzuweisen, was im Namen Gottes auf der Welt passierte und passiert.

 

 

Jahrtausende haben gezeigt, das Spiritualität für die Menschen so wichtig sind, das es sich bis heute auswirkt und hält.

 

Also leugne und lehne ich nicht mehr ab, dass ich glaube.

Ich weiß nur nicht, woran ich glauben soll.