„Mama, was krieg ich vom Christkind?“
1945: Ich war zehn Jahre, und schon immer sehr neugierig.
Da wir ja nur eine Küche hatten, das Schlafzimmer meiner Eltern und ich eine kleine Abstellkammer, konnte man nichts geheim halten.
„Mama, was krieg ich vom Christkind?“ Liebevoll nahm sie mich in den Arm und erklärte mir, dass ich doch schon so groß sei und, dass nur kleine Kinder etwas bekommen. "Aber ich war doch brav gewesen." Noch glaubte ich fest daran
Nun, sie konnte es nicht übers Herz bringen, mir meinen Glauben zu nehmen. Eines Morgens sah ich unter dem Sofa ein kleines Fädchen, mir nicht bekannter Wolle. „Mama, ich krieg was, das hat das Christkind dagelassen.“ Von da an fand ich jeden Morgen irgendetwas, das ich mit meinem Geschenk in Verbindung brachte.
Im Parterre wohnte eine Familie mit drei Buben. Zu ihnen kam der Weihnachtsmann als es draußen noch hell war. Wir waren dabei und ich wurde immer unruhiger. Mama und Papa tauschte Blicke, die ich nicht deuten konnte. Mich hielt nichts mehr und ich stürmte die Treppe hoch.
Unterm Sofa stand ein Schuhkarton zum Bettchen ausgeschlagen mit einem Püppchen drin. Ich schrie vor Freude durch das ganze Haus, Mama hatte es gestrickt mit kleinen blauen Knopfaugen einem roten Mund und einer Wollstupsnase, Bärbel hieß sie fortan. Als ich heiratete brachte ich sie mit in die Ehe.
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1948 Noch etwas Vorweihnachtliches
Dreizehn Jahre war ich alt. Also 1948. Es gab nix, nur wer quandelte, das heiß etwas zum Tauschen hatte, konnte sich was leisten.
Wir hatten Hühner und Hasen. Wohlgemerkt auf einem kleinen Balkon im ersten Stock, denn alles wurde gestohlen. Mein Vater suchte, aus Trümmern, Teile um abzudichten. Es waren drei Hühner und zwei Häschen. Jeden Tag bekamen wir ein Ei, aber nur, wenn ich im Feld die Milchbüsche (Löwenzahn) sammelte.
Für drei Eier gab es ein Pfund Zucker, und dafür einen viertel Liter Öl. Aber nicht solches wie wir es kennen, nein es war Rapsöl (heute treibt man damit Motoren an.) Dieses Öl war schwarz, und schmeckte scheußlich, es verschmierte das ganze Essgeschirr, das Fett hielt sich in jeder Ritze. Es gab kein Spüli, nein, nur Imi. Das war zum Einweichen der Wäsche und roch wie Pisse.
Also zurück zum Tauschen. Meine Tante die Schwester meines Vaters besorgte für mein Konfirmationskleid einen schwarzen Ausbrennerstoff. Sie hatte einen halben Zentner Zucker dafür gegeben. Das war mein Weihnachtsgeschenk. Freude darüber stellte sich nicht bei mir ein.
Ein Jahr davor es gab keine Bäume. Ich lag meinen Eltern solange in den Ohren, ich möchte keine Geschenke bitte nur einen Baum. Es wurde Heilig Abend noch immer keiner.
Es musste meinem grundehrlichen Vater sehr schwer gefallen sein, Zweige zu stehlen. So stand dann am Abend in einer Vase mein geschmückter Baum. Ich war so enttäuscht und konnte mich nicht freue, obwohl mein Vater alles getan hatte mir eine Freude zu bereiten. Dazu kam noch, die Sonne schien vom Himmel und wir hatten das Fenster geöffnet. Es war wie im Frühling. Wie sollte da eine Weihnachtsstimmung aufkommen
„Mama, was krieg ich vom Christkind?“ Liebevoll nahm sie mich in den Arm und erklärte mir, dass ich doch schon so groß sei und, dass nur kleine Kinder etwas bekommen. "Aber ich war doch brav gewesen." Noch glaubte ich fest daran
Nun, sie konnte es nicht übers Herz bringen, mir meinen Glauben zu nehmen. Eines Morgens sah ich unter dem Sofa ein kleines Fädchen, mir nicht bekannter Wolle. „Mama, ich krieg was, das hat das Christkind dagelassen.“ Von da an fand ich jeden Morgen irgendetwas, das ich mit meinem Geschenk in Verbindung brachte.
Im Parterre wohnte eine Familie mit drei Buben. Zu ihnen kam der Weihnachtsmann als es draußen noch hell war. Wir waren dabei und ich wurde immer unruhiger. Mama und Papa tauschte Blicke, die ich nicht deuten konnte. Mich hielt nichts mehr und ich stürmte die Treppe hoch.
Unterm Sofa stand ein Schuhkarton zum Bettchen ausgeschlagen mit einem Püppchen drin. Ich schrie vor Freude durch das ganze Haus, Mama hatte es gestrickt mit kleinen blauen Knopfaugen einem roten Mund und einer Wollstupsnase, Bärbel hieß sie fortan. Als ich heiratete brachte ich sie mit in die Ehe.
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1948 Noch etwas Vorweihnachtliches
Dreizehn Jahre war ich alt. Also 1948. Es gab nix, nur wer quandelte, das heiß etwas zum Tauschen hatte, konnte sich was leisten.
Wir hatten Hühner und Hasen. Wohlgemerkt auf einem kleinen Balkon im ersten Stock, denn alles wurde gestohlen. Mein Vater suchte, aus Trümmern, Teile um abzudichten. Es waren drei Hühner und zwei Häschen. Jeden Tag bekamen wir ein Ei, aber nur, wenn ich im Feld die Milchbüsche (Löwenzahn) sammelte.
Für drei Eier gab es ein Pfund Zucker, und dafür einen viertel Liter Öl. Aber nicht solches wie wir es kennen, nein es war Rapsöl (heute treibt man damit Motoren an.) Dieses Öl war schwarz, und schmeckte scheußlich, es verschmierte das ganze Essgeschirr, das Fett hielt sich in jeder Ritze. Es gab kein Spüli, nein, nur Imi. Das war zum Einweichen der Wäsche und roch wie Pisse.
Also zurück zum Tauschen. Meine Tante die Schwester meines Vaters besorgte für mein Konfirmationskleid einen schwarzen Ausbrennerstoff. Sie hatte einen halben Zentner Zucker dafür gegeben. Das war mein Weihnachtsgeschenk. Freude darüber stellte sich nicht bei mir ein.
Ein Jahr davor es gab keine Bäume. Ich lag meinen Eltern solange in den Ohren, ich möchte keine Geschenke bitte nur einen Baum. Es wurde Heilig Abend noch immer keiner.
Es musste meinem grundehrlichen Vater sehr schwer gefallen sein, Zweige zu stehlen. So stand dann am Abend in einer Vase mein geschmückter Baum. Ich war so enttäuscht und konnte mich nicht freue, obwohl mein Vater alles getan hatte mir eine Freude zu bereiten. Dazu kam noch, die Sonne schien vom Himmel und wir hatten das Fenster geöffnet. Es war wie im Frühling. Wie sollte da eine Weihnachtsstimmung aufkommen
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